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Sprüche über Vergänglichkeit

474 Sprüche — Seite 8

Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.

Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.

  1. Und darein, woraus die Dinge entstehen, vergehen sie auch wieder, wie es bestimmt ist.

    Antiphon

  2. Die Zeit ist nur ein Wort oder ein Maß, aber kein reales Wesen.

    Antiphon

  3. Doch wie einen Zug im Brettspiel das Leben zu wiederholen das gibt es nicht.

    Antiphon

  4. Das Leben ist zu kurz für eine große Geschichte.

    Mary Wortley Montagu

  5. Selbst Kleider aus guten Perioden des Lebens sollten nicht verwahrt werden, denn man soll in altes Glück nicht zurück kriechen. Es ist somit Kraftvergeudung, alte Kleider zu tragen, sich mit seinen ei …

    Prentice Mulford

  6. Ungeduld treibt entweder das Gewünschte fort oder verzögert zumindest sein Kommen.

    Prentice Mulford

  7. Es gibt Tausende von Dingen, Ereignissen, Szenen in jedem, auch dem glücklichsten Leben, die viel besser vergessen wären; am meisten wohl die „glücklichen Erinnerungen“ - weil auch Glück ranzig wird.

    Prentice Mulford

  8. Keine Wunde ist in mir so vernarbt, dass ich sie ganz vergessen könnte

    Francesco Petrarca

  9. Alles besiegt und raubt die geizende Zeit, den Ruhm auch, und schafft uns ein zweites Sterben.

    Francesco Petrarca

  10. Ein ganz klein wenig Süßes kann viel Bitteres verschwinden lassen

    Francesco Petrarca

  11. Das Leben eilt dahin, und auch nicht eine kurze Zeit lässt es sich halten.

    Francesco Petrarca

  12. Und wenn schon in keinem Lebensalter irgend etwas von langer Dauer ist, so ist im Alter alles auf das kürzeste befristet.

    Francesco Petrarca

  13. Alle Lust der Welt ist ein kurzer Traum nur!

    Francesco Petrarca

  14. Jeder Schritt im Leben ist ein Schritt dem Tode entgegen.

    Casimir Delavigne

  15. Das Wissen kommt und geht, die Weisheit bleibt.

    Alfred Lord Tennyson

  16. Küsse vergehen, Kochkunst bleibt bestehen

    George Meredith

  17. Das Glück liegt im Wünschen. Erfüllung ist zugleich Zerstörung.

    Herbert Spencer

  18. Mit dem Menschen ist es wie mit dem Baum: er wächst von innen her und verdorrt auch so.

    Hermann Stehr

  19. Liebt das, was ihr zum zweiten Mal nie wiedersehen werdet.

    Alfred de Vigny

  20. In jedem Jahr sind die schönsten Tage am kürzesten.

    Otto Weiss

  21. Es gibt dumme Gedanken, die man nicht eher los wird, als bis man sie ausgeführt hat

    Otto Weiss

  22. Man badet zweimal nicht im selben Bach, erwacht nicht zweimal zu demselben Leben.

    Edward Young

  23. Wir bemerken die Zeit nur aus ihrem Verluste.

    Edward Young

  24. Eine Seele ohne Gedanken muss, wie ein Gebäude ohne Einwohner, bald in Verfall geraten.

    Edward Young

  25. Was nicht auf das Gesetz gegründet war, wird auch, vom Gesetz nicht geschützt, zugrunde gehen.

    Ferdinand Ebner

  26. Nichtstun ist die Weisheit derjenigen, die den Untergang von Narren miterlebt haben.

    George Meredith

  27. Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.

    Auguste Rodin

  28. Der Mensch sagt: Die Zeit vergeht. Die Zeit sagt: Der Mensch vergeht.

  29. Des Mannes Witz zu Ende geht, wenn er in großen Zorn gerät.

    Bernhard Freidank

  30. Auf Erden nichts geschaffen ist, was hat Bestand für lange Frist.

    Bernhard Freidank

  31. Glück ist recht wie ein Ball; Wer steiget, soll fürchten den Fall.

    Bernhard Freidank

  32. Gar oft ist ohne Recht zerronnen, was ohne Recht man hat gewonnen.

    Bernhard Freidank

  33. Unsere größte Not liegt im inneren Versiegen der Lebensquellen, und kein Mittel von draußen her kann diese Not erfassen und lindern.

    Sebastian Faber

  34. Ehe sie den Wert des Lebens erkannt, haben die meisten es schon halb durcheilt.

    Theodor Toeche-Mittler

  35. Das Leben zehrt den Tod auf, und nicht der Tod das Leben.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  36. Seine Individualität wahren muss man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.

    Fanny Lewald

  37. Es gibt für den Sterblichen kein Zurück; auch nicht eine Minute kehrt in gleicher Weise wieder.

    Sophie Alberti

  38. Verpasste Gelegenheiten kommen nicht wieder. Aber sie lehren uns, neue wahrzunehmen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  39. Altersproblem: Die Zeit nimmt ab und die Langsamkeit zu.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  40. Das, wofür du keinen Sinn hast, geht für dich verloren, wie die Farbenwelt dem Blinden.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  41. Liebe ist die größte Überzeugung. Ist diese zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.

    Rahel Varnhagen von Ense

  42. Wir sehen in den Kunstwerken aller Zeiten es am deutlichsten, wie das Menschengeschlecht sich verändert hat, wie niemals dieselbe Zeit wiedergekommen ist, die einmal da war

    Philipp Otto Runge

  43. Wir vertreiben uns die Zeit so lange, bis sie uns vertreibt.

    August Pauly

  44. Was sind wir, wenn all das, was wir zu sein glauben, was uns schwer und tastbar und wirklich macht, nur geliehene Bausteine sind, aus denen nach uns andere wieder aufgebaut werden können?

    August Pauly

  45. Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?

    August Pauly

  46. Es ist dem Verstand selber nicht wohl, wenn er ganz allein zurückgeblieben ist in der Seele eines Menschen und alles fortgegangen ist, was warm war.

    August Pauly

  47. Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.

    August Pauly

  48. Was wir so oft »Liebe« nennen, ist doch nichts weiter als ein kurzer Sinnenrausch. Ist er in seiner Sonderheit verflüchtigt, so tritt größtenteils herbe Unbefriedigung und nicht selten Trennung ein.

    Heinrich Martin

  49. Der Weisere trauert weniger um das, was das Alter nimmt, als um das, was es zurücklässt.

    William Wordsworth

  50. Die meisten Männer, die auf der Welt vorwärts kommen, vergessen das Vergnügen während der Zeit, in der sie ihr Vermögen erarbeiten; sie warten, bis sie es geschafft haben, und dann ist es für sie zu s …

    Samuel Pepys

  51. Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?

    August Lafontaine

  52. Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  53. Das Leben ist wie ein Hauch, das eine Weile sichtbar ist und dann wieder verschwindet

  54. Ich habe einen Horror vor dem Tod. Die Toten sind so schnell vergessen. Aber nach meinem Tod muss man sich einfach an mich erinnern.

    Emily Elizabeth Dickinson