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Sprüche über Vorsicht

476 Sprüche — Seite 4

Nicht jede Zurückhaltung ist Schwäche. Vorsicht bedeutet, Folgen mitzudenken, Gefahren zu erkennen und das rechte Maß zwischen Mut und Leichtsinn zu finden. Deshalb ist dieses Thema kein Lob der Angst, sondern ein Ausdruck von Klugheit, Verantwortung und nüchterner Aufmerksamkeit.

Ihr Wert zeigt sich besonders dort, wo übereiltes Handeln mehr zerstören würde als entschlossenes Abwägen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Vorsicht das Leben nicht verengt, sondern schützt und dass Besonnenheit oft jene Stärke ist, die Schaden verhindert, bevor er entsteht.

  1. Misstraust Du einem Menschen, so stelle ihn nicht ein. Stellst du ihn aber ein, so misstraue ihm nicht.

  2. Die öffentliche Meinung ist eine Gerichtsbarkeit, die ein vernünftiger Mensch nie anerkennen, aber auch nie ganz ablehnen soll

    Nicolas Chamfort

  3. Ein zur Unzeit gesprochenes Wort kann ein ganzes Leben umstürzen.

    Menander

  4. Man muss sich nie zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird.

    Baltasar Gracián y Morales

  5. Man muss sich sehr hüten, sich über einen Fehler geringschätzig hinwegzusetzen. Denn kein Feind siegt häufiger als der, den man verächtlich behandelt.

    Erasmus von Rotterdam

  6. Wer aber nun sein Leben vollkommen haben möchte, muss sich vor wirklicher Liebe und vor wirklichem Hass hüten. Mehr als ein allgemeines Wohlwollen darf er sich nicht erhoffen.

    David Herbert Lawrence

  7. Sprich nie Böses von einem Menschen, wenn du es nicht gewiß weißt! Und wenn du es gewiß weißt, so frage dich: Warum erzähle ich es.

    Johann Kaspar Lavater

  8. Im Alter versteht man besser, die Unglücksfälle zu verhüten, in der Jugend, sie zu ertragen.

    Arthur Schopenhauer

  9. Wenn du vernimmst, dass ein Berg versetzt worden sei, so glaube es; wenn du aber vernimmst, dass ein Mensch seinen Charakter geändert habe, so glaube es nicht.

  10. Der Mann ist ein wilder Fluß, die Frau ein stiller See.

  11. Wenn du selbst keine Haare auf dem Kopf hast, dann beschimpfe andere nicht als Glatzkopf.

  12. In der grossen Freude soll man niemandem etwas versprechen, in einem grossen Ärger soll man keinen Brief schreiben.

  13. Vergossenes Wasser lässt sich nicht zurückholen.

  14. Menschen, die einander ohne tatsächlich klaren Grund nicht trauen, trauen sich selber nicht

    Friedrich Vischer

  15. Schweigen ist die zweckmäßigste Haltung für den, der sich seiner selbst nicht sicher ist.

    François de la Rochefoucauld

  16. Der bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht.

    William Shakespeare

  17. Was Hände bauen, können Hände stürzen.

    Friedrich von Schiller

  18. Jemand an die Gefälligkeiten zu erinnern, die man ihm getan hat, kommt einem Vorwurf gleich.

    Demosthenes

  19. Halte Abstand - und du behälst die Übersicht.

    Wilhelm Hasenclever

  20. Vorsicht vor den Gutmütigen! Der Umgang mit ihnen erschlafft.

    Friedrich Nietzsche

  21. Hütet euch vor der Wut eines Geduldigen!

    John Dryden

  22. Die Leute verderben ihre Angelegenheiten oft kurz vor deren Vollendung. Wer am Ende seiner Arbeit achtsam ist wie zu Beginn, der verdirbt nichts

    Laotse

  23. Sag nicht Gutes über dich selbst. Man wird dir mißtrauen. Sag nichts Schlechtes über dich selbst. Man wird dich beim Wort nehmen.

    Joseph Roux

  24. Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als dass man verurteile.

    Rudolf Steiner

  25. Besser zweimal fragen, als einmal fehl gehen.

  26. Wenn man einen Riesen sieht, so untersuche man erst den Stand der Sonne und gebe Acht, ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist.

    Novalis

  27. Die Tugend des freien Menschen zeigt sich ebenso groß im Vermeiden wie im Überwinden von Gefahren.

    Baruch de Spinoza

  28. Man muss eher prüfen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt. Denn ohne einen Freund ist das Leben wie das Fressen von Löwe und Wolf.

    Epikur

  29. Der Zweifel ist das Wartezimmer der Erkenntnis.

  30. Tue nichts im Leben, was dich beschämt, wenn es dein Nachbar bemerken würde.

    Epikur

  31. Ich finde es richtig, dass man zu Beginn einer Jagd die Hasen und Fasane durch Hörnersignale warnt.

    Gustav Walter Heinemann

  32. Die Kunst zu leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit als mit der Tanzkunst, insofern man auch auf unvorhergesehene Streiche gerüstet sein muss.

    Mark Aurel

  33. Wenn es glatteist, gehen die Menschen Arm in Arm.

    Jean Paul

  34. Gelehrte und Intellektuelle sind für mich wie kokette Damen. Man sollte sie besuchen, mit ihnen parlieren, aber sie weder heiraten noch zu Ministern machen.

    Napoleon

  35. Rechtzeitige und vorsorgliche Angst ist die Mutter der Sicherheit

    Edmund Burke

  36. Jeder große Erfolg beruht auf Geheimhaltung, sonst arbeitet bewusste oder unbewusste Missgunst.

    Prentice Mulford

  37. Bevor man eine Leiter besteigt, sollte man sich vergewissern, ob sie an der richtigen Wand lehnt.

  38. Sitze nicht, wo die Spötter sitzen, denn sie sind die elendsten unter allen Kreaturen.

    Matthias Claudius

  39. Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.

    Voltaire

  40. Dumme Gedanken hat jeder, doch der Weise verschweigt sie.

    Wilhelm Busch

  41. Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, daß einer von deiner Sorte genug ist.

    Ralph Waldo Emerson

  42. Umarme deinen Feind! Denn solange du ihn mit den Armen umschlingst, ist es ihm nicht möglich, die Waffe zu ziehen

  43. Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen

  44. Es gibt kaum ein Wort heutzutage, mit dem mehr Mißbrauch getrieben wird als mit dem Worte "frei". Ich traue dem Wort nicht, aus dem Grunde, weil keiner die Freiheit für alle will; jeder will sie für s …

    Otto von Bismarck

  45. Inmitten einer großen Freude soll man nichts versprechen

  46. Es gibt Rosenzüchter, die sich mehr mit den Blattläusen beschäftigen als mit den Rosen.

    Victor Auburtin

  47. Wahrheit ist unser kostbarster Besitz. Laßt uns sparsam mit ihr umgehen.

    Mark Twain

  48. Leih jedem dein Ohr, doch wenigen deine Stimme

    William Shakespeare

  49. Frauen misstrauen Männern im Allgemeinen zu sehr und im Besonderen zu wenig.

    Gustave Flaubert

  50. Nimm die Zunge wohl in acht, sprich kein Wort, das unbedacht, denn ein Wort, zu schnell gesprochen, hat schon manches Glück zerbrochen.

  51. Einem trauen ist genug, keinem trauen ist nicht klug; doch ist's besser, keinem trauen als auf gar zu viele bauen.

    Friedrich von Logau

  52. Beurteile einen Menschen nie nach seinem Lebenslauf, denn er könnte mal dein bester Freund werden

  53. Hab Mut! Jedoch nicht, um ihn zu beweisen.

    Joachim Ringelnatz

  54. Das Glück ist verschwenderisch aber unbeständig.

    Demokrit

  55. Ich habe dem Glücke niemals getraut, auch wenn es Frieden zu halten schien.

    Seneca

  56. Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen, so brauchst du noch einen Verstand, der so groß und so ruhig ist wie ein Ozean

  57. Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen. Und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.

    Friedrich von Bodenstedt

  58. Misstrauen ist eine schlechte Rüstung, die mehr hindern als schirmen kann.

    Lord Byron

  59. Spanne den Bogen, aber schieße den Pfeil nicht ab. Es ist besser, die Leute zu erschrecken, als sie zu treffen.

  60. Wer seine Leiter zu steil stellt, kann leicht nach hinten fallen.