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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 4

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Niemand, der die Geschichte kennt, wird die Gefahren gering schätzen, die darin liegen, dass für Tagesruhm und Geld auch gewandte Redner jederzeit zu kaufen sind.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  2. Man verirrt sich nie so leicht, als wenn man glaubt, den Weg zu wissen. Nichts missglückt so schnell, als wenn man keine Schwierigkeiten sieht.

  3. Nichts wie die Schmeichelei ist so gefährlich dir. Du weißt es, dass sie lügt, und dennoch glaubst du ihr.

    Friedrich Rückert

  4. Ein Fisch, so groß, dass er ein Schiff verschlingen kann, ist auf dem Trockenen nicht einmal den Ameisen gewachsen.

    Lü Bu We

  5. Groß Glück, große Gefahr.

  6. Es gibt keine Gefahr, die größer wäre als die Kräfte, sie zu ertragen und ihr zu begegnen.

    Paul Olaf Bodding

  7. Bevor man eine Leiter besteigt, sollte man sich vergewissern, ob sie an der richtigen Wand lehnt.

  8. Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen?

    Plinius d. Ältere

  9. Die Kunst zu leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit als mit der Tanzkunst, insofern man auch auf unvorhergesehene Streiche gerüstet sein muss.

    Mark Aurel

  10. Schiffe stranden nur an Felsen, die Gott geschaffen hat.

    Gorch Fock

  11. Man verdirbt sich die Seele allein von der Berührung mit Geld.

    Alexander Alexandrowitsch Block

  12. Ich finde es richtig, dass man zu Beginn einer Jagd die Hasen und Fasane durch Hörnersignale warnt.

    Gustav Walter Heinemann

  13. Das Leben stirbt, sobald es verglichen wird. Das Leben lebt erst jenseits des Grabes.

    Edward Young

  14. Die Erde ist rund - aber man stößt sich an tausend Ecken.

    Martin Kessel

  15. Geldgier zieht Vernichtung nach sich.

    Else Pannek

  16. Ein mächtiger Freund wird zum mächtigen Feind.

  17. Wenn es glatteist, gehen die Menschen Arm in Arm.

    Jean Paul

  18. Man kann nicht für seinen Mut einstehen, wenn man nie in Gefahr gewesen ist

    François de la Rochefoucauld

  19. Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solcher Siege rächt sie sich an uns.

    Friedrich Engels

  20. Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen

    Blaise Pascal

  21. Jeder Mensch ist ein Abgrund. Man schaudert, wenn man hineinsieht.

    Georg Büchner

  22. Tue nichts im Leben, was dich beschämt, wenn es dein Nachbar bemerken würde.

    Epikur

  23. Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.

    Voltaire

  24. Lass doch die Zukunft schlafen, wie sie es verdient. Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt, bekommt man dann eine verschlafene Gegenwart.

    Franz Kafka

  25. Umarme deinen Feind! Denn solange du ihn mit den Armen umschlingst, ist es ihm nicht möglich, die Waffe zu ziehen

  26. Die Männer sind Bestien. Deshalb ist es höchst wichtig, die Kerle gut zu füttern.

    Oscar Wilde

  27. Wenn man schon fallen muss, muss man der Gefahr entgegenlaufen.

    Tacitus

  28. Den Haien entrann ich Die Tiger erlegte ich Aufgefressen wurde ich von den Wanzen.

    Bertolt Brecht

  29. Die Liebe ist eine köstliche Blume, aber man muss den Mut haben, sie vom Rande eines schauerlichen Abgrundes zu pflücken.

    Stendhal

  30. Der Plural von Lebensgefahr lautet: Lebensgefährtin

  31. Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich.

    Friedrich Nietzsche

  32. Es gibt Gefahren, denen zu entfliehen nicht Feigheit ist, sondern höchster Mut, die Kraft, sich selbst zu besiegen.

    Berthold Auerbach

  33. Toren und gescheite Leute sind gleich unschädlich. Nur die Halbnarren und die Halbweisen, das sind die Gefährlichen

    Johann Wolfgang von Goethe

  34. Man bricht das Bein selten, solange man im Leben mühsam aufwärts steigt - aber wenn man anfängt, es sich leicht zu machen und die bequemen Wege zu wählen.

    Friedrich Nietzsche

  35. Zu grosse Hast macht ungeschickt.

    Wilhelm Busch

  36. Wenn die Freude in der Stube ist, lauert die Sorge im Flur.

  37. Wer seine Leiter zu steil stellt, kann leicht nach hinten fallen.

  38. Mit Offenheit verschließt man sich leicht alle Türen.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  39. Das ist im Leben hässlich eingerichtet, dass bei den Rosen gleich die Dornen stehen.

    Joseph Victor von Scheffel

  40. Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen. Und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.

    Friedrich von Bodenstedt

  41. Das Auge des Freundes ist so empfindlich, dass der geringste Anlass es verletzt

  42. In Zeiten großer Gefahr darfst du mit dem Teufel gehen, aber nur bis über die Brücke.

  43. Die Gefahr kommt von denen, die nach eurem Geschmack sein wollen.

    Demosthenes

  44. Wenn ein Kind stolpert, hält ein guter Engel seine Hände hin.

  45. Der Wolf ist ein großer Übeltäter, doch er lehrt die Hirten, auf der Hut zu sein.

  46. Beneide niemanden, denn du weißt nicht, ob der Beneidete im stillen nicht etwas verbirgt, was du bei einem Tausche nicht übernehmen möchtest.

    August Strindberg

  47. Nur unterdrückte Worte sind gefährlich

    Ludwig Börne

  48. Ein Gedanke, der nicht gefährlich ist, ist gar nicht wert, ein Gedanke zu heißen

    Oscar Wilde

  49. Hüte Dich vor dem Imposanten. Aus der Länge des Stieles kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen.

    Peter Altenberg

  50. Das Leben bringt so viel Großes, das Groll erregt, dass man lernen muss, freundlich über das Kleine hinwegzugehen, wenn man nicht ein mürrischer Gesell werden will.

    Georg Ebers

  51. Der Schiffbrüchige fürchtet auch die ruhigen Gewässer.

    Ovid

  52. Glück ist dem Menschen gefährlicher, als Unglück. Dieses hält ihn wachsam, jenes macht ihn gleichgültig

    Charles-Louis de Montesquieu

  53. Die folgenschwersten Fehler passieren, wenn der Mensch sich für unfehlbar hält.

    Else Pannek

  54. Wer nichts sagt, erstickt daran. Wer durchgehend redet, erschlägt damit andere.

    Else Pannek

  55. Wie lange soll der Urlaub dauern? So lange, dass der Chef Sie vermisst, aber nicht so lange, bis er entdeckt, dass er auch ohne Sie recht gut auskommen kann.

  56. In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  57. Wer mit den Augen anderer sieht, übersieht die Notwendigkeit, sich seinen Platz zu schaffen.

    Else Pannek

  58. Hass ist grenzenlos.

    Heinrich Martin

  59. Nicht auf seine Leut' aufpassen, heisst, den Geldsack offen lassen.

  60. Es ist wichtiger, die Möglichkeiten des Lebens im Auge zu haben als die Gefahren.

    Rainer Haak