Sprüche über Arbeit
1107 Sprüche — Seite 14
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.
Die beste Aufsicht muss hie und da ein Aug' zudrücken.
Raste ich, so roste ich.
Vom Schönsein kann man nicht leben.
Nur wer den Garten sorglich pflegt, weiß auch, dass er ihm Früchte trägt.
Wenn der Gärtner schläft, pflanzt der Teufel Unkraut.
Die Hacke ist das Spielzeug des Gärtners.
Wer nicht jätet früh, jätet später mit doppelter Müh'.
Wer die Zeit der Saat verschläft, braucht in der Ernte nicht zu schwitzen.
Wer auf den Wind achtet, der säet nicht, wer auf die Wolken sieht, erntet nicht.
Sobald das Unkraut ist zu seh'n, musst du ihm schon zu Leibe geh'n.
Soll sich lohnen deine Müh', halt' junge Hennen, alte Küh'.
Arbeit gern und sei nicht faul, Gebratenes fliegt nicht ins Maul.
Ein Mann ist das Kind seiner Werke.
Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quelle.
— Johann Gottfried Herder
Tu, was du kannst und lass das andre dem, der's kann, zu jedem Werk gehört ein ganzer Mann. Zwei Hälften machen zwar ein Ganzes, aber merk: aus halb und halb getan entsteht kein ganzes Werk.
— Friedrich Rückert
Wer die Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.
Wer schießen soll, muss laden, wer arbeiten soll, muss essen.
Zuviel Arbeiter richten wenig aus.
Fleiss hat immer was übrig.
Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.
Wer sich zum Esel macht, der muss Säcke tragen.
Viel Säcke sind des Esels Tod.
Wenn der Esel in die Mühle kommt, so sagt er i-ah.
Besser Esel treiben als selber Säcke tragen.
Wenn der Esel nicht will, so muss er.
Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.
Eselsarbeit und Zeisigsfutter ist des Überdrusses Mutter.
Ein Esel sollte immer auf der Weide sein, denn wo er frißt, da wächst es, wo er sch-, da düngt er's, wo er seicht, da wässert er's und wo er sich wälzt, da zerbricht er die Schollen.
Die weiße Gans brütet gut.
Ein guter Gaul zieht dreimal.
Mit bösen Gäulen bricht man das Eis.
Man reitet den Gaul erst, wenn man ihn hat.
Der Hahn schließt die Augen, eh er kräht - weil er's auswendig kann.
Ein guter Hahn wird selten fett.
Eine Henne kann mehr auseinander scharren als sieben Hähne.
Wenn die Henne nicht scharrt wie der Hahn, kann der Haushalt nicht bestahn.
Hat die Henne ein Ei gelegt, so gackert sie.
Wenn die Henne ihr Gackern ließe, so wüßte man nicht, wo sie gelegt hat.
Wer Eier haben will, muss der Henne Gackern leiden.
Die Henne, die zu früh gackert, legt auf den Tag ein Windei.
Hennen, die viel gackern, legen wenig Eier.
Wenn man der Henne nicht bald ein Nest macht, legt sie unter die Nesseln.
Fette Hennen legen nicht.
Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.
Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.
Hühner, die daheim essen und anderswo legen, soll man am Bratspieß ziehen.
Sind die Hühner brütig, so hätten sie gern Eier.
Du wirst noch Hunde führen müssen.
Er muss Hunde führen bis Bautzen.
Es sind so gute Katzen, die die Mäuse verjagen, als die sie fangen.
Üble Katze, so nicht von selber maust.
Katze die mausen will, wird nie miauen.
Wenn die Katzen mausen, hängen sie keine Schellen an.
Die Katze fängt die Mäuse nicht in Handschuhen.
Wer mit Katzen zu Acker fährt, der eggt mit Mäusen zu.
Schöne Küh geben gemeinlich nicht viel Milch.
Es ist gleichviel, wie die Kuh heißt, wenn sie nur gute Milch gibt.
Die Kühe, die am meisten brüllen, geben am wenigsten Milch.
Man soll die Kuh melken und nicht schinden.
Schwarze Kühe geben auch weiße Milch.