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Sprüche über Leid

339 Sprüche — Seite 2

Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.

Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.

  1. Durch einen neuen Nachfolger wird jede Liebe überwunden.

    Ovid

  2. Die Menschen schämen sich nicht des Unrechts, das sie tun, sondern dessen, das sie leiden.

    Giacomo Leopardi

  3. Sei hochbeseligt oder leide: Das Herz bedarf ein zweites Herz. Geteilte Freud ist doppelt Freude, geteilter Schmerz ist halber Schmerz.

    Christoph A. Tiedge

  4. Aber, wenn er dies erfuhr, ging's ihm wider die Natur

    Wilhelm Busch

  5. Die Unglücksfälle in der Welt sind zahlreicher als die Pfanzen der Erde.

  6. Wir können weder alle zählen, denen Unheil widerfahren ist, noch auch nur einen von ihnen würdig beklagen.

    Giacomo Leopardi

  7. Wenn Allwissenheit denkbar wäre, so müsste sie die furchtbarste Qual der Hölle sein.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  8. Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die höchste.

    Berthold Auerbach

  9. Lieber will ich unter Qualen bluten, als glücklich sein aus Dummheit.

    Christian Dietrich Grabbe

  10. Zwischen Freude und Leid ist die Brücke nicht breit

  11. Freud und Leid sind einander zur Ehe gegeben

  12. Bisweilen kommt, nachdem das Schlimmste überstanden ist noch Schlimmeres.

    Otto Weiss

  13. Großes Glück ist die Feuerprobe des Menschen, großes Unglück nur die Wasserprobe.

    Jean Paul

  14. Wer trüge wohl des Lebens Bürden, die bald mit ihrem dumpfen Harm ein schwaches Herz erdrücken würden, gäb uns die Freundschaft nicht den Arm!

    Christoph A. Tiedge

  15. Der kann sein Leid vergessen, der es von Herzen sagt.

    Simon Dach

  16. An allen meinen Leiden ist nur die Liebe schuld.

    Giovanni Paisiello

  17. Denn im Unglück pflegen die Menschen früher zu altem.

    Hesiod

  18. Man kann nicht ohne weiteres sagen, dass Leid zum Aufbau des Charakters beitrage, ebenso oft trägt es auch zu seiner Zerstörung bei.

    John Steinbeck

  19. Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.

    Friedrich von Schiller

  20. Der Wille nämlich ist es, der dem Menschen Leiden verursacht.

    Katharina von Siena

  21. Trost wohnt im Himmel, und wir sind auf Erde wo nichts als Kreuz, als Sorg' und Kummer lebt

    William Shakespeare

  22. Vielleicht heißt "leiden" nichts anderes, als ein tieferes Leben führen.

    Alexandre Vinet

  23. Wenn du Unglück leidest, klage nicht den Himmel an, sondern beuge dein Haupt und setze dich mit deiner Seele auseinander.

  24. Wo Leid ist, ist Irrtum - wo Schmerz ist, muss immer etwas falsch sein.

    Prentice Mulford

  25. Meine Kunst ist mein Weib, mehr als genug, denn sie hat mich zeitlebens gequält. Und meine Kinder sind die Werke, die ich hinterlasse. Sollten sie auch nicht viel taugen, so werden sie doch eine Weile …

    Michelangelo

  26. Es gibt kein Glück im Wohlstand, durch Leiden wird das Glück erkauft

    Fjodor M. Dostojewski

  27. Wenn der Wunsch nach Glück ausreichte, um es herbeizuführen, gäbe es keine Leiden, denn niemand sucht das Leid

    Dalai Lama

  28. Je tiefer wir das Leiden durchschauen, umso näher kommen wir dem Ziel der Befreiung vom Leiden.

    Dalai Lama

  29. Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes Zuspruch.

    Euripides

  30. Unmenschen gibt es, aber keine Untiere

    Karl Julius Weber

  31. Durch die Liebe werden die bittersten Leiden süß, die wunderlichsten Begebenheiten gut, die kleinsten Werke groß und göttlich.

    Gerhard Tersteegen

  32. Kein Kummer ohne seinen Trost.

    Baltasar Gracián y Morales

  33. Wem nie durch Liebe Leid geschah, dem ward auch Lieb´ durch Lieb´ nie nah. Leid kommt wohl ohne Lieb´ allein, Lieb´ kann nicht ohne Leiden sein.

    Gottfried von Strassburg

  34. Sehnsucht involviert immer Ungeduld und bedeutet Leiden.

    Prentice Mulford

  35. Demnach würde zur Milderung des menschlichen Elends das Wirksamste die Verminderung, ja Aufhebung des Luxus sein.

    Arthur Schnitzler

  36. Obwohl ich dir die Ruhe gönne, ist voller Trauer mein Herz. Dich leiden sehen und nicht helfen können, war für mich der größte Schmerz.

  37. Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der Zurückbleibende leidet.

    Henry Wadsworth Longfellow

  38. Unser Schmetterling lernt fliegen. Es tut so weh.

  39. Ich hab' mein Leben überwunden, bin nun befreit von Schmerz und Pein. Denkt nur an unsere frohen Stunden, und laßt mich immer bei euch sein. Gönnet mir die ew'ge Ruh und deckt mich nicht mit Trän …

  40. Wer es dahin gebracht hat, dem eigenen Leben zuschauen zu können, ist den Leiden entronnen.

    Oscar Wilde

  41. Willst du glücklich sein? Dann lerne erst leiden.

    Iwan Turgenjew

  42. Verschließe nicht deine Augen vor dem Leiden und lasse dein Bewusstsein nicht für seine Existenz abstumpfen

    Buddha

  43. Die Dummheit ist die sonderbarste aller Krankheiten! Der Kranke leidet nie unter ihr. Die, die leiden, sind die anderen.

  44. Alles Leid ist Einsamkeit, alles Glück Gemeinsamkeit.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  45. Der Humor trägt die Seele über Abgründe hinweg und lehrt sie, mit ihrem eigenen Leid spielen.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  46. Wisset, dass dieses Leben ein Elend ist und keine Seligkeit.

    Ulrich Zwingli

  47. Wenn Du genug gelitten hast, wirst Du Dich an den Punkt bringen, der alles verändert.

  48. Frauen können Not, nicht aber Wohlstand teilen.

  49. Durch Zufall lernten wir uns kennen, doch war es nur für kurze Zeit, durch Schicksal werden wir uns trennen, vielleicht für alle Ewigkeit. Hab Dank für all die Stunden, die ich mit dir verbracht, …

  50. Wenn der Mensch zu seinem Leid von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und sein Leid von morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich.

    Rupert Johann Hammerling

  51. Wer sich zum Wurme macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird.

    Immanuel Kant

  52. Meine Sammlung von Lebensweisheiten: Lust und Leid liegen eng beieinander, Grenzüberschreitung kann Lust und Leid bedeuten. Sie lässt dich spüren, dass du lebst.

    Charles John Huffam Dickens

  53. Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen. Mit Geschwüren, die man nicht kratzen kann, ist man am allerschlimmsten dran.

  54. Leiden, Irrtum und Widerstandskraft halten das Leben lebendig.

    Gottfried Keller

  55. Gebunden führt der Schmerz uns alle durch das Leben. Sanft, wenn wir willig gehn, rauh, wenn wir widerstreben.

    Albrecht von Haller

  56. Der Tod bedeutet nichts anderes als Leben in rein geistigen, geläutertem, glückseligem Zustand, Befreiung der Seele vom erdenschweren Leid.

    Rudolf von Tavel

  57. Beten lernt man in Nöten.

  58. Zwischen dem Elend und dem Glücke gähnt eine tiefe Kluft. Die Hoffnung schlägt darüber die Brücke, aber sie hängt in der Luft.

    Heinrich Leuthold

  59. Wenn dein Leiden sich mehrt, so mehrt sich die Kraft, es zu tragen.

    Johann Kaspar Lavater

  60. Wir Menschen bereiten Schmerz schon bei unserem Eintritt in die Welt, und Jammer, wenn wir sie verlassen, und so ist es unsere Schuldigkeit, in der Zwischenzeit das Leiden zu bekämpfen und Freuden zu …

    Georg Ebers