Sprüche über Gleichgültigkeit
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Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.
Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.
Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.
— Hippolyte Taine
Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.
— Hippolyte Taine
Gewohnheit ist eine schreckliche Tyrannin
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Gewalt und Druck über sich macht gewiss weniger Elend als Leere, innere Leerheit.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Ließen wir von dem Versuch ab, glücklich sein zu wollen, könnten wir eine recht schöne Zeit verbringen.
— Edith Wharton
Ein Unkraut ist nichts anderes als eine unbeliebte Blume.
— Ella Wheeler Wilcox
Die einzige Möglichkeit nicht über Geld nachzudenken ist, eine Menge davon zu haben
— Edith Wharton
Nichts will so zart, so unausgesetzt gepflegt sein, als die Blume des Besitzes. Wenige bedenken das und lassen daher ihr Schönstes verkommen. Eine verwelkte Liebe, ein verstorbenes Vertrauen blüht nim …
— Henriette Wilhelmine Hanke
Umweltschutz: Bisher wussten wir nicht, was wir taten. Jetzt tun wir nicht, was wir wissen.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Manche Menschen sind bereit, für ihre Sicherheit die größten Risiken einzugehen.
— Henriette Wilhelmine Hanke
In der Natur kommt das Ganze weder nach den Teilen noch vor ihnen
— Simone Weil
Das Geschöpf muss glauben, dass es nicht ist, um alles zu sein
— Simone Weil
Ich habe nie ausschließlich über Geld nachgedacht,sondern eher geglaubt, dass wir geboren sind um glücklich zu sein, wobei der sicherste Weg sich elend zu fühlen, ist, den Wert des Geldes zu überschät …
— Mary Seacole
Schwache und begrenzte Menschen sind ganz notwendig oft undankbar.
— Rahel Varnhagen von Ense
Liebe ist die größte Überzeugung. Ist diese zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.
— Rahel Varnhagen von Ense
Jeder, der nur einmal seine Überzeugung in sich zum Schweigen bringt, ist unrein, geistlos, zu allem Schlechten fähig; denn die Möglichkeit und der Anfang ist da!
— Rahel Varnhagen von Ense
Das Alltägliche genügt, um es zu tun. Soll man auch noch davon reden?
— Philipp Otto Runge
Wer ein Wohltat nicht mit Dankbarkeit vergilt, trübt selbst die Quelle sich, die ihm den Durst gestillt.
— Friedrich Julius Hammer
Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.
— Juvenal
Der Tod allein zeigt, wie nichtig die Körperchen der Menschen sind.
— Juvenal
Es ist schändlich, um des Lebens willen den Sinn des Lebens zu verlieren.
— Juvenal
Eine verschwenderische Frau merkt nicht des Vermögens verschwinden.
— Juvenal
Niemanden stört eine Unterbrechung, wenn es Beifall ist
— Kin Hubbard
Je weniger Bedeutung ein Staatsmann hat, desto mehr liebt er die Fahne.
— Kin Hubbard
Gewöhnlichkeiten werden jedem geglaubt, zum Ungewöhnlichen bedarf es der Autorität
— August Pauly
Das gehört auch zu den Wundern des Lebens, dass die Menschen das Größte, was sie besitzen, wieder vergessen können.
— August Pauly
Wärme und Kälte unserer Welt, ihr Licht und ihre Dunkelheit gehen von unseren Herzen aus. Sie selbst liegt draussen in ihrem unveränderlichen Wert, in ihrem ewigen Treiben und ihrer ewigen Gleichgülti …
— August Pauly
Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er nach seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.
— August Pauly
Wenn das Große einmal der Menge gehört, ist es ein Götze geworden.
— August Pauly
Wie wäre es möglich, dass einer, der den Blick auf das Universum gerichtet hat, noch den kleinen Unterschied zwischen einem Bettler und einem König wahrnehmen könnte?
— August Pauly
Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.
— August Pauly
Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.
— August Pauly
Meinungen und Wille von Toren sollen dem Vernünftigen wie Glas sein, das an dem Eisen seiner Entschlüsse zersplittert.
— August Pauly
Willst Du, dass Dich die Toren in Deinen Meinungen und Rechten unangefochten lassen, so lasse auch ihnen ebenso ihren Wahn und ihre Einbildungen.
— Heinrich Martin
Schmücke nie Dein Werk mit allzu viel Erwartung, denn nichts Herb'res gibt's, als nüchterne Enttäuschung.
— Heinrich Martin
Das Herz des Reichen ist verarmt, das sich des Dürft'gen nicht erbarmt.
— Heinrich Martin
Wie viel Glück und Freude geht uns oft unbeachtet und spurlos verloren, deren Wert wir erst nach dem Verluste erkennen.
— Heinrich Martin
Den Erleuchteten ist jeder Tag Sonntag und Werktag zugleich
— Friedrich Lienhard
Der beste Mensch ist der, der sich um sich selbst kümmert. Lasst euch von niemanden so tief hinabziehen, dass ihr ihn hasst.
— Booker T. Washington
Die Trägheit des Herzens spiegelt sich in den Unterlassungen
— Jakob Wassermann
Jubelt, und die Männer werden euch nachlaufen; trauert, und sie werden sich umdrehen und gehen. Nur an euren Freuden möchten sie uneingeschränkt teilhaben.
— Ella Wheeler Wilcox
Ein Lehrer ohne Freudigkeit ist eine Uhr ohne Feder
— Friedrich Polack
Der Mensch ist kalt wie Eis gegenüber den Wahrheiten; er ist aber Feuer gegenüber den Lügen.
— August Lafontaine
Unannehmlichkeiten von rohen Menschen sollte man abschütteln wie Schneeflocken. Höchstens darf eine leise auf uns vergehen und ein Tropfen Wasser werden, eine stille Träne.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Die Zeit und der Zufall können nichts für diejenigen tun, welche für sich selbst nichts tun wollen. Sogar die Vorsehung kann kaum ein Volk retten, das nicht gefasst ist, selbst seine Sicherheit zu erk …
— George Canning
Mehr als durch gesprochene Worte kann man durch ungesprochene Worte Schuld auf sich laden.
— Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke
Was wir nicht zu erkennen vermögen, ist uns zu wissen nicht notwendig.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Die Menschen kann man leicht verachten, aber nicht ihre Achtung entbehren.
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Schmach über jeden, der nichts tut, weil er weiß, dass es andere gibt, die auch nichts tun!
— Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg