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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 5

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Der Charakter offenbart sich weniger an großen Taten... An Kleinigkeiten zeigt sich die wahre Natur des Menschen

    Jean-Jacques Rousseau

  2. Der Sinn des Lebens ist mehr als das Leben selbst.

    Stefan Zweig

  3. Es genügt nicht, dass der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muss sich selbst zum Gedanken drängen

    Karl Marx

  4. Das Schicksal ist das, was sich nicht umgehen läßt.

    Oswald Spengler

  5. Mensch, werde wesentlich, denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht

    Angelus Silesius

  6. Der materielle Fortschritt befriedigt keines der Bedürfnisse, die der Mensch wirklich hat.

    Winston Churchill

  7. Es gibt nur eine echte Liebe, aber tausend Nachahmungen

    François de la Rochefoucauld

  8. Der Mut stellt sich die Wege kürzer vor

    Johann Wolfgang von Goethe

  9. Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit

    Sören Kierkegaard

  10. Je boshafter eine Lüge ist, für desto wahrscheinlicher hält man sie.

    Daniel Spitzer

  11. Ein Verliebter ist ein Mann, der liebenswerter sein möchte, als er ist. Darum sind alle Verliebten lächerlich.

    Nicolas Chamfort

  12. Die schlimmste Art ein Glück zu versäumen ist, es nicht zu glauben, dass man es erlebt.

    Arthur Schnitzler

  13. Nichts erschafft Zukunft besser als ein Traum. Heute noch Utopie, morgen schon lebendige Wirklichkeit.

    Victor-Marie Hugo

  14. Die Welt ist ein Buch, von dem man nur die erste Seite gelesen hat, wenn man nur sein Land gesehen hat.

    Fougeret de Moubron

  15. Der Humor nimmt die Welt hin, wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern mit Weisheit zu ertragen.

    Charles John Huffam Dickens

  16. Der am meisten beschäftigte Mensch hat am meisten Zeit.

    Alexandre Vinet

  17. Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.

    Konrad Adenauer

  18. Ehe: in vielen Fällen lebenslängliche Doppelhaft ohne Bewährungsfrist und Strafaufschub, verschärft durch Fasten und gemeinsames Lager.

    Jean-Paul Sartre

  19. Wenn das Leben ein Traum ist, was passiert dann - wenn ich aufwache?

    Georg Simmel

  20. Frauen haben einen wundersamen Instinkt. Alles entdecken sie, nur das Nächstliegende nicht

    Oscar Wilde

  21. Ein guter Redner muss etwas vom Dichter haben, darf es also mit der Wahrheit nicht ganz mathematisch genau nehmen.

    Otto von Bismarck

  22. Die Bücherwelt ist in der Tag nur die Karikatur der wirklichen Welt. Beide entspringen aus der selben Quelle. Jene aber erscheint in einem freieren, beweglicheren Medio.

    Novalis

  23. Traumtänzer mögen zwar ihren Traum tanzen, aber sie tanzen sich nur selten ins Zentrum der realen Erfüllung ihrer Wünsche

    Christa Schyboll

  24. Die Gewalt lebt davon, dass sie von anständigen Leuten nicht für möglich gehalten wird.

    Jean-Paul Sartre

  25. Das Leben ist seiner innersten Beschaffenheit nach ein Drama, denn es besteht aus einem leidenschaftlichen Kampf mit den Dingen und überdies mit unserer Anlage, dem Kampf, durch den wir in Wirklichkei …

    José Ortega y Gasset

  26. Hoch Gestellte kennen das Volk nicht und denken auch gar nicht daran, es kennen zu lernen.

    Marquis de Vauvenargues

  27. Schenkt Worten keinen Glauben, wenn nicht Werke dahinter stehen.

    Maria Ward

  28. Man soll über die Liebe nicht sprechen sondern aus Liebe handeln, in Liebe leben.

  29. Die Zeit geht hin, und der Mensch gewahrt es nicht.

    Dante Alighieri

  30. Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht, das heißt, desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  31. Nicht jeder Pfeil trifft, worauf er gezielt ist

    Horaz

  32. Eine glückliche Erinnerung ist vielleicht wahrer als das Glück.

    Alfred de Musset

  33. Es gibt nichts Wunderbares: Alles, was geschieht, was geschehen ist und was geschehen wird, geschieht, geschah und wird geschehen auf eine natürliche Weise.

    Georg Büchner

  34. Nicht der Abstand bestimmt die Entfernung. In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

    Antoine de Saint-Exupéry

  35. Die Begeisterung ist das tägliche Brot der Jugend, die Skepsis ist der tägliche Wein des Alters.

    Pearl S. Buck

  36. Träume sind nicht Taten. Ohne Arbeit wird Dir nichts geraten.

    Ernst Moritz Arndt

  37. Man kann sich nicht einbilden, etwas zu sein, wenn man es nicht ist, es sei denn, man wäre verrückt.

    Voltaire

  38. Genie ist das Vermögen, von eingebildeten Gegenständen wie von wirklichen zu handeln.

    Novalis

  39. Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als Gewohnheit gewordene Sympathie.

    Jonathan Swift

  40. Bei Licht besehen ist auch ein Leithammel nur ein Schaf.

    Ernst Hohenemser

  41. Von einem bestimmten Alter an ist "Mittelalter" immer das Alter, in dem man gerade selber ist.

    Else Pannek

  42. Die Einsicht in das Mögliche und Unmögliche ist es, die den Helden vom Abenteurer scheidet

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  43. Wir behalten von unseren Studien am Ende doch nur das, was wir praktisch anwenden

    Johann Wolfgang von Goethe

  44. Wenn der zehnte Teil des Elends, das gefühlt wird, gesehen würde, so müsste uns dieser Anblick mit Grausen durchdringen.

    Edward Young

  45. Das Leben ist kein Problem, das man lösen, sondern eine Wirklichkeit, die man erfahren muss.

    Sören Kierkegaard

  46. Wenn die Realität einen Traum zerstören kann, warum soll ein Traum dann nicht die Realität zerstören können?

    George Moore

  47. Es kommt nicht alles so schlimm wie erwartet und nie ganz so gut wie erhofft.

  48. Das Rationale am Menschen sind seine Einsichten; das Irrationale, dass er nicht danach handelt

    Friedrich Dürrenmatt

  49. Leicht und schnell ist der Gedanke, aber schwer ist und unendliche Geduld erfordert der Umgang mit der Wirklichkeit.

    Karl Theodor Jaspers

  50. Die Unmöglichkeit, in der ich mich befinde, zu beweisen, dass es keinen Gott gebe, tut mir eben seine Existenz dar.

    Jean de la Bruyère

  51. Je dümmer, je unsittlicher es ist, was die Menschen tun, um so feierlicher wirkt es.

    Leo Tolstoi

  52. Wissenschaftliches Denken erfordert immer einen weiten Abstand und eine scharfe Trennung des denkenden Subjekts von dem gedachten Objekt.

    Max Planck

  53. Der rechte Unglaube bezieht sich auf keine einzelnen Sätze und Gegensätze, sondern auf die Erblindung gegen das Ganze.

    Jean Paul

  54. Was nicht griffbereit ist, was man nicht nachts um zwei Uhr finden kann, das besitzt man nicht.

    Kurt Tucholsky

  55. Chancen präsentieren sich uns mit Vorliebe in der Maske von Unannehmlichkeiten.

  56. Niemand weiß, welche Nachricht von Bedeutung ist, bevor 100 Jahre vergangen sind

    Friedrich Nietzsche

  57. Es ist eine ganz bekannte Tatsache, dass die Viertelstündchen größer sind als die Viertelstunden.

    Georg Christoph Lichtenberg

  58. Wer nach seinem Gewissen lebt, der ist kein Knecht, der befiehlt sich selbst und gehorcht sich selbst; der lebt wirklich menschlich.

    Johann Geiler von Kayserberg

  59. Wenn auch anzunehmen ist, alles sei bereits gesagt, so darf man doch keinesfalls folgern, dass auch alles gehört und verstanden ist.

    Franz Liszt

  60. Es gibt keine trockene Wissenschaft. Es gibt nur trockene Gelehrsamkeit und trockene Gelehrte.

    Joseph Unger