
Junge Leute tragen im Geistigen oft eine Perücke, aber aus eigenem Haar.
Bedeutung
Hofmannsthals Bild der geistigen Perücke beschreibt junge Menschen, die fremde Formen tragen und doch aus eigenem Material bestehen. Sie wirken vielleicht nachgeahmt, modisch oder künstlich, entwickeln aber ihre geistige Erscheinung aus dem, was ihnen selbst gehört. Der Satz ist zugleich ironisch und verständnisvoll. Jugend probiert Rollen, Stile und Ideen aus. Auch wenn das Ergebnis wie Verkleidung wirkt, kann darin echte, eigene Entwicklung liegen. Nachahmung wird so zu einem Übergang auf dem Weg zur Eigenständigkeit.
Verwendung
Geeignet für Texte über Jugend, Bildung, Stilfindung, Literatur und geistige Entwicklung. Der Ton ist fein ironisch. Gut verwendbar in Essays, Schul- oder Universitätskontexten, weniger für einfache Glückwunschkarten. Besonders geeignet für bildungsnahe Zielgruppen und literarische Sprache. Besonders für literarische Porträts. Mit feiner Ironie. Gut platzierbar.
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Über Hugo von Hofmannsthal
Über den Autor
Schriftsteller und Dramatiker · Österreichisch · 1874 - 1929
Hugo von Hofmannsthal (1874–1929) war ein österreichischer Lyriker, Dramatiker und Librettist, der als Mitbegründer der Salzburger Festspiele die Wiener Moderne mitgeprägt hat.
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Als Vertreter des Fin de Siècle verfasste Hofmannsthal bereits in jungen Jahren vielbeachtete Lyrik und Dramen. Er arbeitete eng mit dem Komponisten Richard Strauss zusammen und schrieb Libretti für Opern wie „Der Rosenkavalier" und „Elektra". Seine Gründungsbeteiligung an den Salzburger Festspielen 1920 sicherte ihm ein bleibendes kulturelles Erbe.

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