Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 6
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Ein Tag, der morgens beginnt, kann nicht mehr gut werden
— Ernest Miller Hemingway
Ihr Unzufriedenen in der Ehe habt euch eure Leiden selbst zugezogen, weil ihr so unbesonnen, so eilig, so vernunftlos in euerer Wahl waret.
— Abraham a Sancta Clara
Große, starke Seelen sind selten ärgerlich, desto mehr aber schwache und fast alle Weiber
— Karl Julius Weber
Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten wie die Beleidigten.
— Platon
Zwietracht und Streit sind das Werk anmaßender Begierden und Leidenschaften.
— Johann Georg Adam Forster
Gesegnet sei Dir beides, Schmerz und Lust, und jedes Werk, das Du vollenden musst; doch Gott bewahre Dich zu Deinem Heile vor Krankheit, Missmut, Langeweile
— Franz Emanuel August Geibel
Eine Lüge schleppt zehn andere nach sich
Du magst dich grade selber nicht, alles wird für dich zur Pflicht, mach eine Dummheit wie als Kind, die Wirkung ist ganz unbestimmt, ob du nun Er bist oder Sie - schaden kann das nie.
Das schnellste Pferd kann ein im Zorn gesprochenes Wort nicht einholen.
Die Musik bei einem Hochzeitszug erinnert mich immer an die Musik von Soldaten, die in den Krieg ziehen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wenn Du mit lieben Freunden streitest, bezieh Dich nur auf die aktuelle Situation - lass die Vergangenheit ruhen.
— Dalai Lama
Wenn der Kummer zu tief für's Weinen ist, kann er ein Lied auf unsere Lippen bringen.
Ein zänkisches Weib ist wie ein immer durchtriefendes Dach.
— Abraham a Sancta Clara
Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.
— Gotthold Ephraim Lessing
Mache das Geld zu deinem Gott, und es wird dich quälen wie der Teufel.
— Henry Fielding
Borg dir Probleme, wenn es dich danach drängt; aber leihe sie nicht deinen Mitmenschen.
— Rudyard Kipling
Arznei vertreibt eingebildete Krankheiten, doch Wein nicht wirklichen Kummer.
Der Mißbrauch unserer Fähigkeiten macht uns unglücklich und böse
— Jean-Jacques Rousseau
Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.
— Sully Prudhomme
Handle nie in Wut. Es bedeutet, im Sturn in See zu stechen.
— Thomas Fuller
Gehorchen wird jeder mit Genuss den Frauen, den hoch geschätzten. Hingegen machen uns meist Verdruss die sonstigen Vorgesetzten.
— Wilhelm Busch
Was das Auge nicht sieht, beschwert das Herz nicht.
Ein kleiner Zorn stärkt die Liebe
— Karl Friedrich Wilhelm Wander
Wenn wir unsere Feinde hassen, geben wir ihnen eine große Macht über unser Leben: Macht über unseren Schlaf, unseren Appetit, unsere Gesundheit und unsere Geistesruhe.
— Andrew Carnegie
Ein Widerstand um jeden Preis ist das Sinnloseste, was es geben kann
— Friedrich Dürrenmatt
Wer seinen Ärger verkürzt, verlängert sein Leben
Kummer lässt sich allein tragen. Für das Glück sind zwei Menschen erforderlich.
— Elbert Green Hubbard
Das Ärgern hab' ich eigentlich aus meinem Programm gestrichen, ebenso das Verwundern über meine Mitmenschen.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Ein böses Weib ist für Ehemann eine große Plage. Es ist wahrlich besser, unter Tigern und Löwen, unter Bären und Wölfen zu leben als mit einem bösen Weibe.
— Abraham a Sancta Clara
Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man ans Ziel kommt.
— Alfred Nobel
Durch Frauen werden die Höhepunkte des Lebens bereichert und die Tiefpunkte vermehrt.
— Friedrich Nietzsche
Bei Unverträglichkeit gedeiht kein Feuer im Haus. Der eine bläst es an, der andere bläst es aus.
Gelegenheit macht Diebe
Wo viele zarte Hände walten - na, das ist so wie es ist! Kellerschlüssel, Bodenschlüssel führen leicht zu Zank und Zwist.
— Wilhelm Busch
Alles Böse läßt sich im Anfang noch leicht unter Kontrolle bringen. Wenn es aber länger andauert, hält es sich meist allzu zähe.
— Marcus Tullius Cicero
Nur zwei große Strömungen gibt es in der Geschichte: die Niedertracht, die die Konservativen macht, und den Neid, der die Revolutionäre macht.
— Jules de Goncourt
Es ist sehr gefährlich einen Abgrund in zwei Sätzen zu überspringen
Ein Unglück kommt selten allein
Eine kleine Betriebsstörung im Verkehr zweier Herzen kann immerhin vorkommen.
— Wilhelm Busch
Alles Elend kommt davon, dass wir nicht ruhig allein in einem Zimmer sitzen können.
— Blaise Pascal
Zigaretten sind wie Frauen. Am Anfang ziehen sie gut, aber zum Schluss sammelt sich leider auch bei der Zigarette das ganze Gift im Mundstück
— George Bernard Shaw
Unordnung ist eine Uhr ohne Zeiger.
Der Erfolg eines Menschen setzt sich aus seinen Fehlschlägen zusammen.
— Ralph Waldo Emerson
Wenn man liebt, dann gedenkt man der Kränkung nicht lange.
— Fjodor M. Dostojewski
Gerät ein Tiger aufs flache Land, wird er sogar von Hunden gefoppt.
Ein Floh auf der Schlafmatte ist schlimmer als ein Löwe in der Wüste.
Das Geld, was man für seine Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt
— Johann Nepomuk Nestroy
Männer, die zur Schmetterlingsjagd tendieren, haben meist schlechte Erfahrungen mit Frauen hinter sich.
— David Herbert Lawrence
Eine gute Tafel stillt allen Groll des Spiels und der Liebe; sie versöhnt alle Menschen, bevor sie zu Bette gehen.
— Marquis de Vauvenargues
Sich zu mühen und mit dem Widerstande zu kämpfen, ist dem Menschen Bedürfnis wie dem Maulwurf das Graben.
— Arthur Schopenhauer
Lachen kann nicht zurück bringen, was Ärger vertrieben hat.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht
Einen Dieb fängt man mit einem Dieb
Wenn schlechte Leute zanken, riecht's übel um sie her; doch wenn sie sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr
— Gottfried Keller
Ein Ärgernis ist nur, wo man es nimmt, gegeben: dir Vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.
— Friedrich Rückert
Bei der Erfassung der richtigen Entscheidungen stehen meistens zwei Dinge im Gegensatz dazu: Die Eile und der Zorn.
— Thukydides
Der erste Betrug ist ärger als der letzte
Besonders tief und voll Empörung fühlt man die pekuniäre Störung
— Wilhelm Busch
Bösewicht mit Bösewicht - auf die Dauer geht es nicht.
— Wilhelm Busch
Es ist falsch, wenn man sich zu Herzen nimmt, was man in den Wind schlagen sollte.
— Baltasar Gracián y Morales