
Das Gesicht ist das Abbild des Hirns, die Augen sein Berichterstatter.
Bedeutung
Cicero verbindet Gesicht, Hirn und Augen zu einem Bild innerer Ablesbarkeit. Das Gesicht wird zum Abbild des Denkens, die Augen zu seinen Berichterstattern. Gemeint ist, dass Verstand, Aufmerksamkeit und innere Regung sich im Ausdruck zeigen können. Der Satz ist wirkungsvoll, aber nicht absolut: Gesichter verraten manches, doch sie sind keine unfehlbaren Beweise. Seine Stärke liegt im Bild von den Augen als Boten des Inneren.
Verwendung
Passend für Porträts, Menschenkenntnis, Rhetorik, Schauspiel, Fotografie oder Texte über Blick und Ausdruck. Der Spruch eignet sich, wenn Augen und Gesicht als Träger innerer Regung beschrieben werden sollen. In psychologischen Kontexten sollte er nicht zu diagnostisch verstanden werden, sondern bildhaft.
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Über Marcus Tullius Cicero
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Römisch · 106 - 43 v. Chr.
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) war der berühmteste Redner Roms, der 63 v. Chr. als Konsul die Verschwörung des Catilina niederschlug und dafür den Titel „Vater des Vaterlandes" erhielt.
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Als Schriftsteller galt Cicero schon in der Antike als stilistisches Vorbild „goldener" Latinität und begründete damit den Ciceronianismus. Philosophisch machte er sich vor allem als Vermittler griechischen Gedankenguts für die lateinischsprachige Welt verdient. Sein umfangreicher Briefwechsel, besonders die Briefe an Atticus, prägte nachhaltig die europäische Briefkultur.

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