Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 12
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Das Glück liegt im Wünschen. Erfüllung ist zugleich Zerstörung.
— Herbert Spencer
Arme Menschen gibt's, die nichts – nichts! – besitzen als ihren Reichtum.
— Otto Weiss
Dies und jenes fehlt der Frau so lange nicht, bis sie bemerkt, dass eine ihrer Freundinnen es hat.
— Otto Weiss
Was jeder von uns gern sammeln möchte: Medaillen ohne Kehrseite.
— Otto Weiss
Wie vieles, was wir auf die Erde werfen, wird, wenn's ein andrer aufhebt, ein Juwel
— George Meredith
Einem anderen gehöre nicht, wer sein eigener Herr sein kann
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Auf Erden nichts geschaffen ist, was hat Bestand für lange Frist.
— Bernhard Freidank
Man erbt kein Vermögen, man erbt Verantwortung.
— Reinhard Zinkann
Eigentum ist eine Falle: was wir zu besitzen glauben, besitzt tatsächlich uns.
— Alphonse Karr
Reichtum beglückt, wenn wir ihn besitzen, und macht tief unglücklich, wenn er uns besitzt.
— Heinrich Lhotzky
Die Kraft, Reichtümer zu schaffen, ist unendlich wichtiger als der Reichtum selber
— Friedrich List
Alles Große besteht aus Kleinem. Wer vom Kleinen nicht Besitz nimmt, kann das Große nie erwerben
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Jede Gegend nimmt mit der Zeit die Seelen ihrer Einwohner an sich.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Die einzige Möglichkeit nicht über Geld nachzudenken ist, eine Menge davon zu haben
— Edith Wharton
Dem Reichen bleiben seine Schätze oft ungeschmälert, keine Lücke reißt das unerbittliche Schicksal. Dem Armen wird oft sein einziges Gut genommen. So ist es gewesen von Anfang, so wird es bleiben in a …
— Sophie Alberti
Nichts will so zart, so unausgesetzt gepflegt sein, als die Blume des Besitzes. Wenige bedenken das und lassen daher ihr Schönstes verkommen. Eine verwelkte Liebe, ein verstorbenes Vertrauen blüht nim …
— Henriette Wilhelmine Hanke
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen
— Simone Weil
Wissen ist eine Vorratskammer, ein Vorrat, Wissen ist geistiges Haben.
— Rahel Varnhagen von Ense
Mein Vermögen sind meine Freunde
— Emily Elizabeth Dickinson
Was wir haben, können wir verlieren, aber doch niemals was wir sind!
— Wilhelmine von Hillern
Ich habe nie ausschließlich über Geld nachgedacht,sondern eher geglaubt, dass wir geboren sind um glücklich zu sein, wobei der sicherste Weg sich elend zu fühlen, ist, den Wert des Geldes zu überschät …
— Mary Seacole
Jedermanns Geschäft ist das Geschäft von niemand und niemands Geschäft ist mein Geschäft
— Clara Barton
In der Tiefe ihres Gemütes verbirgt die Menschheit ihre Schätze.
— Rahel Varnhagen von Ense
Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.
— Jane Austen
Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum.
Was wir auch in dieser Welt erlangen mögen, ist doch die Liebe das höchste Glück.
— Philipp Otto Runge
Die Liebe zum Geld wächst in gleichem Maße wie das Geld selbst
— Juvenal
Um verlorenes Geld und Gut werden die aufrichtigsten Tränen geweint.
— Juvenal
Unerträglicher nichts als ein Weib mit großem Vermögen.
— Juvenal
Das Schwierigste ist es, weniger zu nehmen, wenn man mehr bekommen kann
— Kin Hubbard
Optimistisch sein, nachdem man alles hat, was man sich wünscht, zählt nicht.
— Kin Hubbard
Das gehört auch zu den Wundern des Lebens, dass die Menschen das Größte, was sie besitzen, wieder vergessen können.
— August Pauly
Dass wir ein Inneres besitzen, von dem wir die Welt ausschließen können, in das auch kein König einbrechen kann, das ist doch ein herrliches Gefühl.
— August Pauly
Wir haben auch unter uns Menschen solche Tiefseefische mit großen gierigen Augen und gewaltigen Mäulern, welche umherschießen, um den Nutzen zu verschlingen.
— August Pauly
Mehr noch als der Reiche, der sein Geld in eisernen Truhen verwahrt hat, musst du vor dem Räuber Schicksal zittern, der du deine Schätze in Menschenherzen angelegt hast.
— August Pauly
Unser ganzes Leben hindurch zieht die Erde an uns, als wollte sie uns Flüchtlinge wieder haben, und endlich bekommt sie uns auch.
— August Pauly
Es gibt keine materielle Macht, welche den sittlichen Mächten über den Kopf wachsen könnte, ohne den Untergang ihrer selbst vorzubereiten.
— August Pauly
Wenn das Große einmal der Menge gehört, ist es ein Götze geworden.
— August Pauly
Es muss doch an jedem Menschen etwas Wertvolles sein, dass man ihn zuletzt wie einen Schatz vergräbt.
— August Pauly
Mit dem Lernen betrügen wir die Zeit, die alles mit sich fortnimmt. Sie muss uns etwas zurücklassen.
— August Pauly
Wenn man Brot und Wasser hat, dann darf man sogar mit Zeus an Glückseligkeit wetteifern.
— Epikur
Wer äußere Dinge als letzte Ziele erstrebt, kann nicht zur inneren Freiheit durchdringen.
— Friedrich Paulsen
Für beides danken, für das, was wir haben,und für das, was wir nicht brauchen.
— Christian Geyer
Wir können der Wirklichkeit nicht habhaft werden. Sie muss gestutzt, gekürzt, geknetet, ja, sie muss umgeglüht werden, und der Ofen, in dem die Umglühung vorgenommen wird, ist die Phantasie.
— Jakob Wassermann
Steck deine Interessen nicht in Geld, sondern dein Geld in deine Interessen.
— Oliver Wendell Holmes
Unrecht Gut kommt nicht an den dritten Erben.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Gäbe man einem Menschen alle Herrlichkeit der Welt, was hilft's, wenn er keinen Freund hat, dem er es sagen kann?
— Friedrich Wilhelm Kaulisch