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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 4

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Wohlbehagen ermattet den Geist, Schwierigkeiten erziehen und kräftigen ihn.

    Francesco Petrarca

  2. Zu jeder Zeit liegen einige große Wahrheiten in der Luft; sie bilden die geistige Atmosphäre des Jahrhunderts.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  3. Schönheit des Körpers hat etwas Tierisches, wenn sie geistlos ist.

    Demokrit

  4. Die Vögel verlassen die Erde mit ihren Flügeln. Auch die Menschen können die Erde verlassen, zwar nicht mit Flügeln, aber mit ihrem Geist.

  5. Ein Mensch ohne Wissenschaft ist wie ein Soldat ohne Degen, wie ein Acker ohne Regen, er ist wie ein Wagen ohne Räder, wie ein Schreiber ohne Feder; Gott selbst mag die Eselsköpfe nicht leiden.

    Abraham a Sancta Clara

  6. Gesunder Menschenverstand in ungewöhnlichem Maße ist das, was die Welt Weisheit nennt

    Samuel Taylor Coleridge

  7. Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind doch nur arm an Takt

    Georg Christoph Lichtenberg

  8. Dein gedenk ich, still erfreut, selbsten in der Einsamkeit; ja, im dicksten Publikum schwebt mein Geist um Dich herum.

    Wilhelm Busch

  9. Das Talent hat darin immer einen Vorsprung vor dem Genie, dass jenes andauert, dieses oft verpufft

    Karl Ferdinand Gutzkow

  10. Im Feingefühl hat das Herz Geist.

    Sully Prudhomme

  11. Ich würde lieber alle Fabeln der Legenden, des Talmud und des Koran glauben, als dass das Gefüge des Universums ohne einen Geist ist.

    Albert Camus

  12. Die Natur des Geistes ist so gearbeitet, dass uns der Wechsel meist mehr Erholung schafft als die Ruhe.

    Ernst von Feuchtersleben

  13. Die Ehe sollte eine Frau nicht davon abhalten, ihrer geistigen Neigung zu folgen.

    John Knittel

  14. Jeder, der seinen Geist zeigen will, lässt merken, dass er auch reichlich vom Gegenteil hat

    Friedrich Nietzsche

  15. Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf

    Oscar Wilde

  16. Auch der vornehmste Geist bleibt sich nicht gleich, er ist dem Wachsen und Abnehmen unterworfen.

    Jean de la Bruyère

  17. Oft nennt man Güte, was nur ein Mangel an Geistesgegenwart ist.

    Carmen Sylva

  18. Bildung macht den Menschen zu einem guten Gesellschafter für sich selbst.

    Thomas Fuller

  19. Man kann die Tiere in geistvolle und begabte Personen einteilen: Hund und Elefant zum Beispiel sind geistreiche, Nachtigall und Seidenwurm begabte Leute

    Antoine de Rivarol

  20. Wie viele Fehler geschehen in der Welt, weil man ohne Überlegung zu Werke geht.

    Theresia von Avila

  21. Gelehrte und Intellektuelle sind für mich wie kokette Damen. Man sollte sie besuchen, mit ihnen parlieren, aber sie weder heiraten noch zu Ministern machen.

    Napoleon

  22. Alles Vergnügen des Geistes, alle seine Freude beruht darauf, dass er, wenn er sich mit anderen vergleicht, Gelegenheit habe, über sich selbst recht hoch zu denken.

    Thomas Hobbes

  23. Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein.

    Laotse

  24. Die Bildung des Geistes gibt erst der Schönheit des Körpers einen Wert.

    Aesop

  25. In der Liebe haben alle Frauen Geist.

    Honoré de Balzac

  26. Der Geist eines vollkommenen Menschen ist wie ein Spiegel. Er hält nichts fest. Er reflektiert, aber er hält nichts fest. Deshalb kann der vollkommene Mensch handeln ohne Anstrengung.

  27. Jeder Geist baut sich selbst ein Haus und jenseits dieses Hauses eine Welt und jenseits dieser Welt einen Himmel.

    Ralph Waldo Emerson

  28. Das Talent arbeitet, das Genie schafft.

    Robert Schumann

  29. Die Liebe selbst hat im Bereich des Endlichen verschiedene Arten und Formen. Immer muss sie aber Hingabe sein, um echte Liebe zu sein. Man darf wohl sagen, dass der endliche Geist in der Liebe sei …

    Heinrich Friedrich Karl vom Stein

  30. Kein Mensch hat Geist genug, um niemals langweilig zu sein

    Marquis de Vauvenargues

  31. Gehe aufrecht wie die Bäume. Lebe dein Leben so stark wie die Berge. Sei sanft wie der Frühlingswind. Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen, Und der großer Geist wird immer mit dir sein.

  32. Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich.

    Friedrich Nietzsche

  33. Kein Wunder, dass uneheliche Kinder gemeiniglich die besten Köpfe sind. Sie sind die Folge einer geistreichen Stunde, die ehelichen oft der Langeweile.

    Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere

  34. Die zwei Weisesten der Menschen, Sokrates und Christus, schrieben keine Bücher.

    Karl Julius Weber

  35. Jede Stufe der Bildung fängt mit Kindheit an. Daher ist der am meisten gebildete Mensch dem Kind so ähnlich.

    Novalis

  36. Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geist aber wenige

    Dante Alighieri

  37. Einsamkeit, verbunden mit einem klaren, heiteren Bewußtsein ist, ich behaupte es, die einzig wahre Schule für einen Geist von edlen Anlagen.

    Gottfried Keller

  38. Es gibt zwei verschiedene Menschen: Die männlichen, die nicht denken wollen und die weiblichen, die nicht denken können!

    Kurt Tucholsky

  39. Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.

    Friedrich der Große

  40. Faulheit ist Dummheit des Körpers... Dummheit ist Faulheit des Geistes

    Johann Gottfried Seume

  41. Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.

    Ludwig Börne

  42. Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.

    François de la Rochefoucauld

  43. Der unsichere Geist fürchtet, obwohl er zu wissen begehrt

    Seneca

  44. Die Frau die nachdenkt, ist verloren.

    Joseph Addison

  45. Geistige Freude ist rein und ruhig.

    Friedrich von Schlegel

  46. Ruhm ist der Geist eines Menschen, der im Denken anderer Menschen weiterlebt.

    William Hazlitt

  47. Es gehört nicht viel Geist dazu, alles zu verwirren, viel aber, alles auszugleichen.

    Charles-Louis de Montesquieu

  48. Wissen ist kostbar für uns, denn wir werden nie Zeit haben, es zu vollenden.

    Rabindranath Tagore

  49. Was für die äußere Körperwelt das Licht, das ist für die innere Welt des Bewußtseins der Intellekt.

    Arthur Schopenhauer

  50. Leute, die sich stets um ihre Gesundheit sorgen, sind wie Geizhälse die Schätze horten und nie den Geist aufbringen, sich daran zu erfreuen.

    Laurence Sterne

  51. Wenn du helle Dinge denkst, ziehst du helle Dinge an dich heran

    Prentice Mulford

  52. Einen Dummkopf zu betrügen, ist eine Handlung, die eines Menschen von Geist würdig ist.

    Giacomo Casanova

  53. Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens im Herzen sucht, der sucht vergebens, kein Geist und wär er noch so reich, kommt einem edlen Herzen gleich.

    Friedrich von Bodenstedt

  54. Der Geist ist dem selben Gesetz unterworfen wie der Körper: Beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten

    Marquis de Vauvenargues

  55. Maß in Büchern, Gedanken und Stil üben auf den Geist denselben guten Eindruck aus, den ein ruhiges Antlitz auf unsere Augen und unsere Stimmung macht.

    Joseph Joubert

  56. Bücher machen ist ein Handwerk wie Uhren machen, und zu einem Schriftsteller gehört mehr als nur Geist.

    Jean de la Bruyère

  57. Nichts fürchtet ein dummer Mann mehr als eine gescheite Frau.

    Christian Johann Heinrich Heine

  58. Der Geist, der allen Dingen Leben verleiht, ist die Liebe.

  59. Es gibt keine wichtigere Sorge in der Schule als die, den Geist der Wahrheit und des Vertrauens in ihren Räumen zu erhalten. Er will aber nur wohnen, wo zugleich der Geist der Freiheit wohnt.

    Friedrich Paulsen

  60. Gemüt ist mehr als Geist, denn das Gemüt besteht als Wurzel, wenn der Geist wie Blütenstaub vergeht.

    Friedrich Rückert