Sprüche über Ärger
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Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Nichts ist gefährlicher, als zwei Menschen auszusöhnen. Sie zu entzweien ist viel sicherer und leichter.
— Jean Paul
Besser einander beschimpfen als einander beschießen.
— Winston Churchill
Es verrät Schwäche, bei kleinen Anlässen große Hebel in Bewegung zu setzen.
— Ernst von Feuchtersleben
Ein bleierner Frieden ist besser als ein goldener Streit.
Im Recht zu sein, kann vor Gericht zum entscheidenden Nachteil werden
— Heinrich von Kleist
Wo man das Recht hinauswirft, kommt der Schrecken zur Tür herein
Wer sich zum Wurme macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird.
— Immanuel Kant
Man sollte weder Zeit noch Worte leichtsinnig verschwenden. Beides kann nicht wieder zurück genommen werden.
Vergib stets deinen Feinden. Nichts ärgert sie so.
— Oscar Wilde
Man ärgert sich nicht über Dinge, von denen man nichts weiß.
Trunkenheit erzeugt keine Fehler, sie deckt sie auf
Opfer müssen gebracht werden.
— Otto Lilienthal
Wenn man nicht miteinander spricht, wird man sich feind.
Man ist unzufrieden, wenn jemand, dem man doch selber den Abschied gegeben hat, sich bald tröstet
— Otto Flake
Bist du wütend, zähle bis vier, bist du sehr wütend, fluche.
— Mark Twain
In der grossen Freude soll man niemandem etwas versprechen, in einem grossen Ärger soll man keinen Brief schreiben.
Ohne Zweifel braucht jede Frau ab und zu eine andere Frau als Ventil für all den Druck, der auf der weiblichen Seele lastet.
— John Steinbeck
Die Dinge beim richtigen Namen zu nennen, gereicht einem oft zum Schaden.
Der Stein, den man gegen jemanden aufhebt, fällt einem auf die eigenen Füße.
Wer auf einen Dummen hört, dem geht die Sonne unter
Es ist sinnlos, dem Schicksal zu grollen, es nimmt keine Klagen an.
— Mark Aurel
Vertage die Sorgen bis auf morgen, eh du's gedacht, kommt Hilfe über Nacht.
— Theodor Fontane
Aus vielen Worten entspringt ebensoviel Gelegenheit zum Mißverständnis.
— William James
Grobe Säcke kann man nicht mit Seide nähen.
Zur Beruhigung der Gemüter trägt angemessene Beschäftigung viel bei.
— Wilhelm von Humboldt
Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen. Mit Geschwüren, die man nicht kratzen kann, ist man am allerschlimmsten dran.
Was uns den Weg verlegt, bringt uns voran.
Wer seinen Zorn runterschluckt, hat ihn noch lange nicht verdaut.
— Sebastian Kneipp
Pünktlichkeit bei einer Verabredung hat nur den einen Nachteil, dass der andere ja nicht da ist, um sie zu würdigen.
— Franklin P. Jones
Der Feinde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen
Solang die Schwiegermutter lebt, solang, Hausfriede, lebe wohl!
— Juvenal
Es wird vielen Leuten lächerlich sein, und manchen frommen Christen ärgerlich, dass wir auf einen Hund so viel Rücksicht nehmen.
— Adalbert Stifter
Bisweilen sind wir unwilliger, wenn unsere Erwartungen teilweise, als wenn sie gar nicht erfüllt werden.
— Otto Weiss
Wer austeilt, muss auch einstecken.
Das Böse, das man über andere sagt, erzeugt nur Böses
— Nicolas Boileau-Despreaux
Der Teufel hat die Welt verlassen, weil er weiß, dass die Menschen selbst einander die Hölle heiß machen.
— Friedrich Rückert
Wer sich zum Esel macht, dem wird aufgepackt.
Geschäfte, die weniger wichtig sind, brauchen deshalb noch nicht weniger lästig zu sein.
— Michel de Montaigne
Wenn du mich gern hast, schreibe mir; ich bitte dich darum. Wenn du etwas gegen mich hast, schreibe mir trotzdem, überwinde deinen Groll.
— Basilius von Caesarea
Was man nicht beachtet, das verliert seine Kraft; worüber man zürnt, das scheint man dadurch als wahr anzuerkennen.
— Tacitus
Diplomaten ärgern sich nie. Sie machen sich Notizen.
— Charles de Talleyrand
Ich habe kein Ehepaar kennengelernt, in dessen Leben es noch nie eine Revolution gegeben hat.
— John Knittel
Wer Unheil ausbrütet, wird es auch fliegen lassen
— Wilhelm Raabe
Wirf jeden Tag Ballast ab, der deine Seele beschwert - eine Furcht, einen Ärger, eine Enttäuschung, eine Trägheit
Der Philosoph wie der Hausbesitzer hat immer Reparaturen.
— Wilhelm Busch
Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andre was Böses macht; und strebt durch häufige Belehrung nach seiner Bess'rung und Bekehrung.
— Wilhelm Busch
Hindernisse sind jene furchtbaren Dinge, die du siehst, sobald du den Blick von deinem Ziel abwendest.
— Henry Ford
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns oft nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Gib niemand ungebetenen Rat, er könnte, wenn befolgt, mißglücken, und dir legt man die Schuld der Tat als schwere Last dann auf den Rücken.
Viele Zänkereien in der Ehe kommen davon, dass man fordert, der Gatte solle die Liebe erraten, die man auszusprechen zu stolz und zu schamhaft ist.
— Jean Paul
Der Kummer darf sich nicht in unserem Herzen ansammeln wie Wasser in einem trüben Tempel.
— Vincent van Gogh
Einem anderen ein Bein zu stellen macht mehr Spaß als ihm auf die Füße zu helfen.
Hat versalzen dir die Suppe deine Frau, bezähm die Wut, sag ihr lächelnd: "Süße Puppe, alles, was du kochst, ist gut".
— Christian Johann Heinrich Heine
Freundlichkeit gegen jedermann ist die erste Lebensregel, die uns manchen Kummer ersparen kann; du kannst selbst gegen die, welche dir nicht gefallen, verbindlich und höflich sein, ohne falsch und …
— Helmuth James Graf von Moltke
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben
— Konfuzius
Zorn beginnt mit Torheit und endet mit Reue.
Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie. Aller Versorger, aller Feind.
— August Strindberg
Sei doch zu groß, um von jeder Kleinigkeit beleidigt zu werden!
— Alexander Pope
Mit Offenheit verschließt man sich leicht alle Türen.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Das harte Wort schmerzt immer, sei's auch ganz gerecht.
— Sophokles