Sprüche über Besitz
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Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger.
Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen.
Für Geld kann man den Teufel tanzen sehen.
Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen.
Wer nach Geld heiratet, verliert seine Freiheit.
Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten was.
Geld hat einen feigen Hals.
Geld hat manchen an den Galgen gebracht.
Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.
Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von den Bäumen schütteln kann man es nicht.
Schlechtes Geld kommt immer wieder.
Es ist alle Tage gut Geld annehmen.
Bei Geld ist gut wohnen.
Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.
Geliehen Geld soll man lachend bezahlen.
Sein Geld ist so dumm wie er.
Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.
Liebe hat mit Besitz oder Nichtbesitz des geliebten Wesens weniger zu tun, als wir oft meinen. Die Hauptsache für unser inneres Glück: von ihr besessen zu sein.
— Emanuel von Bodman
Gold macht taub, Glück macht blind.
Gold liegt tief im Berge, aber der Kot am Wege.
Es ist nicht alles Gold, was da gleißt.
Wenn Gold redet, schweigt alle Welt.
Ein Quentlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.
Wo man mit goldenen Büchsen schießt, da hat das Recht sein Schloß verloren.
Hat mir's Gott beschert, so nimmt mir's St. Peter nicht.
Ist die Henne mein, so gehören mir auch die Eier.
Viel Kreuzer machen den Gulden.
Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.
Was dir nicht gehört, das streift eine Maus mit dem Schwanz weg.
Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.
Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.
Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene.
Ein ersparter Pfennig ist zweimal verdient.
Wer den Pfennig nicht achtet, wird keines Gulden Herr.
Mit dem Pfennig fängt man an zu spielen.
Ein ungerechter Pfennig frißt zehn andere.
Böser Pfennig kommt allzeit wieder.
Es ist ein böser Pfennig, der einen Gulden schadet.
Es ist ein guter Pfennig, der einen Gulden erspart.
Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt ein Dreierlicht.
Pfennigsalbe schmiert wohl zu Hofe.
Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.
E i n Pfennig klingt nicht.
Ein guter Hausvater muss drei Pfennige haben: einen Ehrenpfennig,Zehrpfennig und Notpfennig.
An einem Pfennig sieht man, wie ein Gulden gemünzt ist.
Was den Raben gehört, ertrinkt nicht.
Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.
Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.
Geist ist in sich, und was er wahrnimmt, was er aufnimmt, das ist seine eigene Richtung, sein Vermögen.
— Bettina von Arnim
Ach, mein liebes Geld. Mein liebes Geld, mein bester Freund! Man hat dich mir gestohlen. Meine Stütze habe ich verloren, mein Trost und meine Freude.
— Jean-Baptiste Molière
Wer etwas zu verkaufen hat, gilt nicht als arm.
Taste aber nur einer das Eigentum an, und der Mensch mit seinen Leidenschaften wird sogleich da sein
— Johann Wolfgang von Goethe
Zuviel ist bitter, und wenn es lauter Honig wäre.
Eine schöne Jungfrau trägt ihr Heiratsgut im Angesicht
— Christoph Lehmann
Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.
— Ludwig Marcuse
Ich habe was zu sinnen, ich hab, was mich beglückt, in allen meinen Sinnen bin ich von ihr entzückt.
— Achim von Arnim
Man mag über Naturschönheiten die Achseln zucken, es ist doch herrlich für ein Volk, ein schönes Land zu besitzen, wenn es auch arm ist.
— Fridtjof Nansen
Was ich besessen, bleibt unvergessen, macht schön das Erinnern, macht tragbar das Leid.
Manche Leute haben nichts weiter von ihrem Vermögen, als die Furcht es zu verlieren.
— Antoine de Rivarol