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Sprüche über Dummheit

482 Sprüche — Seite 24

Nichts wirkt zugleich so unerquicklich und so dauerhaft gegenwärtig wie die Dummheit. Sie zeigt sich nicht nur im Mangel an Wissen, sondern vor allem in Selbstgewissheit, Lernunwillen und der Weigerung, die eigene Begrenzung überhaupt wahrzunehmen. Darum ist dieses Thema seit jeher ein Feld für Spott, Kritik und ernste Menschenkenntnis.

Besonders entlarvend wird sie dort, wo Lautstärke den Platz von Einsicht einnimmt. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten die komischen und gefährlichen Seiten menschlicher Unvernunft und machen deutlich, warum fehlende Klugheit selten harmlos bleibt.

  1. Es ist ein gesegneter Augenblick, in welchem der Mensch seine eigene Dummheit begreift.

    August Pauly

  2. Es ist mir manchmal ein Mensch, den ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.

    August Pauly

  3. Was alles die Menschen als Zeichen von Vornehmheit ansehen, das macht sie gerade zum Pöbel.

    August Pauly

  4. Es gibt eine Sorte von Ignoranten, welche einem das Übergewicht der Unwissenheit fühlen lassen.

    August Pauly

  5. Die Köpfe mancher Menschen sind gebaut wie ihre Füße: vorne platt und in der Mitte hohl.

    August Pauly

  6. Die Menge ist ein dummes Tier, auf dessen Rücken sich jeder schlaue Glücksritter schwingen kann und trägt sie ihn einmal, so bringt ihn keiner mehr herunter als die Zeit. Diese aber sicher.

    August Pauly

  7. Wenn die Vernunft irgendeinmal am Seile zieht, so hängen sich sofort hunderttausend Narren ans andere Ende, sich dagegen zu stemmen.

    August Pauly

  8. Es gibt Menschen, deren Gegenwart wir wie eine geistige Zwangsjacke ertragen.

    Theresa Keiter

  9. Narren brüsten sich laut und bringen ihr Wissen zu Markte, doch der höhere Geist schweigt und verwendet die Kraft.

    Heinrich Martin

  10. Empfindlichkeit ist in den meisten Fällen Dummheit.

    Heinrich Martin

  11. Mit Spott verscheuchen wir die Toren, aber auch unsere Freunde.

    Heinrich Martin

  12. Wer unter allen Umständen Duldung zeigt, ist entweder ein Dummkopf oder ein Heuchler. Als ersteren können wir ihn nur bemitleiden, als letzterer aber verdient er, dass ihm jeder rechtschaffene Mensch …

    Heinrich Martin

  13. Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.

    Heinrich Martin

  14. Die nach allen Freuden rennen darfst Du leere Köpfe nennen.

    Heinrich Martin

  15. Bei keiner Erbschaft können sich wohl mehr Mitbewerber melden, als wenn solche einem großen Dummkopfe zufällt: er hat die meisten Verwandten.

    Heinrich Martin

  16. Ein Dummkopf findet immer noch einen Dümmeren, der ihn bewundert

    Nicolas Boileau-Despreaux

  17. Gefährlich wird die Halbbildung erst dann, wenn sie ihre eigene Natur als Bruchteil verkennt und sich hochmütig einbildet, bereits Bildung geworden zu sein.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  18. Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  19. Es entzieht sich keineswegs unserer Kenntnis, dass derjenige, der sein Wissen nur aus Büchern schöpft, ungebildet und einfältig ist.

    Tommaso Campanella

  20. Eine törichte Frau bricht die Kraft; aber eine verständnisvolle verdoppelt sie.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke