622 Sprüche — Seite 5
Was vollendet erscheint, verdankt sich nur selten bloßem Talent. Fleiss ist jene stille Kraft, die wiederholt, verbessert, durchhält und selbst dort noch weiterarbeitet, wo die erste Begeisterung längst verflogen ist. Deshalb gilt er seit jeher als Grundlage verlässlicher Leistung und dauerhaften Gelingens.
Sein Ansehen rührt daher, dass er nicht blendet, sondern trägt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Fleiss mit Geduld, Ordnung und Zieltreue verbunden ist und warum viele große Ergebnisse am Ende auf der unspektakulären Bereitschaft beruhen, das Notwendige immer wieder zu tun.
Fleissiger Herr macht fleissige Diener.
Das Hemd des Kindes zeigt, was für eine Mutter es hat.
Wer seine Schweißtropfen zählt, wird nie Geld zählen!
— Christian Friedrich Hebbel
Es gibt Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter.
— Ludwig Thoma
Fleiss und Übung machen gute Schüler.
Es ist bös, arbeiten und Wasser trinken.
Hans ohne Fleiss wird nimmer weis.
Den Feierabend muss man am Morgen suchen.
Man kann es auf zweierlei Art zu etwas bringen: durch eigenes Können oder durch die Dummheit der anderen.
— Jean de la Bruyère
Man sollte sich nicht schlafen legen, ohne sagen zu können, dass man an dem Tag etwas gelernt hätte.
— Georg Christoph Lichtenberg
Fleiss ist des Glückes Vater
Kein Sieger glaubt an den Zufall
— Friedrich Nietzsche
Arbeit gewinnt allezeit etwas
Wer das Höchste gewinnen will, muss das Höchste bieten
— Giacomo Casanova
Wie wir die Arbeit anschauen, so schaut uns die Arbeit wieder an
Wer einen Tag vollendet hat in irgendeinem Tagewerk, der hat einen Acker bestellt für die Ewigkeit
— Gottfried Keller
Merkmal großer Menschen ist, dass sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Viele nennen Diensteifer, was weiter nichts ist als ihr Hang zur Bosheit und Gewalttätigkeit; bei ihrem Eifer haben sie nicht die Sache, sondern ihren Vorteil im Auge
— Michel de Montaigne
Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Kennst du den Unterschied zwischen Schaffenden und Genießenden? Genießende glauben, dem Baum liege es an der Frucht; die Schaffenden wissen, dass es ihm am Samen lag.
— Friedrich Nietzsche