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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 7

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Die Idee ist das Absolute, und alles Wirkliche ist nur Realisierung der Idee.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  2. Nichts existiert außer Atomen und leerem Raum. Alles andere ist nur Meinung.

    Demokrit

  3. Die Kunst hat nicht die Aufgabe, die Menschen über die Beschaffenheit der Wirklichkeit zu belehren, sondern sie hat die einzige Aufgabe, ihnen das Schöne vorzuführen.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  4. Wer den ersten Gedanken der Gerechtigkeit hatte, war ein göttlicher Mensch, aber noch göttlicher wird der sein, der ihn wirklich ausführt.

    Johann Gottfried Seume

  5. Die Phantasie nimmt uns sehr leicht auf ihre Flügel, reduziert sich aber ebenso geschwind bei gewöhnlichen Naturen auf den sinnlichen Bodensatz.

    Bogumil Goltz

  6. Musiker haben, wie die Philosophen, einen bewunderungswürdigen Takt und Verstand für die Gesetze der idealen Welt, aber für die Wirklichkeit keine Herzenskraft und keinen Witz.

    Bogumil Goltz

  7. Die Männer sind dazu da, die Frauen von ihren Illusionen zu heilen.

    Robert Browning

  8. Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme.

    Karl Marx

  9. Das Leben übersteigt unendlich alle Theorien, die man in Bezug auf das Leben zu bilden vermag

    Boris Pasternak

  10. Mancher Gedanke fällt um wie ein Leichnam, wenn man ihn mit dem Leben konfrontiert.

    Christian Morgenstern

  11. Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts andres als Sympathie der Gewohnheit

    Adam Smith

  12. Meine Aufgabe ist es, meinen Hoffnungen zu lehren, sich den Tatsachen anzupassen, und nicht, die Tatsachen dazu zu zwingen, mit meinen Hoffnungen übereinzustimmen.

    Thomas Henry Huxley

  13. Mancher traditionelle Gedanke kommt uns glaubhaft vor, weil wir ihn nie ernstlich angesehen haben.

    Richard Rothe

  14. Nur die mutigsten Träume sollten das Aufwachen riskieren.

    Karl-Heinz Karius

  15. Die Zeit ist nur ein Wort oder ein Maß, aber kein reales Wesen.

    Antiphon

  16. Gedanken sind Tatsachen und alles, was wir denken ist Wirklichkeit.

    Prentice Mulford

  17. In vielen Berufen sind die Kollegen die wirklichen Verwandten, sie fühlen sich untereinander weit mehr zu Hause als an dem Ort, den sie ihr Heim nennen, wo sie schlafen, essen und einen öden Sonntag v …

    Prentice Mulford

  18. In Wahrheit sind wir alle Staub und Schatten, in Wahrheit ist die Gierde blind gefräßig, in Wahrheit trügerisch ist jedes Hoffen

    Francesco Petrarca

  19. In der Spannung zwischen dem Ziel und der Wirklichkeit entdecken wir den Sinn unseres Lebens

    Alfred Adler

  20. Wenn der Ruf eines Menschen erst einmal feststeht, ist er immer besser oder schlechter, als er es verdient.

    Alexandre Vinet

  21. Menschen gibt's, die können so rührend lügen, dass sie selbst dabei Tränen vergießen

    Otto Weiss

  22. Kunst, die nicht dem Leben entspringt, ist Künstelei.

    Otto Weiss

  23. Gar mancher schlägt sich mit einem Mann herum und ahnt nicht, dass er sich mit dessen Frau herumschlägt.

    Otto Weiss

  24. Gott erscheint mir als das größte Abenteuer der Weltgeschichte. Seine kleinste Wirklichkeit ist größer als unsere kühnste Illusion.

    Jane Laura Addams

  25. Der zynische Volksmund behauptet, Liebe sei blind. In Wirklichkeit aber sind vielleicht gerade Diejenigen blind, die nicht lieben und die daher nicht erkennen, wie schön und liebenswert die Welt …

    Thomas Henry Huxley

  26. Es ist unerhört schwer, neue Wege wirklich zu gehen, nicht bloß neue Gedanken auszusprechen.

    Heinrich Lhotzky

  27. Gott verlangt ja von keinem Menschen, dass er Unbewiesenes glaubt. Aber die göttlichen Beweise sind keine Denkergebnisse, sondern Geschichte und Wirklichkeit des Erlebens.

    Heinrich Lhotzky

  28. Wenn du erwartest, dass Dinge passieren, passieren sie seltsamerweise

    John Pierpont Morgan

  29. Hinter dem Traum der ewigen Jugend steht oft die Realität ewiger Unreife.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  30. In jeder neuen Beziehung ist neben der Realität ein wenig Illusion, deren Verlust zur ersten Bewährungsprobe wird.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  31. Die Wirklichkeit des Lebens besteht nicht aus Gefühl, sondern aus Aktivität

    Simone Weil

  32. Wer ganz genießt, der lebt wirklich!

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  33. Es ist ein gewagtes Ding, die Vorsehung eines andern sein zu wollen, denn alle menschliche Berechnung trügt und die beste Absicht ist nicht Bürge für den Ausgang.

    Wilhelmine von Hillern

  34. Das Schicksal macht uns oft durch unsere stillen Wünsche zu Mitschuldigen seiner Härte und wir schlagen uns zerknirscht vor die Brust, wenn das, was wir auf Kosten eines anderen im Geheimen ersehnt, p …

    Wilhelmine von Hillern

  35. Das Schöne ist weniger was man sieht als das, was man träumt

  36. Das Bedürfnis zum Glücke ist uns doch der höchste Bürge für dessen Existenz.

    Rahel Varnhagen von Ense

  37. Ob eine Wahrheit grob ist oder nicht, darüber kann man ihr als solcher nichts anhaben; sie entspricht ihrem Wesen, wenn sie wahr ist; und wo sie hintrifft, das ist der Ort, der sie zur Grobheit oder H …

    Rahel Varnhagen von Ense

  38. Alles, was wir wissen, bezieht sich auf etwas, was wir nicht wissen

    Rahel Varnhagen von Ense

  39. Die wirkliche Freiheit besteht in der Vereinigung mit der Notwendigkeit. Die Aufgabe besteht darin, die richtige Notwendigkeit zu wählen

    Friedrich Wilhelm Josef Ritter von Schelling

  40. Mit den dicken Büchern geht es wie mit den dicken Leuten. Sie sehen stärker aus als sie sind.

    August Pauly

  41. Für besser gehalten zu werden, als man ist, ist auch eine Art Verleumdung, die sich ein ehrlicher Mensch nicht gefallen lassen kann.

    August Pauly

  42. Nicht was du sprichst, sondern wie Du es sprichst, also am Akzent des Tones hören wir, wie Deine Seele gestimmt ist.

    Heinrich Martin

  43. Lebendig ist, wer stark und edel strebt. Die andern leben nicht, sie werden gelebt.

    Friedrich Lienhard

  44. Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht und der Realist hisst die Segel.

    Sir Adolphus William Ward

  45. Nicht im Wirklichen und Greifbaren spielt sich das entscheidende Leben der Menschen ab, das Tiefste, woran der Sterbliche seine Seele bindet, ist Traum: So werden Glück und Unglück zu bloßen Namen.

    Jakob Wassermann

  46. Wir können der Wirklichkeit nicht habhaft werden. Sie muss gestutzt, gekürzt, geknetet, ja, sie muss umgeglüht werden, und der Ofen, in dem die Umglühung vorgenommen wird, ist die Phantasie.

    Jakob Wassermann

  47. Nur wer die Gegenwart gekannt hat, weiß wirklich, was die Hölle ist.

    Jakob Wassermann

  48. Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, denn der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen.

    Robert Goddard

  49. Das Leben gleicht eher einem Gemälde als einer exakt zu lösenden Rechenaufgabe.

    Oliver Wendell Holmes

  50. Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände.

    Oliver Wendell Holmes

  51. Die Wissenschaft will nur glauben, was sie weiß, die Kirche nur wissen, was sie glaubt.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  52. Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

    Tommaso Campanella

  53. Nichts ist so trügerisch wie Tatsachen, Zahlen ausgenommen.

    George Canning

  54. Die einfachste Lehre von allem, dass man die Parteien nicht nach ihren gepriesenen Zwecken, sondern nach ihren Mitteln zu würdigen habe, bleibt ohne Anhänger.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  55. Die Ursachen der Übel werden meist ungerner vernommen, als die Übel selbst.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  56. Die Wirklichkeit ist nie so quälerisch als die Gedankenwelt.

    Max Dauthendey

  57. Furcht vor Gefahr ist zehntausendmal beängstigender als die Gefahr selbst.

    Daniel Defoe

  58. Die Feder ist eine starke Waffe. Aber der Mensch kann sich damit sehr viel leichter töten als andere.

    George Prentice Denison

  59. Was die Menschen groß nennen, ist es nicht immer. Was sie beklatschen, ziemlich selten. Und das, wohin sie strömen in Scharen, dass die Säle sie nicht fassen, das ist niemals groß.

    Philipp Dessauer

  60. Wir wissen nicht, wie groß wir sind, bis sie uns zum Aufstehen zwingen. Und wenn wir es dann wirklich tun, wird unser Kopf durch die Wolken dringen.

    Emily Elizabeth Dickinson