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Sprüche über Arbeit

1107 Sprüche — Seite 15

Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.

Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.

  1. Vier Kühe gewartet sind besser als acht schlecht gewartet.

  2. Der Magd Sonntag ist der Kühe stiller Freitag.

  3. Wenig Kühe, wenig Mühe.

  4. Der da hat keine Mühe, dem gibt man die Kühe, und der da hat die Mühe, dem nimmt man die Kühe und gibt ihm die Brühe.

  5. Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.

  6. Liebe empfindet keine Arbeit.

  7. Heiraten ist leicht, haushalten schwer.

  8. Wer mit jungen Ochsen pflügt, macht krumme Furchen.

  9. Ochsen gehen langsam, ziehen aber gut.

  10. Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.

  11. Man kann nicht allzeit mit eigenen Ochsen pflügen.

  12. Wenn einem Ochsen die Haut wird abgezogen, so ist die größte Arbeit am Schwanz.

  13. Er spannt die Ochsen hinter den Pflug.

  14. Er sattelt den Ochsen und koppelt die Pferde.

  15. Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

  16. Ein gut Pferd ist seines Futters wert.

  17. Ein Pferd, das zuviel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.

  18. Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

  19. Wer dem Pferde seinen Willen läßt, den wirft es aus dem Sattel.

  20. Wer mehr hinter die Pferde legt als vor sie, der füttert nicht lange.

  21. Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel.

  22. Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt dessen wenig.

  23. Wer sein eigen Pferd reiten will, muss seinen eigenen Hafer füttern.

  24. Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.

  25. Wenn das Pferd zu alt ist, spannt man's in den Karren.

  26. Man muss mit den Pferden pflügen, die man hat.

  27. Wer mehr hinter als vor die Rosse legt, wird nicht lange fahren.

  28. Will das Roß nicht mehr ziehen, fällt es dem Schinder anheim.

  29. Mit unwilligen Rossen ist nicht gut zu Acker fahren.

  30. Man soll die Schafe scheren, aber nicht rupfen.

  31. Wer die Schafe schiert, dem wird die Wolle.

  32. Spatzenarbeit - Finkenlohn.

  33. Kleinvieh macht auch Mist.

  34. Gibst du deinem Vieh, so gibt es dir wieder.

  35. Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen.

  36. Ein schlechtes Handwerk, das seinen Meister nicht nährt.

  37. Es ist ein gut Handwerk, es lohnt aber übel.

  38. Seines Handwerks soll sich niemand schämen.

  39. Wer viel Handwerke zugleich lernt, der lernt selten eins wohl.

  40. So weit Handwerksgewohnheit geht, so weit kann sich ein Handwerksmann helfen.

  41. Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.

  42. Nicht jeder, der jagt, hat Waidmannsglück.

  43. Jagen und nicht fangen macht verdrossene Jäger.

  44. Nasse Jäger, trockene Fischer, schlecht Geschäft.

  45. Ein guter Jäger lässt sich nicht aufs Rohr sehen.

  46. Jeder Kaufmann lobt seine Ware.

  47. Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

  48. Wen der Kellner liebt, der trinkt oft.

  49. Betrug ist der Krämer Acker und Pflug.

  50. Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.

  51. Kundschaft ist kein Erbe.

  52. Schuster, bleib bei deinen Leisten.

  53. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen.

  54. Mancher will Meister sein und ist kein Lehrjunge gewesen.

  55. Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

  56. Kein Meister so gut, der nicht noch zu lernen hätte.

  57. Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

  58. Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

  59. Der seinen Meister nicht hören will, muss den Büttel hören.

  60. Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.