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Sprüche über Vorsicht

476 Sprüche — Seite 6

Nicht jede Zurückhaltung ist Schwäche. Vorsicht bedeutet, Folgen mitzudenken, Gefahren zu erkennen und das rechte Maß zwischen Mut und Leichtsinn zu finden. Deshalb ist dieses Thema kein Lob der Angst, sondern ein Ausdruck von Klugheit, Verantwortung und nüchterner Aufmerksamkeit.

Ihr Wert zeigt sich besonders dort, wo übereiltes Handeln mehr zerstören würde als entschlossenes Abwägen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Vorsicht das Leben nicht verengt, sondern schützt und dass Besonnenheit oft jene Stärke ist, die Schaden verhindert, bevor er entsteht.

  1. Heuchler sind die gefährlichsten Feinde.

    Tacitus

  2. Im Fortschritt der Geschichte nimmt die Phantasie ab und das Denken zu.

    Charles Robert Darwin

  3. Wir wandeln auf Glatteis und sind keinen Augenblick sicher, dass wir nicht fallen.

    Friedrich Vischer

  4. Wir können nicht aus der Traurigkeit heraus, wenn wir uns ständig den Puls fühlen.

    Martin Luther

  5. Wer sich vom Wolfe Rat lässt geben, dessen Schafen geht's ans Leben.

    Bernhard Freidank

  6. Empfindlich ist das Auge des Freundes, ein Sandkorn verletzt es.

  7. Unternimm nie etwas, wozu du nicht das Herz hast, dir den Segen des Himmels zu erbitten.

    Georg Christoph Lichtenberg

  8. Die Alten glauben alles. Die Gereiften misstrauen allem. Die Jungen wissen alles.

    Oscar Wilde

  9. Verjage die Fliege von der Stirn deines Freundes nicht mit dem Beil.

  10. Es ist sehr gefährlich einen Abgrund in zwei Sätzen zu überspringen

  11. Der Weise ist besorgt, sein Vermögen zu erhalten, auch wohl zu vermehren. Daher er unnützen Aufwand meidet, um die Mittel zu haben zu unvorhergesehenen Ausgaben.

    Karl Julius Weber

  12. Man nehme sich vor allen Personen in Acht, welche das bittere Gefühl des Fischers haben, der nach mühevollem Tagewerk am Abend mit leeren Netzen heimfährt.

    Friedrich Nietzsche

  13. Der wichtigste Gedanke auf dem Gipfel gilt dem Weg nach unten.

    Reinhold Messner

  14. Jeder Aufstieg in große Höhen geschieht auf einer Wendeltreppe.

    Francis Bacon

  15. Verachtung ist das Gefühl eines vorsichtigen Mannes für einen Feind, der zu mächtig ist, um ihn gefahrlos zu bekämpfen.

    Ambrose Bierce

  16. Selbst ein Drache nimmt nur einen Weg, den er kennt.

  17. Schenkt Worten keinen Glauben, wenn nicht Werke dahinter stehen.

    Maria Ward

  18. Wähle einen Freund langsam, wechsle ihn noch langsamer.

    Benjamin Franklin

  19. Willst du das Leben recht verstehen, musst du's nicht nur von vorn besehen. Von vorn betrachtet sieht ein Haus meist besser als von hinten aus.

    Wilhelm Busch

  20. Hüte Dich vor wirrem Weltgewühle; ohne Staub kommt keiner aus der Mühle.

    Julius Sturm

  21. Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften. Die Welt ist voll Tricks und Betrug. Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet.

  22. Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat.

    Kurt Tucholsky

  23. Beim Bauen muss man schauen, um sich nicht zu verhauen, sonst kommt man in des Elends Klauen.

    Abraham a Sancta Clara

  24. Willst du heiraten, so besinn dich fein Sonst bekömmst du Essig statt des Wein!

    Abraham a Sancta Clara

  25. Sag deinem Freund nicht, was dein Feind nicht hören soll

  26. Die Eitelkeit hat das Gaspedal erfunden, die Klugheit die Bremse.

  27. Vernachlässige nicht dein eigenes Feld, um das eines anderen zu jäten!

  28. Gib einen Rat mit großem Bedacht und denke daran, dass ein Tag kommen kann, an dem Du selbst einen guten Rat gebrauchen kannst.

  29. Vorsicht ist das, was wir bei anderen Feigheit nennen.

    Oscar Wilde

  30. Ein halber Freund ist auch ein halber Feind

  31. Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt

    Seneca

  32. Will man Tiefes sagen, so gewöhne man sich zunächst, nichts Falsches zu sagen.

    Marquis de Vauvenargues

  33. Geh ohne Stab nicht in den Schnee und ohne Steuer nicht zur See, geh ohne Gebet und Gottes Wort niemals aus deinem Hause fort.

  34. Rufe nicht Hase! er liege denn im Garne.

  35. Wer wilde Katzen fangen will, muss eiserne Handschuhe haben!

  36. Es ist eine schlechte Maus, die nur ein Loch weiß.

  37. Die Begeisterung ist das tägliche Brot der Jugend, die Skepsis ist der tägliche Wein des Alters.

    Pearl S. Buck

  38. Siehst du Wein im Glase blinken, lerne von mir deine Pflicht: Trinken kannst du, du kannst trinken; doch betrinke dich nur nicht!

    Gotthold Ephraim Lessing

  39. Sieh dich vor, dass der Sinn für das Große dir nicht abhanden kommt, ehe du es gewahr wirst.

    Friedrich von Schlegel

  40. Der Mittelweg ist oft doppelt gefährlich.

    Christian Dietrich Grabbe

  41. Iss mit deinem Freund, aber mach keine Geschäfte mit ihm!

  42. Flieg nicht hoch empor, dann kannst du auch nicht stürzen

  43. O Wanderer, steh und schau: Hier fiel ich - in die Hände meiner Frau! Bete für mich ein fromm Gebet, dass es dir nicht wie mir ergeht.

    Otto Julius Bierbaum

  44. Angst mahnt zur Vorsicht. Vorsichtige leben länger.

    Wilhelm Hasenclever

  45. Angst ist lebenswichtig, denn sie mahnt zur Vorsicht; Vorsicht aber ist ein Zeichen von Klugheit.

    Wilhelm Hasenclever

  46. Schmeichler sind wie Sonnenblumen, blicken nach dem Himmel hin, Wurzeln aber in der Erde, suchen Vorteil und Gewinn.

    Friedrich von Logau

  47. Die Vorsicht ist die rechte Tapferkeit.

    Euripides

  48. Was dir Menschen geben, musst du bezahlen mit dem, was du hast oder teurer mit dem, was du bist.

    Ludwig Börne

  49. Meide Menschen, die mutlos und abhängig sind und mit ihrer ewigen Erwartung des Unglücks Unglück herbeiziehen.

    Prentice Mulford

  50. Argwöhne immer dem Lärm. Ein volles Fass lärmt niemals. Ein leeres ist ein ganzes Orchester.

    Polybios Dimitrakopoulos

  51. Gebrannte Kinder fürchten das Feuer oder vernarren sich darein.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  52. Nie drohe man zuerst mit der Faust und dann mit dem Finger.

    Franklin D. Roosevelt

  53. Freunde wirst du viele lieben, wie es Muscheln gibt am Meer, doch die Schalen, die dort liegen, sind gewöhnlich alle leer.

  54. Vier Dinge dürfen uns nicht blenden: Die Vertraulichkeit des Fürsten, die Schmeichelei der Damen, das Lächeln des Feindes und die Wärme des Winters; denn sie sind von kurzer Dauer.

  55. Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht weise, nur vorsichtig.

    Ernest Miller Hemingway

  56. Politik ist die Kunst, Gott so zu dienen, dass der Teufel darüber nicht böse wird.

    Napoleon

  57. Sieh dich wohl vor, du greifst die wilde Sau am Ohr.

  58. Macht ist eine Leiter mit angesägten Sprossen.

    Philip Chesterfield

  59. Ohne Argwohn zu sein ist den meisten Menschen fast so, wie ohne Verstand zu sein.

    Ludwig Marcuse

  60. Zwischen Welt und Einsamkeit ist das rechte Leben. Nicht zu nah und nicht zu weit will ich mich begeben.

    Friedrich Rückert