Sprüche über Vergänglichkeit
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Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.
Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.
Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.
— Christian Friedrich Hebbel
Es gibt nichts, das so absolut ist wie Zeit und nichts, das so relativ ist wie ihre Dauer.
— Josef Bordat
Unglückliches Geschick der Menschen! Kaum ist der Geist zu seiner Reife gelangt, beginnt der Körper dahinzuwelken.
— Charles-Louis de Montesquieu
Glück tut auch weh, nicht nur der Schmerz, weil wir, wenn wir darin stehen, wissen, dass es vergeht.
— Emanuel von Bodman
Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.
— Napoleon
Die Sonne sank, bevor es Abend wurde.
Das ganze Leben wird dem Glücklichen zu kurz. Dem Leidenden nimmt eine Nacht kein Ende.
— Max Jacob
Nimm die Zahl deiner Jahre mit Freundlichkeit an und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.
Man sagt "in jungen Jahren" und "in alten Tagen". Weil die Jugend Jahre und das Alter nur noch Tage vor sich hat.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der Pfingsttag kennt keinen Abend, denn seine Sonne, die Liebe, geht nie unter.
— Theodor Fontane
Staatsmänner und schöne Frauen haben kein Gefühl für ihren allmählichen Verfall.
— Philip Chesterfield
Unrecht ist gegraben in Metall. Wohltat in die Flut geschrieben.
Die Liebe kann, wie das Feuer, nicht ohne ständigen Antrieb bestehen; sie hört auf zu leben, sobald sie aufhört zu hoffen oder zu fürchten.
— François de la Rochefoucauld
Wem man alles verziehen hat, mit dem ist man fertig.
— Sigmund Freud
Wer die Menschen ruinieren will, braucht ihnen nur alles zu erlauben.
— Napoleon
Wage es anzufangen! Wer das rechte Leben stets herausschiebt, gleicht dem Landmann, der am Fluss darauf wartet, dass das Wasser ausläuft, bevor er ihn überquert.
— Horaz
Der größte Verlust für das Leben ist das Hinausschieben.
— Seneca
Tradition heißt nicht, Asche aufzubewahren, sondern die Flamme am Brennen zu halten.
— Jean Jaurès
Ein Freund ist schwer zu finden und leicht zu verlieren.
Laß dich nicht ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles geht vorüber.
— Theresia von Avila
Schafft den Gewinn ab, so wird es keine Diebe und Räuber mehr geben.
— Laotse
Die Mode ist eine charmante Tyrannei von kurzer Dauer.
— Zenon von Kition
Freundschaft ist wie eine Spur, die im Sand verschwindet, wenn man sie nicht beständig erneuert.
Die Tragödie des Alters beruht nicht darin, dass man alt ist, sondern dass man nicht mehr jung ist
— Oscar Wilde
Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe.
— Konfuzius
Übel gewonnen - übel zerronnen.
Das Leben ist so kurz, und die Menschen verstehen es nicht einmal, sich aus den doch noch bestehenden vierundzwanzig Stunden ein kleines, feines, flüchtiges Paradies zu machen!
— Peter Altenberg
Der menschliche Geist kann mit dem Körper nicht absolut zerstört werden, sondern es bleibt von ihm etwas übrig, das ewig ist.
— Baruch de Spinoza
Kein Feiertag, der kein Ende hat.
Zerstören geht schnell, aber das Bauen langsam.
Das Glück trägt den eigenen Sturz schon in sich selbst.
— Seneca
Wem man gibt, der schreibt es in den Sand. Wem man nimmt, der meißelt es in den Fels.
Wahrlich, unser Leben währet nur kurz, darum durchmesst seine Bahnen auf das Fröhlichste!
— Euripides
Eine wirkliche und wahrhafte Zauberin ist die Liebe: sie verwandelt Menschen, und sie erschafft Dinge, die es zuvor nicht gab - und wiederum nicht mehr gibt, wenn sie verschwunden ist.
— Diotima
Wer geliebt, kann nicht vergessen, wer vergisst, hat nie geliebt, wer geliebt und doch vergessen, hat vergessen, wie man liebt!
Sobald eine Mode allgemein geworden ist, hat sie sich überlebt.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören
— Jean Paul
Setzt dem stolzen Manne Gleichgültigkeit entgegen, und ihr nehmt seiner Macht den Stachel!
— Friedrich Maximilian von Klinger
Die Leidenschaften vernichten das Beste und die Besten.
— Heinrich Laube
Jugend ist die Zeit des Lebensgenusses, die Triumphe des Mannesalters und der Reichtum vorgerückter Jahre bieten keinen Ersatz für eine in genußloser Anstrengung vergeudete Jugend.
— Johann Nepomuk Nestroy
Der Mensch vergißt Schmerz viel rascher als Freude.
— Niccolò Tommaseo
Eine Spanne Zeit kann nicht mit einer Spanne Gold gekauft werden.
Alles Irdische ist vergänglich.
— Joseph Victor von Scheffel
Jede Mode kommt aus der Mode.
Das Jahrhundert ist vorgerückt; jeder einzelne aber fängt doch von vorne an.
— Johann Wolfgang von Goethe
Denn Liebe, sagt man, ist nur Hoffen und wird, gewährt, vom Tod betroffen.
— Carl Leberecht Immermann
Trägheit ist vernichtend. In homöopathischer Dosis jedoch ein Genussmittel.
— Else Pannek
Wenn der Mensch für den Gewinn auf der Strecke bleibt, bleibt es der Gewinn später auch.
— Else Pannek
Es gibt keine noch so schöne Rose, die nicht zur Hagebutte wird.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren.
— Johann Wolfgang von Goethe
Weisst du, was in dieser Welt mir am meisten wohl gefällt? Dass die Zeit sich selbst verzehrt, und die Welt nicht ewig währt.
— Friedrich von Logau
Alles, was war, ist nicht mehr. Alles, was sein wird, ist noch nicht. Das ist unser Unglück.
— Alfred de Musset
Bös' Gerücht nimmt immer zu, gut' Gerücht kommt bald zur Ruh.
— Bernhard Freidank
Leben ist eine Zusammenkunft, zu der immer nur eine begrenzte Zahl auf einmal eingeladen ist - und nie wird eine Einladung wiederholt.
— Hans Carossa
Ein Teil des Lebens geht zu Grunde, so oft eine Stunde verschleudert wird.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Die Eifersucht stirbt viel später als die Liebe.
— Herbert George Wells
Des Lebens große Stürme, wenn sie vorüber sind, so mögen sie dir scheinen, sie wären leichter Wind.
Länder und Geschlechter verjüngen sich – aber der Frühling des menschlichen Glückes blüht nur einmal. Der Rest ist Asche!
— Ernst Friedr. Ludwig Adolf Eckstein
Auf der Höhe des Lebens erblickt der Mensch sehr natürlich auch das Ende des Seins. Wer das Beste und Schönste genießt, fühlt eben in dem Augenblick, dass dieser nicht zum zweiten Mal wiederkehren kan …
— Bogumil Goltz
Von des Lebens Gütern allen ist der Ruhm das höchste doch, wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der große Name noch.
— Friedrich von Schiller