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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 5

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Die einseitige Ausbildung der geistigen Fähigkeiten bei Vernachlässigung der körperlichen, führt mit Notwendigkeit zur körperlichen Verkrüppelung…

    Wilhelm Liebknecht

  2. Ich habe gefunden, dass Menschen mit Geist und Witz auch immer eine feine Zunge besitzen; jene aber mit stumpfem Gaumen beides entbehren.

    Voltaire

  3. Die Liebe ist die Vergeistigung der Sinne.

    Diotima

  4. Etwas Ungeheures entsteht da vor uns und mit uns - eine geistige Gebirgslandschaft, die man ein Leben lang nicht zu Ende ergründen und auslernen kann.

    Christian Morgenstern

  5. Wer in sich pflegt den Geist der Liebe, dem lebt er in der ganzen Welt; Dem spricht er nachts aus tausend Sternen und tags vom lichten Himmelszelt.

    Otto von Leixner

  6. Ein kluger Mann lebt weder geistig noch finanziell über seine Verhältnisse.

    Philip Chesterfield

  7. Gemüt ist mehr als Geist, denn das Gemüt besteht als Wurzel, wenn der Geist wie Blütenstaub vergeht.

    Friedrich Rückert

  8. Solange der Geist sich nicht wandelt, ist jede äußere Wandlung nichtig.

    Walt Whitman

  9. Die alleinige Quelle des Rechts ist das gemeinsame Bewusstsein des ganzen Volkes: der allgemeine Geist

    Ferdinand Lassalle

  10. Je mehr Geist man hat, desto mehr originelle Menschen entdeckt man. Alltägliche Leute finden bei den Menschen keine Unterschiede.

    Blaise Pascal

  11. Es ist der Geist der Weihnacht, der uns mit Leben erfüllt und im Mantel der Liebe überwintern lässt.

  12. Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht.

    Thomas Carlyle

  13. Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf: mit einem guten Herzen spielt man nicht Schach.

    Nicolas Chamfort

  14. Theoretisch sind wir alle entschlossen, das Leben zu genießen, aber die Praxis ist schwierig.

    Charles Lamb

  15. Es gibt keine wichtigere Sorge in der Schule als die, den Geist der Wahrheit und des Vertrauens in ihren Räumen zu erhalten. Er will aber nur wohnen, wo zugleich der Geist der Freiheit wohnt.

    Friedrich Paulsen

  16. Erkennen ist eine große Leistung des Geistes. Anerkennen eine solche des Herzens.

  17. Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.

    Albert Schweitzer

  18. Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man gezwungen ist, ununterbrochen dazuzulernen.

    George Bernard Shaw

  19. Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken.

    Dalai Lama

  20. Mit der Größe der Aufgaben wächst die Kraft des Geistes

    Friedrich von Schiller

  21. Ich glaube um zu erkennen.

    Anselm von Canterbury

  22. Von den jedermann bekannten Büchern muss man nur die allerbesten lesen, und dann lauter solche, die fast niemand kennt, deren Verfasser aber sonst Männer von Geist sind.

    Georg Christoph Lichtenberg

  23. Über eine Spur von Geist in einer Frau freuen wir uns ebenso wie über ein paar Worte, die ein Papagei richtig herausbringt.

    Honoré de Balzac

  24. Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf

    Joseph Conrad

  25. Einsamkeit ist die Zufluchtsstätte der Geistreichen und die Folterkammer der Geistesarmen.

  26. Die Berge die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewustsein.

    Reinhold Messner

  27. Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes.

    Friedrich von Schiller

  28. Glück ist gut für den Körper, denn Kummer stört den Geist.

    Marcel Proust

  29. Spottsucht ist oft Armut an Geist.

    Jean de la Bruyère

  30. Man kann nie so kompliziert denken, wie es plötzlich kommt

    Willy Brandt

  31. Geistige Fähigkeiten verkümmern wie Muskeln, wenn sie nicht geübt werden

    Wilhelm Liebknecht

  32. Die Natur des Geistes ist so geartet, dass uns der Wechsel meist mehr Erholung schafft als die Ruhe.

    Ernst von Feuchtersleben

  33. Ich verstehe unter Geist die Kraft der Seele, welche denkt und Vorstellungen bildet.

    Aristoteles

  34. Das Unerwartete zu erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist.

    Oscar Wilde

  35. Die in sich selbst ruhende, eigentliche Wahrheit ist mit Gott identisch. Erkenntnis des Wahren ist Wirkung der Wahrheit.

    Anselm von Canterbury

  36. In allem Streben und Forschen suche ich hinter dam Geheimnis des Lichtstrahls ehrfürchtig das Geheimnis des göttlichen Geistes.

    Max Planck

  37. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

    Karl Marx

  38. Die Gelehrten sind nicht immer die Gescheiteren.

    Francois Rabelais

  39. Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit

    Sören Kierkegaard

  40. Ich glaube, dass durch das Gefühl dem Geist einer Frau alles offenbar wird; nur bleibt es oft nicht darin haften.

    Guy de Maupassant

  41. Keiner überschreitet die engen Grenzen der Menschheit: Alle haben ihre Gebrechen, bald im Kopfe, bald im Herzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  42. Die Leihbibliotheken studiere, wer den Geist des Volkes kennen lernen will.

    Wilhelm Hauff

  43. Der Weg des Geistes ist der Umweg.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  44. Die Kraft zu lieben, die Gesundheit, sich, das Leben, Freundschaft und Geist zu genießen und zu erwidern, ist der Zauber, der alles bezwingt.

    Ludwig Tieck

  45. Die Hindernisse rühren nicht so sehr daher, dass der Geist leer ist von Wissen, sondern daher, dass er voll ist von Vorurteilen.

    Pierre Bayle

  46. Kein Geist kann ohne Körper erscheinen

    Wilhelm Schulz

  47. Man wird immer finden, dass diejenigen, die wirklich wissen, die bescheidensten Menschen sind.

    Rudolf Steiner

  48. Lesen macht vielseitig, Verhandeln geistesgegenwärtig und Schreiben genau.

    Francis Bacon

  49. Ins Innere der Natur dringt kein erschaffner Geist.

    Albrecht von Haller

  50. Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist, als in das Gesicht.

    Michel de Montaigne

  51. Ein gutes Zitat ist ein Diamant am Finger eines geistreichen Menschen und ein Pflasterstein in der Hand eines Narren.

    Joseph Roux

  52. Katastrophen machen kluge und starke Menschen immer zu Philosophen.

    Honoré de Balzac

  53. Liebe ist Verzicht auf Widerstand, und Widerstand ist das Grundprinzip des Geistes. Deshalb vertragen sich Geist und Liebe so schlecht.

    Otto Flake

  54. Aus den Leidenschaften werden Meinungen, die Trägheit des Geistes läßt diese zu Überzeugungen erstarren.

    Friedrich Nietzsche

  55. Das Gelingen großer und guter Handlungen ist in alle Ewigkeit der höchste Genuß großer und guter Geister.

    Johann Heinrich Jung-Stilling

  56. Wer in der Einsamkeit noch geistig mit seinen Widersachern weiterkämpft, gibt sich überflüssig aus.

    Prentice Mulford

  57. Geistreich sein heißt, sich leicht verständlich zu machen, ohne deutlich zu werden

    Jean Anouilh

  58. Das höchste Gut des Geistes ist die Erkenntnis Gottes, und die höchste Tugend des Geistes ist, Gott zu erkennen.

    Baruch de Spinoza

  59. Der Intellekt ist bei den allermeisten eine schwerfällige, finstere und knarrende Maschine, welche übel in Gang zu bringen ist.

    Friedrich Nietzsche

  60. Wo es der Rede an Tiefe fehlt, da geht sie in die Breite..

    Charles-Louis de Secondat