Sprüche über Mensch
938 Sprüche — Seite 13
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Ein Pedant ist ein Mensch, der geistig schlecht verdaut.
— Jules Renard
In seiner Kühnheit, alles in Kauf zu nehmen, stürzt sich der Mensch in verbotene Frevel.
— Horaz
Indessen ist es bezeichnend für die menschliche Eitelkeit, dass sich jeder einbildet, das ganze All kümmere sich um seine kleinsten Sorgen.
— Jonathan Swift
Sinnlich beginnt der Mensch, dann denkt er, endlich glaubt er.
— Ludwig Börne
Studiere die Menschen, nicht um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in Ihnen aufzuwecken und in Bewegung zu setzen.
— Gottfried Keller
Eine jede Arbeit, welche den Menschen in Anspruch nimmt, macht den Menschen still und bewirkt, dass er sich in das gesellschaftliche Gefüge seiner Stelle einordnet.
— Carl Friedrich Paul Ernst
Nicht dem Menschen, der Gottheit nur geziemt die Rach' und Strafe.
— Christian Dietrich Grabbe
Das ist des Menschen Ruhm: Zu wissen, dass unendlich sein Ziel ist und doch nie still zu stehen im Lauf.
— Friedrich Schleiermacher
Die Gesetze der Natur sind wunderbar, aber ihr Räderwerk zermalmt viele Insekten wie die Regierungen viele Menschen.
— Antoine de Rivarol
Erträglich ist der Mensch als Einzelner. Im Haufen steht er der Tierwelt zu nah.
— Franz Grillparzer
Wenn man die Menschen lehrt, wie sie denken sollen, und nicht, was sie denken sollen, so wird auch dem Mißverständnis vorgebeugt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Das ganze Glück des Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu genießen.
— Blaise Pascal
Die Irrtümer des Menschen machen ihn eigentlich liebenswert.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Mensch bedarf des Lobes fast wie der Nahrung.
— Emanuel Wertheimer
Wenn ein Mensch mit Gott gut steht, der steht wohl, wenn's übel geht; denn er kann die höchsten Gaben, Vater, Bruder, Tröster haben.
— Friedrich von Logau
Der Mensch tut nicht alles aus sich selbst, er arbeitet auch dem Schicksal in die Hände.
— Ludwig Anzengruber
Ohne Ehe ist der Mensch überall und nirgends zu Hause.
— Bogumil Goltz
Jeder Mensch hat ein Gewissen. Es mahnt ihn, er soll nichts fürchten und soll nichts versäumen, was das Herz von ihm fordert.
— Bettina von Arnim
Jeder Mensch ist, wie alle, unvollkommen in allem, aber dennoch in irgendeiner Hinsicht vollkommener als in anderer; und so stellt er diese Vollkommenheiten den anderen Menschen gegenüber als Forderu …
— Leo Tolstoi
Die Menschen werden selten durch fremden Schaden klug
— Adolph Kolping
Man darf nur die meisten Menschen bestimmt nötig haben, um sogleich ihre Bösartigkeit zu wecken.
— Johann Gottfried Seume
Ein konsequenter Mensch glaubt an das Schicksal, ein launenhafter an den Zufall.
— Benjamin Disraeli
Der Mensch befindet sich niemals im Besitz uneingeschränkter Freiheit, sondern er besitzt nur eine zweiter Ordnung, zum Beispiel steht es ihm frei, das oder das zu essen, nicht aber, überhaupt nicht z …
— Antoine de Rivarol
Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muß es enträtseln, und wenn du es ein ganzes Leben lang enträtseln wirst, so sage nicht, du hättest die Zeit verloren. Ich beschäftige mich mit diesem Geheimn …
— Fjodor M. Dostojewski
Der schlimmste der Menschen ist der, wer keine Entschuldigung annimmt, keine Sünde deckt und keinen Fehler vergibt.
Es gibt ein altes Sprichwort: Ein Ermüdeter sucht Streit. Dasselbe gilt vom Hungrigen und Durstigen und überhaupt von jedem Menschen, den etwas quält.
— Seneca
Der Mensch ist von einer Kompliziertheit, die nur Individualitäten zuläßt.
— Friedrich Dürrenmatt
Man kann die Menschen entbehren, aber es bedarf eines Freundes.
Der Mensch ist einmal so von Gott geartet, daß er der Liebe nicht entraten kann und nicht entbehren soll, und zwar sein ganzes Leben hindurch
— Adolph Kolping
Nur Religion macht ein Volk; wo die Menschen keine Religion haben, da ist nur Masse
— Carl Friedrich Paul Ernst
Ohne Argwohn zu sein ist den meisten Menschen fast so, wie ohne Verstand zu sein.
— Ludwig Marcuse
Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.
— Friedrich Nietzsche
Gerade bei Kleinigkeiten, bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt er seinen Charakter.
— Arthur Schopenhauer
Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht
— Ludwig Börne
Doch jeder Jüngling hat wohl mal 'n Hang fürs Küchenpersonal, und sündhaft ist der Mensch im ganzen! ...
— Wilhelm Busch
Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen: beim Erwachen daran denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könnte
— Friedrich Nietzsche
Jeder Mensch ist ein besonderer Gedanke Gottes.
— Paul de Lagarde
Der Mensch ist der Faktor, der nie ganz aufgeht
— Friedrich Dürrenmatt
Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.
— Sophokles
Wären die Menschen in ihrem kleinen Garten geblieben, so hätten wir eine andere Vorstellung von Glück und Unglück als die, die wir jetzt haben.
— Charles-Louis de Montesquieu
Mensch: ein Tier, das Geschäfte macht; kein anderes Tier tut dies - kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.
— Adam Smith
Die Seele, das Wesen des Menschen, entzieht sich der Logik.
— Max Planck
Mensch: ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird, dass es nach Vernunftgesetzen handeln soll.
— Oscar Wilde
Fern der Heimat verliert ein Mensch sein Ansehen und eine Ware gewinnt an Wert.
Von einem bestimmten Alter an ist jeder Mensch für sein Gesicht verantwortlich
— Albert Camus
Ein großer Mensch ist der, der sein Kinderherz nicht verloren hat
Wenn man es fertigbringen könnte, dass die Leute auf ihrem richtigen Platze ständen und wollten stehen bleiben, dann wären wir weit, sehr weit.
— Adolph Kolping
Das Fortrücken in der Kalenderjahrzahl macht wohl den Menschen, aber nicht die Menschheit reifer.
— Johann Peter Hebel
Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, dass sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selbst durch ihre Begi …
— Demokrit
Wer die Kehrseite der Menschen gesehen hat, wie kann der noch stolz sein?
— Walter Rathenau
Das Laster ist die Natur des Menschen; die Tugend ist die Gewohnheit oder Maske.
— William Hazlitt
Die Welt wird alt und wird wieder jung, doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
— Friedrich von Schiller
Der Mensch wurzelt in seinen Ahnen, aber alle Dinge haben ihre Wurzeln im Himmel.
Ein Arzt hat eine Aufgabe, als ob ein Mensch in einem dunklen Zimmer in einem Buche lesen sollte.
— Christian Friedrich Hebbel
Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird.
— Christian Morgenstern
Menschen sind wir Rechenschaft schuldig nach dem Gesetz, aber Gott nach dem Herzen.
— Adolph Kolping
Man muss die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht bei ihrem Tode.
— Blaise Pascal
Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Und wenn der Mensch noch so gerne immer in das Fernste schweifen möchte; er wird doch immer wieder mit der Nase auf das Nächstliegende gestoßen.
— Wilhelm Raabe
Ein Mensch ohne Geld ist wie ein Wolf ohne Zähne.