Sprüche über Veränderung
512 Sprüche — Seite 6
Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.
Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.
Sinnlich beginnt der Mensch, dann denkt er, endlich glaubt er.
— Ludwig Börne
Studiere die Menschen, nicht um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in Ihnen aufzuwecken und in Bewegung zu setzen.
— Gottfried Keller
Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichgültigste wieder tönen lässt und in eine besondere Musik verwandelt.
— Gottfried Keller
Die Vorzüge von gestern sind oft die Fehler von morgen.
— Anatole France
Warten bringt die jungen Trauben zur Reife und wandelt, was nur sprossender Keim war, zu kraftvoller Saat.
— Ovid
Hätte ich mich mit dem Schöpfer beraten, als er das Menschengeschlecht schuf, so würde ich ihn gebeten haben, die Runzeln unterhalb der Ferse anzubringen.
— Ninon de Lenclos
Mobile Politiker bevorzugen häufig kurzfristiges Grundsatz-Leasing
— Karl-Heinz Karius
Das ist die klarste Kritik der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt
— Franz Emanuel August Geibel
In jedem starken menschlichen Gefühl ist sein Gegenteil enthalten. Im Ausbruch der Verzweiflung verkündet sich der Trost, im Jubel lauert die Verzweiflung.
— Walter Rathenau
Der Spott endet, wo das Verständnis beginnt
— Marie von Ebner-Eschenbach
Im Wachstum des Lebens hat jede Stufe ihre Vollendung: die Blüte sowohl als die Frucht.
— Rabindranath Tagore
Wenn du die Welt verändern willst, beginne mit dem Menschen, den du jeden Morgen im Spiegel siehst.
— Simone Weil
Was uns aber eigentlich zu Bewußtsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist das, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.
— Albert Schweitzer
Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht weise, nur vorsichtig.
— Ernest Miller Hemingway
Das allerbeste Mittel gegen die Sorgen ist augenblicklich, sich um die anderen bekümmern zu müssen.
— Carl Hilty
Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Ein Dummkopf bleibt ein Dummkopf nur für sich in Feld und Haus; Doch wenn du ihn zum Einfluß bringst, so wird ein Schurke draus.
— Franz Grillparzer
Je höher du wirst aufwärts gehen, dein Blick wird immer allgemeiner; stets einen größern Teil wirst du vom Ganzen sehen, doch alles Einzelne wird immer kleiner.
— William Shakespeare
In Ruhe Wurzeln schlagen kann nur, wer aufhört, sich ständig umzuschauen und herumzuziehen.
— Seneca
Alle Frauen werden wie ihre Mutter. Das ist ihre Tragödie. Männer werden nie wie ihre Mutter. Das ist ihre Tragödie.
— Oscar Wilde
Wenn dein Sohn groß ist, mache einen Bruder daraus.
Frauen sind austauschbare Instrumente für ein stets identisches Vergnügen.
— Marcel Proust
Früher wurden die Mädchen noch rot, wenn sie sich schämten; heute schämen sie sich, wenn sie rot werden!
Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen
— Albert Camus
So manche Wahrheit ging von einem Irrtum aus.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Früher bekam ein Mann eine Frau, die kochen konnte wie ihre Mutter. Heute bekommt er eine Frau, die trinken kann wie ihr Vater.
Wir stehen uns manchmal selber im Weg. Vielleicht wäre ein Umweg ein Ausweg.
Der wachsende Einfluß der Frauen ist das einzig Beruhigende an unserm politischen Leben.
— Oscar Wilde
Die Welt wird alt und wird wieder jung, doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
— Friedrich von Schiller
Wer sich gezwungen sieht, mit den Wölfen zu heulen, mag sich in reiner Notwehr befinden. Aber ist das ein Grund, hinterher mit den Schafen zu blöken?
— Gottfried Keller
Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.
— Leo Tolstoi
Ein Baum wird noch lange kein Krokodil, wenn er jahrelang im Niger treibt.
Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag
— Konfuzius
Ein Rauch verweht, ein Wasser verrinnt, eine Zeit vergeht, eine neue beginnt.
— Joachim Ringelnatz
Jede Brücke, die du nicht überquerst, ist eine verpaßte Chance auf ein neues Leben
Wenn man erkennt, man kann sich ändern, und tut es doch nicht, dann wird man schuldig
Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.
— Friedrich Nietzsche
Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie.
— Theodor Fontane
Zeit macht aus einem Gerstenkorn eine Kanne Bier.
Eine kleine Reise tut gut, um die Welt zu erneuern.
— Marcel Proust
Soviel sich auch um und in mir ändere, dieselbe Sonne, die mich als Kind bestrahlte, sieht mich unverändert jetzt an.
— Jean Paul
Das Gefühl des Menschen ist zerreissbar wie Seidenpapier. Die Welt gleicht einem Schachspiel, das sich mit jedem Zug ändert.
Was immer du tun kannst oder erträumst zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Leute, die darauf stolz sind, dass sie hart arbeiten, mag ich nicht. Wenn ihre Arbeit sie so hart ankommt, sollten sie sich eine andere suchen. Die Freude an unserer Arbeit ist das Zeichen, da …
— André Gide
Wenn man jedes Jahr eine bösartige Gewohnheit ausreißt, wird mit der Zeit der schlimmste Mensch gut
— Benjamin Franklin
Essen ist besser als Trinken für jemand unter vierzig; danach gilt die umgekehrte Regel.
Man darf niemals "zu spät" sagen. Auch in der Politik ist es nie zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang
— Konrad Adenauer
Der Ruhm eines Hochmütigen wird schnell zur Schande.
— Publius Syrus
Aus Kindern werden Leute, aus Jungfern werden Bräute.
Kinder und Bienenstöcke nehmen bald ab, bald zu.
Die Welt lohnt wie der Bock, wenn er Hörner kriegt.
Der Bock lässt wohl von Bart, aber nicht von Art.
Ein Esel bleibt ein Esel - käm er auch nach Rom.
Die Welt hat sich umgekehrt, drum habe ich arme Esel pfeifen gelehrt.
Er kommt vom Pferd auf den Esel.
Die Eule gewinnt Adlersfedern.
Ferkel sind Ferkel, und zieht man ihm eine Chorkapp an, legt es sich doch in den Dreck.
Von kleinen Fischen werden die Hechte groß.
Je fetter der Floh, je magerer der Hund.
Setz einen Frosch auf goldnen Stuhl, er hüpft doch wieder in den Pfuhl.