Sprüche über Wetter
520 Sprüche — Seite 6
Das Wetter bestimmt Stimmungen, Alltag und Landschaft stärker, als viele wahrhaben wollen. Es ist mal Gesprächsstoff, mal Lebensgrundlage und immer ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht alles beherrscht. Gerade diese Mischung aus Nähe, Laune und Naturmacht macht das Thema so dauerhaft gegenwärtig.
Naturzitate über Wetter werden gerne auf Grußkarten, in Reden über Umweltschutz, als Kalenderweisheiten oder als Beschriftung von Naturfotos eingesetzt. Sie erinnern daran, wie sehr das Menschliche im Natürlichen verwurzelt ist – und wie viel Trost und Schönheit die Natur bereithält.
Von Michel bis Hieronymus, mach auf's Weihnachtswetter den Schluss. (30. Sept.)
Ist der September lind, ist der Winter ein Kind.
St. Bruno, der Kartäuser, läßt Fliegen in die Häuser. (06. Okt.)
St. Burkhardi Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein. (14. Okt.)
An Hedwig bricht der Wetterlauf, und hört das gute Wetter auf. (15. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag nichts mehr draussen bleiben mag. (16. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag muss jeder Apfel in den Sack. (16. Okt.)
Ist St. Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm'. (18. Okt.)
Wer an St. Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut. (18. Okt.)
Ursula bringt's Kraut hinein, sonst schneien Simon und Juda drein. (21. Okt.)
Ursula will uns sagen, bald könnt' das Feld Schnee tragen. (21. Okt.)
Wenn's St. Severin gefällt, bringt er die erste Kält'. (23. Okt.)
Zu Krispin werden die Fliegen hin. (25. Okt.)
Bevor du Simon und Judas schaust, pflanze Bäume, schneide Kraut. (28. Okt.)
Simon und Judas, fegt das Laut in die Gass'. (28. Okt.)
Schneid' das Kraut, bevor Simon und Judas es klaut. (28. Okt.)
Simon und Judas, die zwei, führen oft den Schnee herbei. (28. Okt.)
Am Wolfgangregen ist viel gelegen. (31. Okt.)
Schneit's im Oktober gleich, dann wird der Winter weich.
Oktober kalt - tötet's Ungeziefer bald.
Oktobergewitter sagen beständig, der kommende Winter sei wetterwendig.
Ist der Oktober kalt und klar, erfrieren die Raupen für's nächste Jahr.
Cäcilia im weißen Kleid, erinnert an die Winterzeit. (22. Nov.)
Dem heiligen Klemens traue nicht, denn selten hat er ein mild' Gesicht. (23. Nov.)
St. Klemens uns den Winter bringt.
Der Konrad und auch die Kathrein, die knien sich bald in den Dreck hinein. (26. Nov.)
Noch niemals stand ein Mühlenrad an Konrad, weil er immer Wasser hat. (26. Nov.)
Hält St. Andrä den Schnee zurück, so schenkt er reiches Saatenglück. (30. Nov.)
Wirft herbei Andrä Schnee, so tut's dem Korn und Weizen weh. (30. Nov.)
Es verrät dir die Andreasnacht, was wohl so das Wetter macht. (30. Nov.)
Hat Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart. (11. Nov.)
Donnert's ins blattlose Holz, dann schneit's ins Laub.
Ziehen die Spinnen ins Gemach, kommt gleich der Winter nach.
Fabian im Nebelhut, tut den Bäumen gar nicht gut. (20. Jan.)
Sturm und Frost an Sebastian, ist den Saaten wohlgetan. (20. Jan.)
Tanzen Fabian schon die Mücken, muss man den Kühen das Futter bezwicken. (20. Jan.)
An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an. (20. Jan.)
Um Fabian und Sebastian, da nimmt auch der Tauber die Taube an. (20. Jan.)
Ziehen Wolken am Agnestag über den Grund, bleibt die Ernte stets gesund. (21. Jan.)
Sonnenschein am Agnestag, die Frucht wurmstichig werden mag. (21. Jan.)
Wenn St. Agnes gekommen, wird neuer Saft im Baum vernommen. (21. Jan.)
Kommt St. Vinzent tief im Schnee, bringt das Jahr viel Heu und Klee. (22. Jan.)
Wie das Wetter zu St. Vinzent war, wird es sein das ganze Jahr. (22. Jan.)
Zu Vinzent Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein. (22. Jan.)
An St. Vinzent da hat der Winter noch kein End. (22. Jan.)
St. Paulus Kält' mit Sonnenschein, wird das Jahr wohl fruchtbar sein. (25. Jan.)
Am Tage Pauli Bekehr, der halbt Winter hin, der halbe Winter her. (25. Jan.)
Je kälter unser Pauli und auch heller, desto voller werden Scheuer und Keller. (25. Jan.)
Thimoteus bricht's Eis, hat er keins, dann macht er eins. (26. Jan.)
St. Julian zerbricht das Eis, bricht er's nicht, umarmt er es. (27. Jan.)
Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild. (30. Jan.)
Januar warm - dass Gott erbarm'.
Bei Donner im Winter ist viel Kälte dahinter.
Wenn im Januar viel Nebel steigen, wird sich ein schönes Frühjahr zeigen.
An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an. (02. Feb.)
St. Blasius ist auf Trab und stößt dem Winter die Hörner ab. (03. Feb.)
Am Agathentag rieselt's Wasser den Berg hinab. (05. Feb.)
Die Heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee. (06. Feb.)
Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da. (09. Feb.)
Ist's an Apollonia feucht, der Winter sehr spät entweicht. (09. Feb.)