
Schafft den Gewinn ab, so wird es keine Diebe und Räuber mehr geben.
Bedeutung
Laotse zieht eine radikale Konsequenz aus seiner taoistischen Weltsicht: Gier entsteht dort, wo Gewinn möglich und strukturell belohnt wird. Wer das Streben nach materiellem Vorteil gesellschaftlich beseitigt, entzieht damit Diebstahl und Raub ihre grundlegende Motivation und strukturelle Grundlage. Das klingt utopisch, ist aber eine tiefgreifende Systemkritik: Nicht der einzelne Mensch ist das eigentliche Problem, sondern die gesellschaftliche Struktur, die Habgier fördert und belohnt im konkreten menschlichen Alltag.
Verwendung
Passend für Texte über Wirtschaftsethik, soziale Gerechtigkeit, taoistische Philosophie oder Systemkritik. Geeignet für Seminare über Laotse, politische Essays oder Diskussionen über den Zusammenhang von Wirtschaftsordnung, Eigennutz und gesellschaftlicher Moral. Ton: systemkritisch, tiefgründig, philosophisch und provokant in passenden Sammlungen bei sorgfältiger Einordnung.
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Über Laotse
Über den Autor
Philosoph · 6. Jhdt.
Laotse (6. Jh. v. Chr.) war ein legendärer chinesischer Philosoph, dem das Daodejing zugeschrieben wird – das Hauptwerk des von ihm begründeten Daoismus.
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Ob Laotse tatsächlich existierte, ist bis heute ungeklärt: Der Chronist Sima Qian gestand im 1. Jahrhundert v. Chr. selbst, widersprüchliche Quellen vorzufinden. Das ihm zugeschriebene Daodejing entstand wohl spätestens im 4. Jahrhundert v. Chr. und wurde erst unter Han-Kaiser Jing (157–141 v. Chr.) unter diesem Titel zusammengefasst.
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