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Sprüche über Vorsicht

476 Sprüche — Seite 3

Nicht jede Zurückhaltung ist Schwäche. Vorsicht bedeutet, Folgen mitzudenken, Gefahren zu erkennen und das rechte Maß zwischen Mut und Leichtsinn zu finden. Deshalb ist dieses Thema kein Lob der Angst, sondern ein Ausdruck von Klugheit, Verantwortung und nüchterner Aufmerksamkeit.

Ihr Wert zeigt sich besonders dort, wo übereiltes Handeln mehr zerstören würde als entschlossenes Abwägen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Vorsicht das Leben nicht verengt, sondern schützt und dass Besonnenheit oft jene Stärke ist, die Schaden verhindert, bevor er entsteht.

  1. Das ganze Geheimnis, sein Leben zu verlängern, besteht darin, es nicht zu verkürzen.

    Ernst von Feuchtersleben

  2. Es kommen Fälle vor im Menschenleben, wo's Weisheit ist, nicht allzu weise zu sein.

    Friedrich von Schiller

  3. Wer nie verließ der Vorsicht enge Kreise, und selbst aus seiner Jugend Tagen nichts zu bereu`n hat, zu beklagen, der war nie töricht. Aber auch nie weise.

    Friedrich Rückert

  4. Schätze deine Größe nicht nach deinem Schatten

  5. Bei allen Handlungen beständig auf fremde Urteile Rücksicht nehmen ist das Gift unserer Ruhe

    Jean Paul

  6. Neid, der spricht und lärmt, ist immer ungeschickt, fürchten muss man den verschwiegenen Neid.

    Antoine de Rivarol

  7. Ein kluger Entschluss reift unverhofft, blitzschnell und ohne Erwägung, doch Dummheiten machen wir allzuoft nach reiflichster Überlegung.

    Oscar Blumenthal

  8. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.

    Friedrich von Schiller

  9. Wenn du einen Freund behalten willst, stell ihn nie auf die Probe.

    John Steinbeck

  10. Liebe, die mit der Galle übermäßiger Vorsicht durchsetzt ist, ist tausendmal schlimmer als überhaupt keine Liebe

    Jonathan Swift

  11. Wenn ein Mund spricht, pass auf, was die Augen dazu sagen.

    Otto Weiss

  12. Die Weisen heilen, was noch nicht krank ist.

  13. Auf der Suche nach der Wahrheit darfst du nicht die Lüge nach dem Weg fragen.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  14. Niemals muss man gewissenhafter auf Posten stehen, als wenn der Feind so tut, als wolle er Frieden schließen; nie haben wir ihn weniger zu fürchten, als wenn er uns offen angreift.

    Erasmus von Rotterdam

  15. Tue nichts, wovon du nichts verstehst, doch lasse dich belehren soviel als nötig; so wirst du das angenehmste Leben verbringen.

    Pythagoras

  16. Kluge Leute sind selten mutig. Sie sind vorsichtig und maßvoll, also eigentlich feige. Wirklichen Mut haben nur die Narren.

    Ferdinando Coelestinus Galiani

  17. Überlege einmal, bevor du gibst. Überlege zweimal, bevor du nimmst und überlege tausendmal bevor Du forderst.

  18. Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange

    Christian Friedrich Hebbel

  19. Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.

    Thomas Jefferson

  20. Wer Dornen sät, darf sein Zelt nicht barfuß verlassen.

  21. Die wahre Freundschaft rät und warnt vorher, nachher liebt sie; die falsche macht es umgekehrt.

    Malwida von Meysenbug

  22. Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.

    Vincent van Gogh

  23. Unaufmersamkeit lässt das Schiff stranden.

  24. Es ist ein Tasten in der Welt, als wären wir alle abgestürzt und suchten in der Finsternis nach irgendeinem Stützpunkt zum Aufschwung.

    Carl Ludwig Schleich

  25. Sei wie der Bambus. Beuge und biege dich anmutig, und du wirst niemals brechen.

  26. Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.

    Alexander Puschkin

  27. Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.

    Arthur Schopenhauer

  28. Obwohl jeder das Schicksal hat, einmal zu sterben, lege deinen Kopf nicht in den Rachen des Löwen.

    Saadi Moscharrefoddin

  29. Hüte dich vor dem Imposanten! Aus der Länge des Stiels kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen.

    Peter Altenberg

  30. Vorsicht ist die Einstellung, die das Leben sicherer macht, aber selten glücklich.

    Samuel Johnson

  31. Die Kunst des Bergsteigens ist es, die Grenzen zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen. Mit anderen Worten - den grösstmöglichen Schwierigkeiten mit grösstmöglicher Vorsicht zu begegnen.

    Reinhold Messner

  32. Versuche nie, ein Kamel von der Last seiner Höcker zu befreien, sonst befreist du es womöglich davon, ein Kamel zu sein

    Gilbert Keith Chesterton

  33. Man soll nie der ersten Gefühlswallung nachgeben, denn sie ist meistens edel, aber unklug.

    Charles de Talleyrand

  34. Die Kraft eines Volkes sollte man nach dem Maß seines Frohsinns messen. Wo Ernst ist, ist auch Sklaverei. Vertraue den Heiteren mehr als den Bedächtigen, sie sind lebensfähiger.

    Carl Ludwig Schleich

  35. Beim Beginne einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Misslingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es nahe am Ufer.

    Ludwig Börne

  36. Gebrauche nie ein hartes Wort, wo ein glimpfliches seine Dienste tut.

    Johann Peter Hebel

  37. Ein jeder achte wohl darauf, welche Träume er im heimlichen Winkel seiner Seele hegt; denn wenn sie erst großgewachsen sind, werden sie leicht seine Herren!

    Gustav Freytag

  38. Halbes Studium ist gefährlicher als die rohe Unbefangenheit des Talents

    Otto Ludwig

  39. Den besten Rat bekommt man nicht selten von den schlechtesten Menschen, weil sie von ihren eigenen Absichten ausgehen.

    Philip James Bailey

  40. Einem schlechten Menschen einen Gefallen zu erweisen, ist genauso gefährlich, wie einen guten zu kränken

    Titus Maccius Plautus

  41. Ich zieh' es vor zu schweigen bei Dingen, wo mir das Verständnis fehlt.

    Sophokles

  42. Bedenkt auch, wie unberechenbar der Verlauf eines Krieges ist, bevor ihr euch noch in denselben einlasset.

    Thukydides

  43. Hüte dich vor gezuckerten Zungen und gepfefferten Herzen.

    Julius Wilhelm Zincgref

  44. Der Wein ist ein Ding, in wunderbarer Weise für den Menschen geeignet, vorausgesetzt, dass er bei guter und schlechter Gesundheit sinnvoll und in rechtem Maße verwandt wird.

    Hippokrates von Kós

  45. Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.

  46. Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer ein Unglück.

    Johann Nepomuk Nestroy

  47. Wer keine Gelegenheit auslassen kann, etwas Kluges zu sagen, dem kann man die Behandlung eines großen Problems nicht anvertrauen.

    William Hazlitt

  48. Betreibt man seine dunklen Geschäfte so gründlich, dass man mit seinem eigenen Schatten verschmilzt, sollte man das Licht der Öffentlichkeit möglichst meiden

    Christa Schyboll

  49. Man muss immer wieder mit Leuten rechnen, auf die man nicht zählen kann.

  50. Nicht alle seine Fähigkeiten soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden.

    Baltasar Gracián y Morales

  51. Fürchte nicht Feinde, die angreifen, sondern Freunde, die schmeicheln

    Lord Byron

  52. Wenn du unter Fremden bist, singe nicht allein, sondern mit im Chor.

  53. Ich denke, wir müssen viel und aufmerksam zuhören, dann werden wir allmählich immer vorsichtiger antworten und immer besser.

    Rainer Maria Rilke

  54. Vor nichts soll man sich so hüten als vor dem Aufwachsen jenes Unkrauts, welches Anmaßung heißt und in uns jede gute Ernte verdirbt

    Friedrich Nietzsche

  55. Auch wenn du allein bist, solltest du nichts Böses tun oder sagen. Lerne, dich mehr vor dir selbst als vor anderen zu schämen!

    Demokrit

  56. Wenn Tiere sprechen könnten, wäre der Hund ein ungeschickter Kamerad, der unverblümt seine Meinung herausbellt, während die Katze den seltenen Charme besitzt, nie ein Wort zuviel zu sagen.

    Mark Twain

  57. Die meisten von uns haben offene Augen für die unverschämte Heuchelei, mit der sich andere täuschen, aber nur wenige von uns hüten sich vor der noch schlimmeren Heuchelei, mit der wir uns selbst belüg …

    Laurence Sterne

  58. Vertraue dich dem Manne nicht an, der jedermanns allgemeiner Freund ist! Er wird nicht irgend jemands besonderer Freund sein.

    Hesiod

  59. Man muss sich nie zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird.

    Baltasar Gracián y Morales

  60. Misstraust Du einem Menschen, so stelle ihn nicht ein. Stellst du ihn aber ein, so misstraue ihm nicht.