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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 7

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Erfülle deinen Geist mit großen Gedanken, denn du wirst nie höher steigen als deine Gedanken.

    Benjamin Disraeli

  2. Manchmal ergreift das altern zuerst den Körper, manchmal aber auch den Geist.

    Michel de Montaigne

  3. Methoden sind Gewohnheiten des Geistes und Sparsamkeiten der Erinnerung.

    Antoine de Rivarol

  4. Geistige Größe kann alle körperlichen Gebrechen unsichtbar machen.

  5. Ich glaube, dass jede Architektur, die sich an den Geist wendet, noch immer das Werk eines Einzelnen ist

    Le Corbusier

  6. Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut

    George Bernard Shaw

  7. Die Macht des Geistes ist die Theorie, ohne Taten ist sie jedoch nutzlos

  8. Ist sie auch geistreich? Fragt ihr zumeist. Was wollt ihr denn? Herz heißt des Weibes Geist. Wird sie unendlich lieben können, dürft ihr getrost sie geistreich nennen.

    Friedrich Vischer

  9. Geist ist keinesfalls, was man im Haushalt braucht.

    Jean-Baptiste Molière

  10. Eine ausgewählte Bücherei ist das einzige Parkett, auf dem wir uns mit den größten Geistern der Vergangenheit und Gegenwart zwanglos unterhalten können.

    Novalis

  11. Gute Bücher sind die Quintessenz der tüchtigen Geister, der Inbegriff ihrer Kenntnisse, die Frucht iher langen Nachtwachen.

    Marquis de Vauvenargues

  12. Ein anspruchsvolles Buch will im Zusammenhang gelesen werden.

    Friedrich Rückert

  13. Bücher sind immer noch die wohlfeilsten Lehr- und Freudenmeister und der wahre Beistand hienieden für Millionen besserer Menschen.

    Karl Julius Weber

  14. Der Geist der Frauen ist von Quecksilber, ihr Herz von Wachs.

  15. Keinen Geist kann man so umfassend lieben wie die Natur.

    Edvard Grieg

  16. Die Einfachheit des Geistes ist Dummheit, die des Herzens Unschuld.

    Giacomo Casanova

  17. Der Buchstabe ist nicht der Geist, und die Bibel ist nicht die Religion.

    Gotthold Ephraim Lessing

  18. Die Dummheit des Mannes erkennt man an seinen Worten, die der Frau an ihrem Schweigen. Eine stumme Frau ist dumm, ein schweigsamer Mann kann für bedeutend gehalten werden.

    Sully Prudhomme

  19. Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.

    Benjamin Franklin

  20. Mit bloßen Reizen, leiblichen oder geistigen, in der Ehe zu fesseln hoffen, ohne das Herz und ohne die Vernunft, welche allein anknüpfen und festhalten, heißt, eine Blumenkette oder einen Blumenkranz …

    Jean Paul

  21. Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind

    Marquis de Vauvenargues

  22. Das Wissen ist ein Schatz, aber dessen Ausübung ist der Schlüssel dazu.

    Thomas Fuller

  23. Nichts lernt sich so leicht wie der Luxus, auch der des Geistes.

    Moritz Heimann

  24. Musik ist die Vermittlung des geistigen Lebens zum sinnlichen.

    Bettina von Arnim

  25. Wer sich beständig ausschlussweise mit den Büchern beschäftigt, ist für das praktische Leben schon halb verloren.

    Johann Gottfried Seume

  26. Phlegma, sei es körperlich oder geistig, ist ein sündhafter Zustand für den, der in Zeiten der Bildung lebt.

    Karl Friedrich Schinkel

  27. Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung, und sie gedeiht mit der Freude am Leben.

    Thomas von Aquin

  28. Das Glück ist an und für sich Einbildungssache. Um glücklich zu sein muss man sich für glücklich halten.

    Giacomo Casanova

  29. Die Liebe öffnet den Geist und macht den Verstand klar.

    Niccolò Tommaseo

  30. Das Fleisch hat seinen eigenen Geist.

    Frank Wedekind

  31. Die Schwerkraft des Geistes lässt uns nach oben fallen

    Simone Weil

  32. Es geht mit den Kindern des Geistes wie mit den irdischen: sie wachsen, während sie schlafen.

    Hans Christian Andersen

  33. Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden.

    René Descartes

  34. Jetzt muss der Geist von Weimar, der Geist der großen Philosophen und Dichter wieder unser Leben erfüllen.

    Friedrich Ebert

  35. Ein Tropfen Glück ist mehr als ein Fass Geist.

    Diogenes von Apollonia

  36. Nicht alle, die Bücher schreiben, haben Bücher gelesen

    Richard von Schaukal

  37. Der Weise angelt nur mit seinem eigenen Wert, mit keinem geringerem Köder.

    Ralph Waldo Emerson

  38. Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken.

    Karl Kraus

  39. Die Farbe ist der Ort, wo unser Gehirn und das Weltall sich begegnen. Darum erscheint sie den wahren Malern durchaus dramatisch

    Paul Cezanne

  40. Solange das Herz noch Erinnerungen bewahrt, bewahrt der Geist seine Illusion

    Francois René de Chateaubriand

  41. Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgend etwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten un …

    Sir Arthur Conan Doyle

  42. Zeiten eines großen politischen Aufschwungs gehören dazu, um die geistigen Anlagen eines Volkes zu hoher Blüte zu treiben.

    Richard Wagner

  43. Die Richtung unseres Geistes ist wichtiger als sein Fortschritt.

    Joseph Joubert

  44. Frauen machen immer gewisse geistige Vorbehalte.

    Philippe Destouches

  45. Ich kann den Geist der Musik nicht anders fassen, als in Liebe.

    Richard Wagner

  46. Es gehört nicht weniger Geist und Erfindung dazu, einen Gedanken, den man in einem Buche findet, richtig anzuwenden, als der Autor dieses Gedankens zu sein.

    Pierre Bayle

  47. Verstehen ist ein Licht — Begreifen ein Sonnenaufgang.

    Else Pannek

  48. Theorie findet im Kopf statt. An der Praxis ist der ganze Mensch beteiligt.

    Else Pannek

  49. Das sogenannte "Frauenbild" entspringt den Köpfen derer, die eigene Interessen verfolgen. Frauen wissen, was erforderlich ist. Ein Vormund ist es nicht.

    Else Pannek

  50. Neue, kühne, begeisternde Ideen erzeugt nur ein heller Kopf, der über einem glühenden Herzen steht. Der köstlichste Wein gedeiht auf Vulkanen.

    Christian Friedrich Wilhelm Jacobs

  51. Der beste Beobachter und der tiefste Denker ist immer der mildeste Richter.

    Henry Thomas Buckle

  52. Tiere fressen, Menschen essen, aber nur der Mann von Geist weiß, wie man isst.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  53. Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  54. Wenn Hochschullehrer reden, reden sie vor allem über sich und ihre akademische Karriere.

    Hans Apel

  55. Die Frauen tragen ihre Beweise im Herzen, die Männer im Kopfe.

    August von Kotzebue

  56. Den Geist? Als ob es Weiber gäbe, die ihn liebten. Schöne Gestalt gefällt ihnen und Reichtum.

    Ulrich von Hutten

  57. Gefragt, was auf Erden das Seltenste sei, antwortet einer: was allen gehört, der gemeine Verstand.

    Giacomo Leopardi

  58. Wandern gibt mehr Verstand als hinterm Ofen zu sitzen.

    Philippus Theophrastus Paracelsus

  59. Klar nennt man die Ideen, die dasselbe Maß an Verwirrung haben wie unser eigener Geist

    Marcel Proust

  60. Mit einem zufriedenen Geist hast Du genug, um das Leben zu geniessen.

    Titus Maccius Plautus