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Sprüche über Besitz

707 Sprüche — Seite 10

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Völlige Sicherheit, stets geheiligtes Eigentum eines jeden über seine Person und sein Vermögen, darin besteht die wahre soziale Freiheit.

    Antoine de Rivarol

  2. Nichts bindet den Geist so stark wie Besitz. Die Furcht vor Verlust läßt keinen Frieden, die Hoffnung auf Erwerb keine Ruhe aufkommen.

    August Strindberg

  3. Ein Bauer ohne Land ist wie ein Literat ohne Bücher

  4. Selbst wenn der Koch eine Fliege kochen würde, würde er einen Flügel für sich behalten.

  5. Ein fleißig herumgetragener Bettelsack ernährt seinen Herrn.

  6. Tee, Kaffee und Leckerli bringen den Bürger ums Äckerli.

  7. Es kommt darauf an, dass sich ein Kapital bildet, was nie ausgeht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  8. Freiheit kann man einem Menschen zwar lassen, aber nicht geben.

    Friedrich von Schiller

  9. Auch wenn man seine Frau nicht liebte, glaubt man, bei der Scheidung ein kleines Vermögen verloren zu haben.

  10. Entfremdet und entwürdigt ist nicht nur der, der kein Brot hat, sondern auch der, der keinen Anteil an den großen Gütern der Menschheit hat.

    Rosa Luxemburg

  11. Jeder will Freiheit haben, und niemand will sie geben.

    Oliver Cromwell

  12. Die Freiheit ist ein Gut, das alle anderen Güter zu genießen erlaubt.

    Charles-Louis de Montesquieu

  13. Es gibt Tugenden, die man nur ausüben kann, wenn man reich ist

    Antoine de Rivarol

  14. Die Gegenwart, in der der Mensch lebt, wird nicht für ihn genußreich durch ruhigen Besitz des Erworbenen, sondern durch das Streben nach höheren Zielen.

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg

  15. Ein natürlicher Appetit läßt uns nicht nur nach dem Besitz von Wissen (scientia), sondern nach dem Besitz von Weisheit (sapientia) streben, nach Wissen also, das man schmecken kann (scientia sapida).

    Nikolaus von Kues

  16. Wenn die Reichen die Armen ihrer Rechte berauben, so wird das ein Beispiel für die Armen, die Reichen ihres Eigentums zu berauben.

    Thomas Paine

  17. Ein Mensch, der kein Eigentum erwerben darf, kann auch kein anderes Interesse haben, als so viel wie möglich zu essen und so wenig wie möglich zu arbeiten.

    Adam Smith

  18. Wertschätzung ist etwas Wundervolles. Was andere auszeichnet, wird so unser Besitz

    Voltaire

  19. Das Glück gleicht oft den reichen, verschenderischen Frauen, welche die Häuser ruinieren, denen sie eine große Mitgift zugebracht haben.

    Nicolas Chamfort

  20. Das Geld hat keinen Schaden davon, wie es erworben wurde, aber dem, der es erwirbt schadet es.

    John Steinbeck

  21. Das gibt's nicht: Gerade genug Geld. Es gibt nur zweierlei: Kein Geld und nicht genug Geld.

    John Steinbeck

  22. Ein Volk, das ein wahres, volkstümliches Bücherwesen besitzt, ist Herr von einem unermesslichen Schatze.

    Friedrich Ludwig Jahn

  23. Besser ohne Abendessen zu Bette gehen als mit Schulden aufstehen

  24. Freundlich abschlagen ist besser denn mit Unwillen geben.

  25. Wer akzeptiert, muss bezahlen.

  26. Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.

  27. Mit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.

  28. Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.

  29. Reicher Leute Krankheit und armer Leute Braten riecht man weit.

  30. Es gilt mir gleich eine Arme oder eine Reiche, wenn sie nur Geld hat!

  31. Die Armen müssen tanzen, wie die Reichen pfeiffen.

  32. Die Armen helfen die Füchse fangen, die Reichen in den Pelzen prangen.

  33. Der Arme isst, wann er was hat, der Reiche, wann er will.

  34. Armer Leute Gäste gehen früh nach Haus.

  35. Gift findet man nicht in armer Leute Küchen.

  36. Arme Leute sind in ihrem eigenen Haus nicht daheim.

  37. Es verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Tasche.

  38. Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.

  39. Der Armut geht wenig ab, dem Geize alles.

  40. Wenn die Armut zur Tür eingeht fliegt die Liebe zum Tempel hinaus.

  41. Armut und Alter, das sind zwei schwere Bürden, es wär' an einer genug.

  42. Armut ist keine Schande, aber ein leerer Sack steht nicht gut aufrecht.

  43. Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.

  44. Es ist hart, was Besseres riechen und was Schlechteres kriegen.

  45. Wer sein Bett verkauft, muss auf dem Stroh liegen.

  46. Geht es an die Steuer zum gemeinen Nutzen, so sucht jedermann den Bettelmantel hervor.

  47. Wer nichts im Beutel hat, muss mit der Haut zahlen.

  48. Wenn der große Beutel kommt, so verwirft man den kleinen.

  49. So geht es in der Welt, der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.

  50. Es ist keinem zu verdenken, der bezahlt sein will.

  51. Wer nicht kann blechen der lasse das Zechen.

  52. Wer borgt ohne Bürgen und Pfand, dem sitzt ein Wurm im Verstand.

  53. Wer will verderben, der borge Geld und kaufe Erben.

  54. Was du mit Gelde nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank.

  55. Alte Diener, Hund und Pferd sind bei Hof in gleichem Wert.

  56. Leichter ein Dorf vertan als ein Haus erworben

  57. Ein Edelstein gilt so viel, als ein reicher Narr dafür geben will

  58. Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.

  59. Wer sein eigner Herr kann sein, geh' keinen Dienst bei Herren ein.

  60. E i n Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre