Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 5
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Zorn und Hass sind schlechte Ratgeber.
Eine Wolke kann die ganze Sonne verdunkeln. Es gibt keine Sonne ohne Schatten.
Erscheint dir etwas unerhört, bist du im tiefsten Herzen empört, bäume dich nicht auf, versuch's nicht im Streit, berühr es nicht, überlaß es der Zeit: Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter, Zeit …
— Theodor Fontane
Das harte Wort schmerzt immer, sei's auch ganz gerecht.
— Sophokles
Überall, wo Zwist herrschen kann, da muss es auch eine Entscheidung geben.
— Dante Alighieri
Wenn jemand sagt: Ich bin glücklich, so meint er damit ganz einfach: Ich habe zwar Ärger, aber der lässt mich kalt.
— Jules Renard
Durch Eintracht wachsen kleine Dinge, durch Zwietracht zerfallen die größten.
— Sallust
Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie. Aller Versorger, aller Feind.
— August Strindberg
Große Dinge zerfallen in kleine. Kleine zerbröseln in Staub.
Der wirkliche Verdruss bei der Menschheit ist der Umstand, dass sie vom Affen abstammt und nicht vom Hund.
— Arthur Schopenhauer
Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.
— Christian Johann Heinrich Heine
Jeder von uns ist sein eigener Teufel, und wir machen uns diese Welt zur Hölle.
— Oscar Wilde
Das zweite Wort macht den Streit.
Sei doch zu groß, um von jeder Kleinigkeit beleidigt zu werden!
— Alexander Pope
Frauen trösten uns über jeden Kummer hinweg, den wir ohne sie nicht hätten.
— Jean Anouilh
Es ist lästig, bei selbstverständlichen Dingen noch Beweise zu liefern.
— Dante Alighieri
Mit Offenheit verschließt man sich leicht alle Türen.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt.
— Mark Twain
Denn ein schlechter Nachbar ist eine so große Plage, wie ein guter ein Segen ist.
— Hesiod
Seinem Feind kann man nicht aus dem Weg gehen.
Lügen haben kurze Beine
Ach, wie bald verläßt der Friede den häuslichen Herd, wenn er an maßgebender Stelle keine kulinarischen Kenntnisse vorfindet!
— Wilhelm Busch
Für jede angenehme Erwartung gibt's mindestens drei unangenehme Möglichkeiten.
— Wilhelm Busch
Oh! In der Freundschaft geht es immer schief, hat man sich erst seine Geldgeheimnisse anvertraut.
— Jules Renard
Ein lästiger und ungezogener Tischgenosse zerstört alle Lust.
— Plutarch
Schweigen ist die Arznei des Ärgers.
Ein böses Wort läuft bis ans Ende der Welt
— Wilhelm Busch
Man liebt einen Menschen nicht alle Tage.
Der Zank in das Band vieler bürgerlicher Ehen
— Stendhal
Zwischen Freud und Leid ist die Brücke nicht breit
Die größten Schwierigkeiten liegen da, wo wir sie suchen.
Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich zu überwinden.
— Carl Hilty
An bösen Worten, die man ungesagt herunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
— Winston Churchill
Die Kunst der Planung besteht darin, den Schwierigkeiten der Ausführung zuvorzukommen.
— Marquis de Vauvenargues
Welchen Grund wir unseren Kummer auch geben, meist sind Eigennutz und Eitelkeiten die Ursache.
— François de la Rochefoucauld
Manch einer ist in seiner Erbitterung härter denn ein Stein, sein Herz aber ist voll von gärenden Träumen.
— Fjodor M. Dostojewski
Wenn Amtsgeheimnisse gelüftet werden, gibt es Stunk.
— Joachim Ringelnatz
... man mag sagen, was man will, der passendste Stoff, um Schrullen, die sich nun mal nicht unterdrücken lassen, auf das bescheidenste drin einzuwickeln und im Notfall zu überreichen, ist der St …
— Wilhelm Busch
Kommt der Zorn, geht der Verstand.
Wer sich zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.
Lieber auf Erden den Kummer tragen, als in der Erde begraben sein.
Tausend Fliegen hatt' ich am Abend erschlagen, doch weckte mich eine beim frühsten Tag.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Nagel, der hervorsteht, wird flach gehämmert
Man kann seiner eigenen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen.
— Robert Musil
Ein Nörgler hat nur einen natürlichen Gegner: sich selbst.
Klugheit ist oft lästig wie ein Nachtlicht im Schlafzimmer.
— Ludwig Börne
Was man so manchem übelnimmt: dass er den Wert seiner Arbeit kennt.
— Otto Weiss
Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.
— Wilhelm Busch
Böse Worte verwunden mehr als ein scharfes Schwert.
Und wenn ein Freund dich kränkte, verzeih's ihm und versteh: es ist ihm selbst nicht wohl dabei, sonst tät er dir nicht weh.
— Friedrich Rückert
Wenn Gift und Galle die Welt dir deut, und du möchtest das Herz dir gesund bewahren: Mach andern Freude! Du wirst erfahren, dass Freude freut.
— Friedrich Vischer
Es kommt immer anders! Das ist das wahrste Wort und zugleich der beste Trost, der dem Menschen in seinem Erdenleben mit auf den Weg gegeben worden ist.
— Wilhelm Raabe
Die Frauen würden sich ärgern, wenn ein Mann, den sie lieben, nicht eifersüchtig wäre.
— Ninon de Lenclos
Reiß nie das Band der Freundschaft im Streit zu schnell entzwei; wird es auch neu gebunden, ein Knoten bleibt dabei.
Wo sich die Elefanten bekämpfen, hat das Gras den Schaden.
Die Zunge ist ein Dolch aus Fleisch
Schlimmer als die böse Tat ist das Böse-sein
— Dietrich Bonhoeffer
Jede neue Lage ergibt eine neue Perspektive.
Ohrfeige nennt man diese Handlung, der Forscher nennt es Kraftverwandlung.
Die, welche dir die Nächsten und Liebsten sind, erträgst du manchmal schwer. Sei gewiss, es geht ihnen mit dir ebenso.
— Ernst von Feuchtersleben