Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 11
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Das beste Einkommen ist Redlichkeit
Wer will wohl und selig sterben, lass sein Gut den rechten Erben
Viele Erben machen schmale Teile.
Wer einen Heller erbt, muss einen Taler bezahlen.
Du hast noch kein Erbe mit ihnen geteilt!
Wenn nicht viel im Fass ist, kann man nicht viel daraus zapfen
Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will
Gib nie das Fell, wo du mit der Wolle zahlen kannst
Mit Haben, Gewinnen, Besitzen, Genießen schließt der Ideenkreis eine Kette um den Menschen, die ihn an Staub und Erde fesselt.
— Johann Georg Adam Forster
Selig sind die Rücksichtslosen, denn sie werden das Erdreich besitzen.
— Peter Hille
Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.
— Aristophanes
Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann
Was die Frau erspart, ist so gut, als was der Mann erwirbt
Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt, muss die Wirtschaft zugrunde gehen
Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen kann
Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.
Freiheit und eigener Herd sind großes Geldes wert
Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen
Eine Kuh im Frieden ist besser als drei im Kriege
Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege
Fried und ein neugebautes Haus sind nimmer zu teuer
Horoskope liest, wer nicht hat, was er braucht. Die Horoskope bringen's nicht.
— Else Pannek
Ein Reicher ohne Freigebigkeit ist ein Baum, der weder Früchte noch Schatten gibt.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Jedermann beklagt sich über die äußerste Teurung und fährt doch fort, Geld auszugeben und den Luxus zu vermehren, über den er sich beschwert.
— Johann Wolfgang von Goethe
Mit Geld kann man einen guten Hund kaufen, aber es wird nicht das Wedeln des Schwanzes erworben.
— Joseph Billings
Reich ist, wer viel hat. Reicher ist, wer wenig braucht. Am reichsten ist, wer viel geben kann.
— Gerhard Tersteegen
Gerechtigkeit ist die Versicherung, die auf unserem Leben und auf dem Vermögen ruht. Gehorsam ist die Prämie, die wir dafür bezahlen.
— William Penn
Den Geist? Als ob es Weiber gäbe, die ihn liebten. Schöne Gestalt gefällt ihnen und Reichtum.
— Ulrich von Hutten
Gefragt, was auf Erden das Seltenste sei, antwortet einer: was allen gehört, der gemeine Verstand.
— Giacomo Leopardi
Freunde haben. Es ist ein zweites Dasein. Jeder Freund ist gut und weise für den Freund, und unter ihnen geht alles gut ab.
— Baltasar Gracián y Morales
Gegenseitige Hilfe macht selbst arme Leute reich
Es wird sehr oft vergessen, dass es weit schwerer ist, zu erhalten und zu verwalten, als zu erobern.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum
Hör auf, dein Geld zu zählen. Gib den Armen, und du wirst reich
Hoffnung ist das einzige Gut, das allen Menschen gemein ist; selbst diejenigen, die nichts besitzen, besitzen noch Hoffnung.
— Thales von Milet
Das köstlichste Gut, das ein vernünftiger Mensch besitzt, ist seine freie Zeit
— Carl Friedrich Paul Ernst
Dem Vogel ein Nest, der Spinne ein Netz, dem Menschen - Freundschaft
— William Blake
Reichtümer sind nicht das Ziel des Lebens, sondern ein Mittel zum Leben.
— Henry Ward Beecher
Die Kunst, reich zu werden, ist im Grunde nichts anderes, als die Kunst, sich des Eigentums anderer Leute mit ihrem guten Willen zu bemächtigen.
— Christoph Martin Wieland
Wenn das Leben vollendet ist, gehen wir mit leeren Händen fort.
Keine zauberwirkende Rune ist wunderbarer als ein Buch. Bücher sind das auserlesene Besitztum der Menschen.
— Thomas Carlyle
Vergiß nicht, Glück hängt nicht davon ab, wer du bist, oder was du hast, es hängt nur davon ab, was du denkst.
— Andrew Carnegie
Das Wichtigste ist Charakter, wichtiger als Geld oder Besitz oder irgendwas sonst.
— John Pierpont Morgan
Wer Glück will muss erwerben, was ihm kein Schicksalsschlag entreißen kann.
— Augustinus
Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat.
Freunde dich mit eines Mannes guten Eigenschaften, nicht mit seinem Vermögen an
Ein Taler, der in deinem Beutel, wird dich vor anderen mehr erheben als zwanzig, die du ausgegeben.
— Barthold Heinrich Brockes
Technik kann jeder Schafskopf haben, kann jeder lernen.
— Arnold Böcklin
Wer Geld hat, ist ein Drache, wer keines hat, ein Wurm
Ob Mann oder Frau: Immer werden Besitz und Person gemeinsam die ganze Persönlichkeit ausmachen. Werden sie aber getrennt, bleibt von beiden nichts.
— Gottfried von Strassburg
Ein Grundirrtum der Eltern ist, dass sie die Kinder als ihr Eigentum, ihre Leib- und Seeleneigenen betrachten, von denen und an denen zu zehren ihr Recht ist.
— Hedwig Dohm
Damit die Bürger wohlhabend werden, ist zweierlei nötig: Arbeit und Sparsamkeit.
— Thomas Hobbes
Ein Ziel im Leben ist das einzige Vermögen, das sich zu erwerben lohnt.
— Robert Louis Stevenson
Wenn du fragen musst, wieviel es kostet, kannst du es dir nicht leisten.
— John Pierpont Morgan
Eine Insel ist nicht mehr wert als das Festland, wenn sie zu groß ist.
— David Herbert Lawrence
Geld ist eine Art Instinkt. Geld machen ist eine Art Naturveranlagung im Menschen.
— David Herbert Lawrence
Die Menschen streben nach Dingen, die sie nicht brauchen, und vernachlässigen ihre wahren Segnungen: das Geschenk ihrer Sinne, die wir mit Fug und Recht unser eigen nennen können.
— Mary Wortley Montagu
Es ist die Natur des Reichtums, dass mit seinem Wachsen auch der Durst nach ihm, die Armut, wächst
— Francesco Petrarca
Wer die See beherrscht, beherrscht den Handel dieser Welt; wer den Handel der Welt beherrscht, herrscht über die Reichtümer dieser Welt und damit über sie selbst
— Sir Walter Raleigh
Das Wissen kommt und geht, die Weisheit bleibt.
— Alfred Lord Tennyson