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Sprüche über Vergänglichkeit

474 Sprüche — Seite 7

Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.

Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.

  1. Der Vater liebt das Kind nur, solange die Mutter bei ihm bleibt.

  2. Was keine zeitweilige Pause kennt, ist nicht dauerhaft.

    Ovid

  3. Der Ruhm eines Hochmütigen wird schnell zur Schande.

    Publius Syrus

  4. Witz tötet, Humor macht lebendig! Er führt zum Nachdenken, während jener alles Denken wie durch einen scharfen Blitz beendet.

    Georg Christoph Lichtenberg

  5. Jeder Lenz bringt neue Lieder, jeder Tag bringt neues Licht. Vieles in der Welt kehrt wieder, doch die schöne Schulzeit nicht.

  6. ...... lerne Menschen kennen, denn sie sind veränderlich. Die dich heute Freundin nennen, schimpfen morgen über dich.

  7. Warte mit dem Lächeln nicht, bis du glücklich bist, denn es könnte ja passieren, dass du dann gestorben bist.

  8. Über Vergangenes mache dir keine Sorge, dem Kommenden wende dich zu.

  9. Die Gedanken kommen wieder, die Überzeugungen pflanzen sich fort, die Zustände gehen unwiederbringlich vorüber.

    Johann Wolfgang von Goethe

  10. Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, dass sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten

    Dante Alighieri

  11. Fernsehen. Fern von der Realität und jeglichem Sachverstand das nahende Ende sehen.

    Julian Scharnau

  12. Wenn nur die Zeit nicht so verginge, aber sie vergeht so wahnsinnig.

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  13. Je mehr sich Glück auf Glück häuft, desto mehr Gefahren laufen sie, auszugleiten und alle miteinander niederzustürzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  14. Zügellosigkeit hat zur natürlichen Folge Erschlaffung, Missbrauch der Freiheit den Verlust derselben.

    Friedrich von Schlegel

  15. Die Entsagungen sind vergänglich, ihr Lohn aber bleibt beständig.

    Jean-Jacques Rousseau

  16. Das Leben gleicht dem Feuer: Es beginnt mit Rauch und endigt mit Asche

  17. Schönheit ist wie eine Leibrente; wenn die Schönheit stirbt, so hört die Zahlung auf, und sie stirbt immer jung

    August von Kotzebue

  18. Wer eine neue wissenschaftliche Wahrheit entdeckt, musste vorher fast alles, was er getan hatte, zerstören.

    José Ortega y Gasset

  19. Lass uns heute Träume pflücken von dem Lebensbaum. Morgen ist es vielleicht zu spät, und alles bleibt ein Traum.

  20. Ein Tontopf wird früher oder später brechen, ein Feldherr früher oder später fallen.

  21. Viele Werke der Alten sind Fragmente geworden. Viele Werke der Neueren sind es gleich bei der Entstehung.

    Friedrich von Schlegel

  22. Rosen pflücke, Rosen blühn Morgen ist nicht heut! Keine Stunde laß entfliehen, Flüchtig ist die Zeit!

    Johann Wilhelm Ludwig Gleim

  23. Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus Kohle springt und verlischt.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  24. Schönheit ist Gesetzmäßigkeit. Schönheit erscheint, solange die Gesetzmäßigkeit empfunden wird. Sie schwindet, wenn unsere Sinne die Gesetzmäßigkeit nicht mehr erkennen.

    Walter Rathenau

  25. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  26. Das Leben besteht nicht aus siebzig Jahren, sondern die siebzig Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wann man will.

    Jean Paul

  27. Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.

    Friedrich Rückert

  28. Alles, was in der Welt verdorben worden ist, das ist aus guten Gründen verdorben worden.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  29. Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinnen, doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  30. Ein jeder Tag bricht dir was ab von deiner Schönheit bis ins Grab.

    H. J. Christoph von Grimmelshausen

  31. Tröste dich, die Stunden eilen, und was all dich drücken mag, auch die schlimmste kann nicht weilen, und es kommt ein anderer Tag.

    Theodor Fontane

  32. Sobald die Demokratie das, was sie sucht, die Gleichheit, erreicht hat, so gibt sie wohlfreien Preises die Freiheit auf

    Francois René de Chateaubriand

  33. Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.

    Richard Wagner

  34. Das Glück ist kein Geschenk- nur ein Darlehen.

    Theodor Fontane

  35. Ein jeder Kelch verschäumt, das Schönste welkt, und nichts auf Erden währt.

    Rupert Johann Hammerling

  36. Helden leben gern. Sie wissen wie kostbar und verletzlich Leben ist, haben Herz und Rückgrat es zu schützen.

    Else Pannek

  37. Republiken enden durch Luxus, Monarchien durch Armut

    Charles-Louis de Montesquieu

  38. Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen

    Theodor Körner

  39. Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht und Undank wird!

    Sophokles

  40. Wehe, die Welt ist alt, und der Abend für die menschlichen Dinge ist gekommen; und wer jetzt geboren wird, erhält Vernunft und Bewegung zu spät.

    Giacomo Leopardi

  41. Die Folianten vergilben, der Städte gelehrter Glanz erbleicht, aber das Buch der Natur erhält jedes Jahr eine neue Auflage.

    Hans Christian Andersen

  42. Man glaub gewöhnlich, es gibt keine Steigerungsform von tot. Diese gibt es aber doch: ausgestorben

    Martin Kessel

  43. Wie schnell alle Sterne verschwinden, sobald sich die Sonne erhebt.

    Friedrich von Bodenstedt

  44. Mit jeder untergehenden Monarchie verdunkelt sich der Himmel, denn er verliert einen Stern. Republik, das ist freigesetzte Scheußlichkeit

    Anatole France

  45. Wir sind das, was dann übrig bleibt, wenn das Vergängliche von uns genommen ist.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  46. Das Leben ist wie ein geschicktes Zahnausziehen. Man denkt immer, das Eigentliche sollte erst kommen, bis man plötzlich sieht, das alles vorbei ist

    Otto von Bismarck

  47. Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft aus ihnen schöpft

    Demosthenes

  48. Liebe verhungert nicht, aber sie stirbt oft an Verdauungsstörung.

    Anne Lenclos

  49. Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu springen. Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser herbei

    Heraklit von Ephesos

  50. Das Geschwätz zweier Menschen kann Häuser zum Einsturz bringen.

  51. Karriere ist ein Pferd, das ohne Reiter vor dem Tor der Ewigkeit anlangt.

    Thomas Hobbes

  52. Selbst ein dickes Seil fängt an einem Faden zu faulen an

  53. Vor der Ewigkeit ist alles nichtig.

    Michail Bakunin

  54. Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht

    Friedrich von Logau

  55. Wie kurz ist das Leben. Und warum wollen wir es mit unseren Beängstigungen noch mehr verkürzen?

    Ludwig Tieck

  56. Einer schlechten Sache müssen ihre Gegner nur unbegrenzten Spielraum lassen, sich selbst zugrunde zu richten.

    Richard Rothe

  57. Die Lust der Zerstörung ist gleichzeitig eine schaffende Lust.

    Michail Bakunin

  58. Lüge mag siegen, aber die Triumphe der Lüge sind bloß die Triumphe eines Tages.

    Thomas Babington Macaulay

  59. Zukunft ist etwas, was die meisten erst lieben, wenn es Vergangenheit geworden ist.

    Herman Melville

  60. Hoffnung ist der Kampf der Seele, die von dem, was vergänglich ist, losbricht und ihre Zeitlosigkeit bezeugt.

    Herman Melville