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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 3

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    Honoré de Balzac

  2. Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.

    Bettina von Arnim

  3. Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität

    Jean Paul

  4. Wenn ein Buch weder dem Geist zu nützlichen Betrachtungen, noch dem Herzen zu guten Entschließungen Gelegenheit gibt, ist es ein unnützes Buch.

    Gotthold Ephraim Lessing

  5. Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.

    Rosa Luxemburg

  6. Es ist ein gewisses Verhältnis nötig zwischen denen, die vornehmlich zum Denken, und zwischen jenen, die vornehmlich zur Tätigkeit geneigt sind.

    Henry Thomas Buckle

  7. Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …

    Gustav Freytag

  8. Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwand …

    Ralph Waldo Emerson

  9. Dieses Land kann es sich nicht leisten, materiell reich und geistig arm zu sein.

    John F. Kennedy

  10. Was Grazie dem Körper ist Klarheit dem Geist.

    François de la Rochefoucauld

  11. Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.

    Benjamin Disraeli

  12. Der Geist der Frauen stärkt eher ihren Leichtsinn als ihre Vernunft.

    François de la Rochefoucauld

  13. Neugier ist eine der festen und ständigen Eigenschaften eines energischen Geistes.

    Samuel Johnson

  14. Wenn man sich zu lange in engen, kleinen Verhältnissen herumdrückt, so leidet der Geist und Charakter. Man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe sich zu erheben.

    Johann Peter Eckermann

  15. Oft ist's der eigene Geist, der Rettung schafft, die wir beim Himmel suchen.

    William Shakespeare

  16. Körper, Seele und Geist sind die Elemente der Welt.

    Novalis

  17. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  18. Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

    Marie Curie

  19. Wer dein Schweigen nicht versteht, versteht auch deine Worte nicht.

    Elbert Green Hubbard

  20. Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.

    Stanislaw Brzozowski

  21. Nicht im Kopfe, sondern im Herzen liegt der Anfang

    Maxim Gorki

  22. Unsere Köpfe sind wie eine magische Laterne, in der ein Unbekannter ständig kleine Bilder wechselt.

    Stanislaw Brzozowski

  23. Wie Fackeln und Feuerwerk vor der Sonne blass und unscheinbar werden, so wird sowohl Schönheit als Geist, ja Genie, überstrahlt von der Güte des Herzens.

    Arthur Schopenhauer

  24. Nur was der Geist geschaffen hat, versteht er.

    Wilhelm Dilthey

  25. Obwohl den meisten Menschen die Vernunft bis zu einem bestimmten Grade zugänglich ist und sie z. B. zu zählen vermögen, wenden sie sie doch im alltäglichen Leben nur sehr wenig an.

    Thomas Hobbes

  26. Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen, dazu gehört Intuition.

    Henri Poincaré

  27. Man ist nur in dem Maße wissbegierig, wie man unterrichtet ist.

    Jean-Jacques Rousseau

  28. Unser Wissen ist nicht vorhanden, wenn es nicht benutzt wird.

    Igor Strawinski

  29. Der Geist, der seine Freuden aus sich selbst schöpft, ist glücklich

    Demokrit

  30. Ist der Körper gerade, ist der Geist gerade.

  31. Durch Wissen kommt der Mensch zur Menschlichkeit.

    Hafis

  32. Das Lesen versieht den Geist nur mit dem Material für das Wissen; erst das Denken macht das Gelesene zu unserem Eigentum

    John Locke

  33. Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

    Blaise Pascal

  34. Die geistige Seele kann nicht entstehen ausser durch Erschaffung.

    Thomas von Aquin

  35. Charme ist im Menschen wie das Brennen beim Feuer, das Leuchten bei der Kerze, das Funkeln bei kostbaren Steinen, Gold und Silber. Es ist etwas geistiges.

    Li Liweng

  36. Nur erst, wenn dir die Form ganz klar ist, wird dir der Geist klar werden.

    Robert Schumann

  37. Der Geist des engstirnigen Menschen ist wie die Pupille des Auges. Je mehr Licht man darauf fallen lässt, um so mehr zieht er sich zusammen.

    Oliver Wendell Holmes

  38. Die Aufrichtigkeit ist - mindestens nach meiner Ansicht - die erste Bedingung jedes geistigen Schaffens.

    Sully Prudhomme

  39. Es ist gut, wenn das Herz naiv ist, aber nicht der Kopf.

    Anatole France

  40. Der Geist ist kein Behälter den man füllt, sondern ein Feuer, das man nährt.

    Plutarch

  41. Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel.

    Jakob Bosshart

  42. Liebe mag für primitive Naturen ein körperliches Bedürfnis darstellen. Geistigen Menschen bedeutet sie das fesselndste Erlebnis der ganzen Schöpfung.

    Honoré de Balzac

  43. Das Geistige eines Kunstwerks besteht nicht darin, über was es spricht, sondern zu wem es spricht.

    Moritz Heimann

  44. Es ist zweierlei, Verstand empfangen haben, und den Verstand, den man empfangen hat, auch anzuwenden gelernt haben.

    Dorothea Christiane Erxleben

  45. Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben.

    Seneca

  46. Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten: oft lügt der Geist über die Seele.

    Friedrich Nietzsche

  47. Die Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

    Theodor Heuss

  48. Nicht die sichtbare und vergängliche Materie ist das Wirkliche, Reale, Wahre - sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist.

    Max Planck

  49. Schämen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit …

    Albert Einstein

  50. Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe

    Jonathan Swift

  51. Es ist leichter, Liebhaber als Ehemann zu sein, weil es schwerer ist, alle Tage Geist zu haben, als von Zeit zu Zeit eine hübsche Bemerkung zu machen.

    Honoré de Balzac

  52. Zweifel ist kein angenehmer geistiger Zustand, doch Gewissheit ist ein lächerlicher

    Voltaire

  53. Bei jungen Frauen ersetzt die Schönheit den Geist, bei alten der Geist die Schönheit.

    Charles-Louis de Montesquieu

  54. Die größte Sünde gegen den menschlichen Geist ist, Dinge ohne Beweis zu glauben

    Thomas Henry Huxley

  55. Durch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem das Geld den Geist vernichtet hat.

    Oswald Spengler

  56. Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist

    Christian Morgenstern

  57. Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …

    Johann Nepomuk Nestroy

  58. Nur wo Körper- und Geistestätigkeit in geordneter lebendiger Wechselwirkung stehen, ist wahres Leben.

    Friedrich Fröbel

  59. Zu jeder Zeit liegen einige große Wahrheiten in der Luft; sie bilden die geistige Atmosphäre des Jahrhunderts.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  60. Wohlbehagen ermattet den Geist, Schwierigkeiten erziehen und kräftigen ihn.

    Francesco Petrarca