Sprüche über Geld
760 Sprüche — Seite 12
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Wer will wohl und selig sterben, lass sein Gut den rechten Erben
Viele Erben machen schmale Teile.
Wer einen Heller erbt, muss einen Taler bezahlen.
Du hast noch kein Erbe mit ihnen geteilt!
Wenn nicht viel im Fass ist, kann man nicht viel daraus zapfen
Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will
Gib nie das Fell, wo du mit der Wolle zahlen kannst
Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.
— Aristophanes
Geht der Wein aus, hört das Gespräch auf, geht das Geld aus, bleiben die Freunde aus.
Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann
Fragen kostet kein Geld und wird einem kein Zahn davon stumpf
Was die Frau erspart, ist so gut, als was der Mann erwirbt
Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt, muss die Wirtschaft zugrunde gehen
Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen kann
Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.
Freiheit und eigener Herd sind großes Geldes wert
Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen
Eine Kuh im Frieden ist besser als drei im Kriege
Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege
Fried und ein neugebautes Haus sind nimmer zu teuer
Gekaufte Freuden, die eine gähnende Leere ausfüllen sollen, sind wachsende Ungeheuer.
— Else Pannek
Gekaufte Anerkennung unterliegt dem Börsenkurs.
— Else Pannek
Für Steuergelder wurde gearbeitet. Sie sind es wert mit Sorgfalt und Achtung verwendet zu werden.
— Else Pannek
Für Ehrfurcht vor dem Leben können wir uns nichts kaufen. Alles, was gut und unbezahlbar ist, bekämen wir als Geschenk.
— Else Pannek
Dieses Land ist ein armes Land. Die Menschlichkeit wurde aus Kostengründen gestrichen.
— Else Pannek
Der Haushalt ist der Nerv des Staates. Daher muss er den profanen Augen der Untertanen entzogen werden.
— Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
Jedermann beklagt sich über die äußerste Teurung und fährt doch fort, Geld auszugeben und den Luxus zu vermehren, über den er sich beschwert.
— Johann Wolfgang von Goethe
Einem Land, in dem die Blumen teuer sind, fehlt die Grundlage der Kultur.
Luxus muss sein. Wenn die Reichen nichts verschwenden, verhungern die Armen.
— Charles-Louis de Montesquieu
Mit Geld kann man einen guten Hund kaufen, aber es wird nicht das Wedeln des Schwanzes erworben.
— Joseph Billings
In jedem Menschen steckt etwas von einem Komödianten und Profitjäger.
— Karel Capek
Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, dass man in einer Welt lebt, in der es überbewertet wird
— H. L. Mencken
Eher findet man einen, der für seinen Freund sein Leben opfert, als einen, der für den Freund einen Taler aufs Spiel setzt, geschweige denn ausgibt.
— Giacomo Leopardi
Hör auf, dein Geld zu zählen. Gib den Armen, und du wirst reich
Der Mensch schafft Reichtum, aber nicht der Reichtum Menschen
Geld hat überhaupt nichts mit Stil zu tun, aber natürlich ist es in jeder Situation nützlich.
— Friedrich Wilhelm Güll
Information ist die Währung der Demokratie
— Thomas Jefferson
Das Wichtigste ist Charakter, wichtiger als Geld oder Besitz oder irgendwas sonst.
— John Pierpont Morgan
In einem wenig besuchten Laden kauft man teuer.
Freunde dich mit eines Mannes guten Eigenschaften, nicht mit seinem Vermögen an
Ein Taler, der in deinem Beutel, wird dich vor anderen mehr erheben als zwanzig, die du ausgegeben.
— Barthold Heinrich Brockes
Mit Geld kannst du ein Buch kaufen, aber kein Wissen.
Die Arbeit ist immer mehr wert als der Preis, den man für sie zahlt. Das Geld verschwindet, die Arbeit aber bleibt.
— Maxim Gorki
Wer Geld hat, ist ein Drache, wer keines hat, ein Wurm
Geld macht Blinde sehend
Am glücklichsten ist, wer sowohl Geld spart, als auch ausgibt, denn beides macht Spaß
— Samuel Johnson
Bücher sind das Geld der Literatur, aber nur die Kostenzähler der Wissenschaft.
— Thomas Henry Huxley
Wer Almosen gibt, gewöhnt sich daran, Geld und Gut nicht mehr zu bewundern.
— Johannes Chrysostomos
Der Mensch ist ein geldgieriges Tier und diese Eigenschaft kommt allzu oft seiner Güte in die Quere.
— Herman Melville
Wenn du fragen musst, wieviel es kostet, kannst du es dir nicht leisten.
— John Pierpont Morgan
Die konsequente Nichtbeachtung von Regeln und Vorschriften führt relativ schnell zu ihrer Abschaffung, weil die konsequente Verfolgung ihrer Nichtbeachtung zu teuer würde.
— Christa Schyboll
Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet, sondern nur des Geldes willen, der bekommt gar nichts: Weder Geld noch Glück.
— Charles M. Schwab
Geld ist eine Art Instinkt. Geld machen ist eine Art Naturveranlagung im Menschen.
— David Herbert Lawrence
Es ist die Natur des Reichtums, dass mit seinem Wachsen auch der Durst nach ihm, die Armut, wächst
— Francesco Petrarca
Wie es in der materiellen Produktion und Konsumtion einen schädlichen Luxus gibt, so auch in der Literatur
— Wilhelm Schulz
Geld ist die einzige Macht, vor der die gesamte Menschheit auf die Knie fällt
— Samuel Butler
Geld bewirkt viel, ein kluges Wort kaum weniger
Niemand, der es schafft, 360 Tage im Jahr vor Sonnenaufgang aufzustehen, wird scheitern, seine Familie reich zu machen
— Edward C. Simmons
Weisheit in kleiner Münze ist, was Sprichwörter uns geben.
— George Meredith
Nur der Ehrgeiz altert nicht, und das, woran sich das tatenlose Alter am meisten freut, ist nicht, wie man behauptet, das Geld, sondern die Ehre.
— Thukydides