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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 2

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Kinder sind besonders deswegen liebenswert, weil sie immer in der Gegenwart leben.

    Leo Tolstoi

  2. Das Interessante dieser Welt liegt nicht darin zu wissen, wo wir gerade stehen, sondern in welche Richtung wir uns bewegen.

    Oliver Wendell Holmes

  3. Im Kampf gegen die Wirklichkeit hat der Mensch nur eine Waffe: die Fantasie.

    Théophile Gautier

  4. Male mich wie ich bin. Wenn du die Narben und Falten fortlässt, zahle ich dir keinen Schilling.

    Oliver Cromwell

  5. Man muss eine große Schlichtheit besitzen, um die Dinge so zu sagen, wie sie sich verhalten

    Vinzenz von Paul

  6. Wer vor seiner Vergangenheit flieht, verliert immer das Rennen.

    José Ortega y Gasset

  7. Verliebte sehen in der Welt nur sich; doch sie vergessen, dass die Welt sie sieht.

    August von Platen

  8. Die Klage über die Stärke des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.

    Walter Rathenau

  9. Die Hochzeitsreise ist der erste Versuch, der Ehe-Realität zu entgehen.

    August Strindberg

  10. Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  11. Ein Mensch, der leidet, bevor es nötig ist, leidet mehr als nötig ist.

    Seneca

  12. Wer trinkt, offenbart sein wahres Wesen.

  13. Wenn ein einziger Hund anfängt, einen Schatten anzubellen, machen zehntausend Hunde daraus eine Wirklichkeit.

  14. Nachsicht mit denen, die man kennt, ist im Allgemeinen seltener als Mitleid mit denen, die man nicht kennt.

    Antoine de Rivarol

  15. Wer von uns weiß, kann wirklich unterscheiden, wann er tatsächlich denkt und wann er sich nur selber etwas vormacht.

    Stanislaw Brzozowski

  16. Extreme Idealisten sind immer Feiglinge. Sie nehmen vor der Wirklichkeit Reißaus.

    Jakob Bosshart

  17. Wirklich ist alles, was meßbar ist

    Max Planck

  18. Je mehr du besitzen willst, desto weniger hast du.

    Else Pannek

  19. In den Gedanken ist mehr Wirklichkeit als in den Dingen.

    Gustave Flaubert

  20. Alles, was du dir im Geist vorstellst, wird Wirklichkeit, wenn du nicht aus dem Licht des Herzens heraustrittst.

  21. So wie nicht jeder träumt, der schläft, so schläft auch nicht jeder, der träumt.

    Georg Christoph Lichtenberg

  22. Niemand hat mehr Feinde in der Welt als ein aufrechter und stolzer Mensch. Er nimmt Personen und Dinge, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollen

    Nicolas Chamfort

  23. Nur auf dem Pfad der Nacht erreicht man die Morgenröte.

    Khalil Gibran

  24. Freiheit existiert nur im Singular. In der Mehrzahl handelt es sich lediglich um Spielräume.

    Johann Nepomuk Nestroy

  25. Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt.

    Friedrich von Schiller

  26. Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschliessen einmal daraus zu erwachen

  27. Zwischen dem Genie und dem Wahnsinnigen ist die Ähnlichkeit, dass sie in einer andern Welt leben als der für alle vorhandenen.

    Arthur Schopenhauer

  28. Ein Buch ist ein Spiegel; wenn ein Affe hineinguckt, so kann freilich kein Apostel heraussehen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  29. Älterwerden geht so schnell, dass man es kaum glauben kann, obgleich man es erlebt.

    Else Pannek

  30. Genaugenommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart, die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben.

    Jonathan Swift

  31. Für das praktische Leben ist das Genie so brauchbar wie ein Sternteleskop im Theater.

    Arthur Schopenhauer

  32. Wahre Liebe beginnt erst nach dem Verlust sämtlicher Illusionen und zaubert doch neue hervor.

    Martin Kessel

  33. Ein großer Geist irrt sich so gut wie ein kleiner; jener, weil er keine Schranken kennt; und dieser, weil er seinen Horizont für die Welt nimmt

    Johann Wolfgang von Goethe

  34. Bei Tage ist es kinderleicht, die Dinge nüchtern und unsentimental zu sehen. Nachts ist das eine ganz andere Geschichte.

    Ernest Miller Hemingway

  35. Die Eltern wollen nie der Kinder Fehler erkennen.

    Konfuzius

  36. Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind

    Aristoteles

  37. Die Kinder sind die wirklichen Lehrmeister der Menschheit.

    Peter Rosegger

  38. Klugheit und Güte ziehen es vor, ohne Maske aufzutreten.

    Arthur Schnitzler

  39. Das lebendige Leben muß etwas unglaublich Einfaches sein. Und deshalb gehen wir an ihm vorüber, ohne es zu erkennen.

    Fjodor M. Dostojewski

  40. Am meisten über einen Menschen sagt aus, wie er Leid und Krankheit trägt.

    Rainer Haak

  41. Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die religiösen sind's weniger, als sie meinen

    Franz Grillparzer

  42. Wer sein Unwissenheit zugibt, zeigt sie einmal; wer sie zu verbergen sucht, zeigt sie viele Male.

  43. Es ist besser, für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden!

    André Gide

  44. Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.

    Christian Friedrich Hebbel

  45. Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.

    René Descartes

  46. Die andere Welt. Es gibt keine andere Welt. Hier oder nirgends ist die ganze Wirklichkeit.

    Ralph Waldo Emerson

  47. Mit zunehmendem Alter achte ich weniger darauf, was die Leute sagen. Ich sehe mir einfach an, was sie tun.

    Andrew Carnegie

  48. Wissenschaft besteht aus Fakten wie ein Haus aus Backsteinen, aber eine Anhäufung von Fakten ist genausowenig Wissenschaft wie ein Stapel Backsteine ein Haus ist.

    Henri Poincaré

  49. Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.

    Marcel Proust

  50. Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?

    Friedrich Schleiermacher

  51. Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil imaginieren.

    Arthur Schopenhauer

  52. Das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.

    Gilbert Keith Chesterton

  53. Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.

    Christian Morgenstern

  54. Hochmut ist der zur Schau getragene Stolz. Echter Stolz verbirgt sich.

    Ernst Hohenemser

  55. Die Stärke unserer Überzeugung ist kein Beweis für ihre Richtigkeit

    John Locke

  56. Alles ist schon einmal gesagt worden, aber da niemand zuhört, muß man es immer wieder sagen

    André Gide

  57. Es erweist sich, daß das, was Weltkenntnis genannt wird, die Menschen eher schlauer als gut macht.

    Samuel Johnson

  58. Auf unserer Erdenwelt hängt oft alles von den Äußerlichkeiten ab, mit denen man sich in Szene setzt.

    Alfred de Musset

  59. Wenn der Papagei auch gut spricht, bleibt er doch ein Vogel.

  60. Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.

    Christian Morgenstern