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Sprüche über Leid

339 Sprüche — Seite 5

Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.

Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.

  1. Wir sollten offen sein für das, was uns eine späte Frucht zwischen dürr gewordenen Blättern sagt

  2. Alle lieben Engelein sollen immer bei dir sein, damit Böses von dir flieht und dir nie ein Leid geschieht.

  3. Erst das Leiden hat der Menschheit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen.

    Stefan Zweig

  4. Es kommt das Leid, es geht die Freud', es kommt die Freud', da geht das Leid - die Tage sind nimmer dieselben.

    Theodor Storm

  5. Jede Zeit hat ihre Wehen.

    Hermann Ferdinand Freiligrath

  6. Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges.

    Franz von Assisi

  7. Keine Lieb ohne Leid.

  8. Willst du dass dir kein Leid geschieht vom bösen Volk, so sing ihr Lied und werde selbst zum Bösewicht, so hassen sie dich länger nicht.

    Gottfried von Strassburg

  9. Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen.

  10. Oftmals wollt' ich schon verzagen und ich dacht' ich trag es nie und ich hab es doch getragen, aber, fragt mich bloß nicht, wie!

  11. Nackt, nass und hungrig werden wir geboren. Danach wird es nur noch schlimmer

  12. Zum Vorwärtskommen gehört Unangenehmes; wenn du höher hinauf willst als die große Menge, so mache dich zum Leiden bereit.

    Carl Hilty

  13. So ist eben das Leben seit jeher, alles gehört dazu: Leid und Trennung und Sehnsucht. Man muss es immer mit allem nehmen und alles gut und schön finden.

    Rosa Luxemburg

  14. O glücklich, wer ein Herz gefunden, das nur in Liebe denkt und sinnt und, mit der Liebe treu verbunden, sein schöneres Leben erst beginnt. Wo liebend sich zwei Herzen einen, nur eins zu sein in F …

    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

  15. Verachtung des Lebens ist leicht in harter Bedrängnis. Tapfer allein ist der Mann, welcher das Unglück erträgt.

    Martial

  16. Alte Wunde blutet leicht

  17. Jeder Mensch ist berufen, hier und jetzt sein Schicksal auf Erden anzunehmen

  18. Man möchte weinen, wenn man sieht, dass dies das Ende von dem Lied.

    Wilhelm Busch

  19. Herr! Schicke was du willst, ein Liebes oder Leides; ich bin vergnügt, dass beides aus deinen Händen quillt. Wolltest mit Freuden und wolltest mit Leiden mich überschütten! Doch in der Mitten …

    Eduard Mörike

  20. Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.

  21. Zeigt die trübe, dunkle Seite dir auch oft das Leben, ist's vom Bild doch nur der Schatten, um das Licht zu heben.

    Anastasius Grün

  22. Der höchste Schmerz, das höchste Glück, sie kennen keine Lieder; doch wenn das Leid gelindert ist, doch wenn das Glück gemindert ist, dann klingt es mächtig wieder.

    Wilhelm Hasenclever

  23. Wenn man den Hund schlagen will, so hat er Leder gefressen.

  24. Lieb ist Leides Anfang.

  25. Gezwungene Ehe - des Herzens Wehe.

  26. Wie wohl und wie wehe wird manchem in der Ehe!

  27. Selten wohl und allzeit wehe ist das täglich Brot der Ehe.

  28. Ehestand - Wehestand.

  29. Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

  30. Du suchst das Paradies und wünschest hinzukommen, wo du von allem Leid und Unfried bist entronnen. Befriedige dein Herz und mach es rein und weiß, so bist du selbst noch hier dasselbe Paradeis.

    Angelus Silesius

  31. Die Liebe hat für jedes Lebensalter seine Leiden

    Iwan Turgenjew

  32. Frauen sind im Unglück weiser als Männer, weil sie Übung darin haben.

    Eleonora Duse

  33. Für die Welt, die dunkel, in Leid verloren, ein Licht zu bringen, bist du geboren.

  34. Von dir, oh Liebe, nehm ich an den Kelch der bittern Leiden; Nur einen Tropfen dann und wann, nur einen deiner Freuden! So wird dein Kelch, oh Liebe, mir wie Feuerbecher glänzen; Auch unter Tränen …

    Johann Georg Jacobi

  35. Was ist des Menschen Leben? Ein Schwanken hierhin - dorthin - von Sorge zu Sorge. Ein Loch stopft man zu, - ein anderes ist gleich wieder da.

    Laurence Sterne

  36. Was ich besessen, bleibt unvergessen, macht schön das Erinnern, macht tragbar das Leid.

  37. Das Finden seiner selbst in dunklen Tagen ist meistens mehr Glücksache, als die Menschen gewöhnlich eingestehen wollen.

    Gottfried Keller

  38. Leid frisst das Herz und auch den Mut.

    Ernst Moritz Arndt

  39. Alles, was geschieht, ist nur Leid und Lied. Gott spielt auf der Harfe Trost sich zu.

    Klabund

  40. Wir haben alle Kraft genug, um die Leiden anderer zu ertragen.

    François de la Rochefoucauld

  41. Alle Robbenjagd ist eine gemeine, erbarmungslose Schlächterei, bei welcher sich Rohheit und Gefühllosigkeit verbinden.

    Alfred Edmund Brehm

  42. Sorgen sind meist von der Nesseln Art, sie brennen, rührst du sie zart; fasse sie nur an herzhaft, so ist der Griff nicht schmerzhaft.

    Franz Emanuel August Geibel

  43. Das Kind ist für die Mutter der Inbegriff allen Glückes. Kleine Sorgen können ihre ständige Seligkeit vorübergehend trüben, doch ihre große königliche Freude kann kein Leid töten.

    Paul Keller

  44. Meine Leiden sind das Werk der Natur, mein Glück aber ist mein Werk.

    Jean-Jacques Rousseau

  45. So sei und so reife… wie viel du auch littst, dass alle froh werden, wenn du ins Zimmer trittst!

    Cäsar Flaischlen

  46. Sentimentalität und Grausamkeit sind leibliche Schwestern.

    Alexander Alexandrowitsch Block

  47. Die Leiden sind wie Gewitterwolken, in der Ferne sehen sie schwarz aus, über uns kaum grau.

    Jean Paul

  48. Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.

    John Knittel

  49. Tröste dich, die Stunden eilen, und was all dich drücken mag, auch die schlimmste kann nicht weilen, und es kommt ein anderer Tag.

    Theodor Fontane

  50. Das Gefühl der Gesundheit erwirbt man durch Krankheit.

    Georg Christoph Lichtenberg

  51. Was können wir von einer Religion erwarten, die das Leid der Tiere ausklammert?

    Richard Wagner

  52. Klage dein Leid nicht den Ungetreuen, Die sagen: o Gott! und sich heimlich freuen.

    Friedrich Rückert

  53. Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich

    Rupert Johann Hammerling

  54. Freud und Leid sind nahe Nachbarn

  55. Jede Freud hat ein Leid auf dem Rücken

  56. Alt zu werden ist eine Gnade — aber nicht immer ein Vergnügen.

    Else Pannek

  57. Ungebeten spontan geäußerter Rat als Reaktion auf eine Schreckensnachricht vertreibt Mitgefühl und Trost.

    Else Pannek

  58. Der Krieg ist eine Plage, mit der Gott die Menschheit straft.

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  59. Wer die Gesundheit nicht achtet, dem wird es im Alter leid tun

  60. Ein Leidenskapitel muss jedes rechte Menschenleben haben, sonst wird nichts Rechtes daraus.

    Carl Hilty