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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 4

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Wer zu lange ein Auge zugedrückt hat, wird erstaunt sein, wenn ihm beide plötzlich aufgehen.

    Sören Kierkegaard

  2. Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.

    Publius Syrus

  3. Die Menschen sind nicht halb so gut, wie ihre Freunde sie schildern und nicht halb so schlecht, wie ihre Feinde behaupten

    Adolph Freiherr von Knigge

  4. Es ist zwischen Wissen und Tun ein himmelweiter Unterschied. Wer aus dem Wissen allein sein Handwerk macht, der hat wahrlich acht zu geben, dass er das Tun nicht verlerne.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  5. Die Welt ist nicht schlimmer und nicht besser, als sie vor tausend Jahren war und nach tausend Jahren sein wird.

    August von Kotzebue

  6. Es ist schlimm, wenn man merkt, dass man alt wird, aber es ist schlimmer, wenn man es nicht merkt.

  7. Mach dir nicht vor, du wolltest Irrtümer in der Natur verbessern. In der Natur ist kein Irrtum, sondern der Irrtum ist in dir.

    Leonardo da Vinci

  8. Leben ist, was einem begegnet, während man auf seine Träume wartet.

  9. Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.

    Ludwig Börne

  10. Wenn ein Idealist in die Geldtasche greifen muss, so wird er unwillkürlich Realist.

    Emanuel Wertheimer

  11. Bisweilen sind wir unwilliger, wenn unsere Erwartungen teilweise, als wenn sie gar nicht erfüllt werden.

    Otto Weiss

  12. Das Geheimnis des Glücks ist es, den Tatsachen ins Angesicht zu sehen, dass die Welt schrecklich ist, dann kann man beginnen, sich wieder glücklich zu fühlen.

    Sokrates

  13. Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht, es gibt nur eine unendlich kleine Gegenwart und die ist jetzt.

    Leo Tolstoi

  14. Wie viele treue und besorgte Blicke aus lieben Augen gehen einem verloren, während man auf das Zwinkern, das Schielen und Blinzeln der Welt rundum nur zu genau achtet!

    Wilhelm Raabe

  15. Wenn die Lieb' ist eifersüchtig, so bekommt sie hundert Augen, doch es sind nicht zwei darunter, die geradeaus zu sehen taugen.

    Wilhelm Müller

  16. Humor tröstet die Menschen über das hinweg, was sie in Wirklichkeit sind

    Albert Camus

  17. Es gibt Leute, die halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse. Andere meinen, der Unternehmer sei eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne. Nur wenige sehen in ih …

    Winston Churchill

  18. Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  19. Die Wirklichkeit ist nur ein Teil des Möglichen.

    Friedrich Dürrenmatt

  20. Jede Phantasie ist ein Wunsch, der realisiert wird, eine Phantasiekorrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.

    Sigmund Freud

  21. Leute, die sich in ihren Begriffen von der Freundschaft nicht höher schwingen können, als dass sie alle guten Bekannten für Freunde halten, denken, dass nichts gewöhnlicher in der Welt als die Freunds …

    Friedrich Gottlieb Klopstock

  22. Sei wie du bist, immer ganz und immer derselbe.

    Adolph Freiherr von Knigge

  23. Nirgends kann das Leben so roh wirken wie konfrontiert mit edler Musik.

    Christian Morgenstern

  24. Mein Herz im Traume Wunder sieht, was nie geschah und nie geschieht

    Bernhard Freidank

  25. Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind.

    Samuel Johnson

  26. Nicht der Einzelne verändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von allen verändert. Die Wirklichkeit sind wir alle, und wir sind immer nur Einzelne.

    Friedrich Dürrenmatt

  27. Man liebt sich in der Dämmerung, heiratet bei Kerzenschein, aber zusammen leben muss man bei Tageslicht.

  28. Wenn kein Gott existierte, müsste man ihn erfinden; doch er existiert! Die ganze Natur ruft es uns zu.

    Voltaire

  29. Der Ausdruck "ein Wunder" entlockt mir immer ein inneres Lächeln über den Mangel an Logik; denn in jeder Minute sehen wir Wunder und nichts als solche.

    Otto von Bismarck

  30. Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.

    Christian Johann Heinrich Heine

  31. Was das Auge nicht sieht, bekümmert das Herz nicht.

  32. Denn die Liebe ist der Erkenntnis Ende; wo also die Erkenntnis aufhört, nämlich bei jenem Wirklichen selbst, das durch ein anderes erkannt wird, da kann die Liebe sogleich beginnen.

    Thomas von Aquin

  33. Die meisten jagen so sehr dem Genusse nach, dass sie an ihm vorbeilaufen.

    Sören Kierkegaard

  34. Viele suchen ihr Glück, wie sie einen Hut suchen, den sie auf dem Kopf tragen.

    Nikolaus Lenau

  35. Nicht der einzelne ändert die Wirklichkeit, die Wirklichkeit wird von allen verändert

    Friedrich Dürrenmatt

  36. Es gibt keinen Weg in den Himmel und kein Tor in die Erde.

  37. Der Mensch wird nicht für seine Sünden bestraft, sondern durch sie

    Elbert Green Hubbard

  38. Der ist ein Narr, der sich an der Vergangenheit die Zähne ausbricht, denn sie ist ein Granitblock und hat sich vollendet.

    Antoine de Saint-Exupéry

  39. Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört.

    Blaise Pascal

  40. Was Schicksal ist, läßt sich nicht definieren, nur sehend erleben.

    Oswald Spengler

  41. Wir leben immer in einer Welt, die wir uns selbst einbilden.

    Johann Gottfried Herder

  42. Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt.

    Mark Twain

  43. Ein Reporter ist ein Schreiber, der den Weg zur Wahrheit errät und ihn mit einem Wolkenbruch von Worten verschüttet.

    Ambrose Bierce

  44. Wer in einem blühenden Frauenkörper das Skelett zu sehen vermag, ist ein Philosoph.

    Kurt Tucholsky

  45. Ein Mädchen, das vor zu vielen Dingen errötet, hat deren zu viele kennen gelernt.

  46. Die Menschen geben vor, mehr zu trauern, als sie tatsächlich tun, und das vermindert ihre Trauer.

    Jonathan Swift

  47. Illusionen sind Krankheiten wovon man leider immer geheilt wird.

    Peter Sirius

  48. Theoretisch sind wir alle entschlossen, das Leben zu genießen, aber die Praxis ist schwierig.

    Charles Lamb

  49. Lüge, von Hunderten wiederholt, wird nicht Wahrheit.

    Hermann Stehr

  50. Unsere Taten sind manchmal besser als unsere Gedanken.

    Philip James Bailey

  51. Was wir um Christi willen aufgeben, ist unser Gewinn, was wir zurückbehalten, ist in Wirklichkeit Verlust.

    James Hudson Taylor

  52. Vielleicht, wenn man herausfände, wie man leben sollte, würde man davon lernen, was es eigentlich bedeutet.

    Ernest Miller Hemingway

  53. Die Menschen glauben, sich mit etwas Wichtigem zu befassen, befassen sich aber nur mit der Fresserei.

    Leo Tolstoi

  54. Dass der Verstand erst mit den Jahren kommt, sieht man nicht eher ein, als bis der Verstand und die Jahre da sind.

    Jean Paul

  55. Wir müssen nicht glauben, dass alle Wunder der Natur nur in anderen Ländern und Weltteilen seien. Sie sind überall. Aber diejenigen, die uns umgeben, achten wir nicht, weil wir sie von Kindheit an, tä …

    Johann Peter Hebel

  56. Die Mittelmäßigkeit wiegt immer richtig, nur ist ihre Waage falsch.

    Anselm Feuerbach

  57. Das Kind wird erwachsen - drei Jahre früher, als die Eltern glauben und drei Jahre später, als es selbst glaubt.

  58. Gewiß, es ist gut, daß wir die nicht immer kennen, für die wir arbeiten.

    Johann Wolfgang von Goethe

  59. Manche Menschen träumen von großen Taten. Andere sind wach und führen sie aus.

  60. Die Menschen hassen nie so sehr den, der Böses tut, noch das Böse selbst, wie den, der es beim Namen nennt.

    Giacomo Leopardi