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Sprüche über Gott

805 Sprüche — Seite 12

Wo menschliche Sprache an ihre Grenze gerät, beginnt oft das tastende Reden von Gott. In diesem Thema verdichten sich Ehrfurcht, Trost, Zweifel und die Sehnsucht nach einem Sinn, der über das Sichtbare hinausweist. Seit Jahrhunderten suchen Menschen Worte für das, was sie trägt, erschüttert oder rettet.

Seine religiöse Tiefe entfaltet sich nicht nur in Gewissheiten, sondern ebenso im Fragen, Hoffen und Vertrauen. Die Sprüche zu diesem Thema spiegeln jene Bewegung des Herzens, die zwischen Demut und Zuversicht ihren Ausdruck sucht und im Glauben mehr erkennt als bloße Lehre oder fromme Formel.

  1. Es ist Religion, an keinen Gott zu glauben - ihn glauben heißt, ihn lästern

    Ludwig Anzengruber

  2. Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild.

    John Milton

  3. Wie könnte einer Feind der Frau sein - sie sei, wie sie wolle? Mit ihren Früchten wird die Welt bevölkert, darum lässt Gott sie lange leben, auch wenn sie noch so garstig wäre.

    Philippus Theophrastus Paracelsus

  4. Vor Gottes Angesicht taugt grobe Hoffahrt nicht.

    Abraham a Sancta Clara

  5. Im kleinsten der Schöpfung zeigt sich des Schöpfers Macht und Huld am größten.

    Johann Gottfried Herder

  6. Der Mensch ist das Wesen, welches die oberste Stufe der sichtbaren Schöpfung einnimmt und das sich sogar für das Ebenbild Gottes ausgibt - worüber Gott sich jedoch nicht sehr geschmeichelt fühlen dürf …

    Johann Nepomuk Nestroy

  7. Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.

  8. Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat.

  9. Gott hat nur einen Gedanken, einen Willen, eine Meinung, ein Ziel: dass wir alle zu ihm kommen.

    Hermann von Bezzel

  10. Die Bibel ist ein Brief, den mein Gott mir hat schreiben lassen, wonach ich mich ausrichten soll und wonach mein Gott mich richten wird.

    Johann Albrecht Bengel

  11. Wider Zweifel und ärgerliche Gedanken ist das Lob Gottes ein bewährtes Mittel. Finsternis kann nicht anders als durch Licht überwunden werden.

    Johann Albrecht Bengel

  12. Gnade und Tugend bilden die Ordnung der Natur nach, die kraft göttlicher Weisheit gegründet ist.

    Thomas von Aquin

  13. Es gibt zwei Leute, die ich zufrieden stellen muß. Gott und Garfield. Mit Garfield muss ich hier leben, mit Gott im Jenseits.

    James A. Garfield

  14. Der Pastor baut den Acker Gottes und der Arzt den Gottesacker.

    Georg Christoph Lichtenberg

  15. Es gibt nichts Wunderbareres, nichts, was die Weisheit des Schöpfers bei den Verständigen heller bezeugt, als die Bewegung der fünf Planeten.

    Johannes Kepler

  16. Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.

    Otto von Leixner

  17. Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Tür, die Wissenschaft bringt dich nur langsam für

    Angelus Silesius

  18. Traget Holz und lasset Gott kochen.

    Joseph von Radowitz

  19. Geh fröhlich hin durchs blumenreiche Leben und pflücke manche Blume dir. Nicht nur für bittren Gram hat Gott das Leben uns gegeben, nein, auch für Freuden sind wir hier.

  20. Alles, was geschieht, ist nur Leid und Lied. Gott spielt auf der Harfe Trost sich zu.

    Klabund

  21. Warum hat Gott den Menschen das Gefühl der Schamhaftigkeit eingeflößt? Damit der Schneider leben kann.

    Georg Büchner

  22. Wenn nur die Reue in dir nicht erlahmt, so wird Gott alles verzeihen.

    Fjodor M. Dostojewski

  23. Nimm das Gebet aus der Welt, und es ist, als hättest du das Band der Menschheit mit Gott zerrissen, die Zunge des Kindes gegenüber dem Vater stumm gemacht.

    Gustav Theodor Fechner

  24. Politik besteht darin, Gott so zu dienen, dass man den Teufel nicht verärgert.

    Thomas Fuller

  25. Gott hat uns aus der Tiefe seines Herzens für eine Weile ins Leben gerufen und nimmt uns danach wieder in seinen ewigen Schoß zurück.

  26. Ein neues Frühjahr zu erleben, halte ich jedesmal für eine Gnade Gottes.

    Helmuth James Graf von Moltke

  27. Ich will aufhören, an Gott zu glauben, wenn ich sehe, dass ein Baum ein Gedicht macht und ein Hund eine Madonna malt; eher nicht.

    Christian Friedrich Hebbel

  28. Je verborgener Gottes Hand, desto stärker ist sie.

    John Henry Newman

  29. Wo zwei drum wissen, ist nur noch Gott dabei. Wenn aber drei zusammen sind, werden es rasch hundert wissen.

  30. In der Schöpfung greife ich Gott gleichsam mit Händen.

    Johannes Kepler

  31. Das ist die große Stille, die über Stürmen siegt, dass eines Menschen Wille in Gottes Willen liegt.

    Eduard Mörike

  32. Der Hund ist der Gott der Ausgelassenheit.

    Henry Ward Beecher

  33. Kein Volk hat Gott verlassen, das sich nicht selbst verließ.

    Heinrich von Treitschke

  34. Vor Gott kannst du sagen: "ich kann nicht!", aber nicht vor den Menschen.

  35. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  36. Gott hat Mann und Frau erschaffen, damit sie einander lieben, während die Menschen das Dogma erfunden haben, dass Mann und Frau sich nur unter bestimmten Bedingungen lieben dürfen.

    John Knittel

  37. Ich spiele jetzt die Rolle eines Kunstmäzens und lasse mir vom lieben Gott täglich schöne Werke vormalen.

    Hans Thoma

  38. Wenn du allein bist so denke, dass Gott und dein Gewissen bei dir sind.

  39. Danken kostet nichts und gefällt Gott und Menschen wohl.

  40. Der Weg des Menschen zu Gott heisst in seiner steilsten Strecke - Einsamkeit

    Carl Hilty

  41. Die Rätsel Gottes sind befriedigender als die Lösungen der Menschen.

    Gilbert Keith Chesterton

  42. Der Ruf zeigt das Urteil der Umwelt, das Gewissen das Urteil Gottes an.

    Sully Prudhomme

  43. Wenn Gott ein Land segnet, so gibt er ihm einen weisen Fürsten und einen langen Frieden

  44. Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt

  45. Wenn Gott verboten hätte, Wein zu trinken, würde er dann diesen Wein so herrlich haben wachsen lassen?

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  46. Sollte nicht der Mensch seine Ideen von Gott ebenso zweckmäßig weben können, wie die Spinne ihr Netz zum Fliegenfang?

    Georg Christoph Lichtenberg

  47. Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände, und mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung aller Leidenscha …

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  48. Es geschieht nur zu oft, dass die Frömmigkeit durch äußere Formen erstickt und das göttliche Licht von den Meinungen der Menschen verdunkelt wird.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  49. Mögest du auf deinem Weg Freunde finden, die Führung der Engel und das Geleit der Heiligen.

  50. Den Stolz hat Gott noch stets vernichtet und Demut immer aufgerichtet.

    Carl Leberecht Immermann

  51. Du bist für den Himmel unterwegs. Je mehr du ausgibst, desto mehr wirst du einnehmen.

    Hugo Ball

  52. Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden - aber reicher, glücklicher?

    Jens Peter Jacobsen

  53. Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen

    Johann Heinrich Pestalozzi

  54. Jedesmal, wenn man ein eifriges Gebet an den Herrn richtet, gewinnt man Güter, die kostbarer sind als die ganze Welt.

    Johannes Bonaventura

  55. Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie uns nicht auch noch auf.

  56. Du heilest allen Schaden, hilfst mir aus der Gefahr, Du siehst mich an in Gnaden, auch in dem neuen Jahr.

  57. Das Brot ernährt dich nicht. Was uns im Brote speist, ist Gottes ew'ges Wort, ist Leben und ist Geist.

    Angelus Silesius

  58. Ich hab doch nichts so lieb, wie Dich mein Mütterlein, es müsste denn der liebe Gott im Himmel droben sein. Den lieg ich, weil er Dich mir gab und weil er mir erhält das allerbeste Mütterlein auf w …

    Julius Sturm

  59. Dass Gott hat b´schert für´s Menschen Leib, den Wein dass er sein Sorg vertreib, das Herz erquick und fröhlich mach, das ist der Grund der ganzen Sach.

    Johann Rasch

  60. Gottes Unermeßlichkeit und Allgegenwart heiligen jeden Hügel, auf dem ein friedsames und von bösen Leidenschaften freies Herz ihm sein stilles Opfer bringt.

    Johann Georg Zimmermann