498 Sprüche — Seite 17
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Liebe deckt alle Vergehen zu.
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick, im Tale grünet Hoffnungsglück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück. Von dort her …
— Johann Wolfgang von Goethe
Unsäglich Schweres wird von mir verlangt. Aber die Mächte, die mich so verpflichten, sind auch bereit, mich langsam aufzurichten, so oft mein Herz behängt mit den Gewichten der Demut hoch in ihren …
— Rainer Maria Rilke
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns oft nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Gesegnet sei der, der nichts erwartet. Er wird nie enttäuscht werden.
— Alexander Pope
Kein Mann, dem seine Sache nicht Spaß macht, darf erwarten, dass sie irgend sonst jemandem Spaß macht.
— Bertolt Brecht
Was wäre das Leben ohne Hoffnung!
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Schaue nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott: Ich stärke dich, ja, ich helfe dir.
Hoffen heißt: die Möglichkeit des Guten erwarten.
— Sören Kierkegaard
Religionen sterben, wenn sie sich als wahr erweisen. Die Wissenschaft ist das Archiv toter Religionen.
— Oscar Wilde
So oft die Sonne aufersteht, erneuert sich mein Hoffen und bleibet, bis sie untergeht, wie eine Blume offen.
— Gottfried Keller
Ohne ein ganz persönliches Verhältnis zu Gott hat das Beten überhaupt keinen Sinn.
— Carl Hilty
Man kann den Tod eines geliebten Menschen tief und innig beklagen und doch in Hoffnung weiterleben.
— Theodor Fontane
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben
— Konfuzius
Der Künstler fühlt sich stets gekränkt, wenn's anders kommt, als wie er denkt.
— Wilhelm Busch
Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Macht gibt.
— Martin Luther King
Ein vollständiger Atheist steht auf der vorletzten Stufe zum vollständigsten Glauben
— Fjodor M. Dostojewski
Gebt euch nicht mit Kleinem zufrieden, Gott erwartet Großes!
— Katharina von Siena
Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Teil; ein Mensch, der Gott verlässt, verlässt sein eignes Heil.
— Christian Fürchtegott Gellert
Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod! Und, wenn du uns genommen, lass uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.
— Matthias Claudius