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Sprüche über Gleichgültigkeit

531 Sprüche — Seite 9

Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.

Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.

  1. Das allgemeine Wahlsystem in einem gleichgültigen Land läuft immer darauf hinaus, die Macht in die Hände deklassierter Schwätzer zu legen.

    Hippolyte Taine

  2. Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.

    Hippolyte Taine

  3. Gewohnheit ist eine schreckliche Tyrannin

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  4. Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  5. Gewalt und Druck über sich macht gewiss weniger Elend als Leere, innere Leerheit.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  6. Ließen wir von dem Versuch ab, glücklich sein zu wollen, könnten wir eine recht schöne Zeit verbringen.

    Edith Wharton

  7. Ein Unkraut ist nichts anderes als eine unbeliebte Blume.

    Ella Wheeler Wilcox

  8. Die einzige Möglichkeit nicht über Geld nachzudenken ist, eine Menge davon zu haben

    Edith Wharton

  9. Nichts will so zart, so unausgesetzt gepflegt sein, als die Blume des Besitzes. Wenige bedenken das und lassen daher ihr Schönstes verkommen. Eine verwelkte Liebe, ein verstorbenes Vertrauen blüht nim …

    Henriette Wilhelmine Hanke

  10. Umweltschutz: Bisher wussten wir nicht, was wir taten. Jetzt tun wir nicht, was wir wissen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  11. Manche Menschen sind bereit, für ihre Sicherheit die größten Risiken einzugehen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  12. In der Natur kommt das Ganze weder nach den Teilen noch vor ihnen

    Simone Weil

  13. Das Geschöpf muss glauben, dass es nicht ist, um alles zu sein

    Simone Weil

  14. Ich habe nie ausschließlich über Geld nachgedacht,sondern eher geglaubt, dass wir geboren sind um glücklich zu sein, wobei der sicherste Weg sich elend zu fühlen, ist, den Wert des Geldes zu überschät …

    Mary Seacole

  15. Schwache und begrenzte Menschen sind ganz notwendig oft undankbar.

    Rahel Varnhagen von Ense

  16. Liebe ist die größte Überzeugung. Ist diese zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.

    Rahel Varnhagen von Ense

  17. Jeder, der nur einmal seine Überzeugung in sich zum Schweigen bringt, ist unrein, geistlos, zu allem Schlechten fähig; denn die Möglichkeit und der Anfang ist da!

    Rahel Varnhagen von Ense

  18. Das Alltägliche genügt, um es zu tun. Soll man auch noch davon reden?

    Philipp Otto Runge

  19. Wer ein Wohltat nicht mit Dankbarkeit vergilt, trübt selbst die Quelle sich, die ihm den Durst gestillt.

    Friedrich Julius Hammer

  20. Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.

    Juvenal

  21. Der Tod allein zeigt, wie nichtig die Körperchen der Menschen sind.

    Juvenal

  22. Es ist schändlich, um des Lebens willen den Sinn des Lebens zu verlieren.

    Juvenal

  23. Eine verschwenderische Frau merkt nicht des Vermögens verschwinden.

    Juvenal

  24. Niemanden stört eine Unterbrechung, wenn es Beifall ist

    Kin Hubbard

  25. Je weniger Bedeutung ein Staatsmann hat, desto mehr liebt er die Fahne.

    Kin Hubbard

  26. Gewöhnlichkeiten werden jedem geglaubt, zum Ungewöhnlichen bedarf es der Autorität

    August Pauly

  27. Das gehört auch zu den Wundern des Lebens, dass die Menschen das Größte, was sie besitzen, wieder vergessen können.

    August Pauly

  28. Wärme und Kälte unserer Welt, ihr Licht und ihre Dunkelheit gehen von unseren Herzen aus. Sie selbst liegt draussen in ihrem unveränderlichen Wert, in ihrem ewigen Treiben und ihrer ewigen Gleichgülti …

    August Pauly

  29. Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er nach seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.

    August Pauly

  30. Wenn das Große einmal der Menge gehört, ist es ein Götze geworden.

    August Pauly

  31. Wie wäre es möglich, dass einer, der den Blick auf das Universum gerichtet hat, noch den kleinen Unterschied zwischen einem Bettler und einem König wahrnehmen könnte?

    August Pauly

  32. Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

    August Pauly

  33. Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.

    August Pauly

  34. Meinungen und Wille von Toren sollen dem Vernünftigen wie Glas sein, das an dem Eisen seiner Entschlüsse zersplittert.

    August Pauly

  35. Willst Du, dass Dich die Toren in Deinen Meinungen und Rechten unangefochten lassen, so lasse auch ihnen ebenso ihren Wahn und ihre Einbildungen.

    Heinrich Martin

  36. Schmücke nie Dein Werk mit allzu viel Erwartung, denn nichts Herb'res gibt's, als nüchterne Enttäuschung.

    Heinrich Martin

  37. Das Herz des Reichen ist verarmt, das sich des Dürft'gen nicht erbarmt.

    Heinrich Martin

  38. Wie viel Glück und Freude geht uns oft unbeachtet und spurlos verloren, deren Wert wir erst nach dem Verluste erkennen.

    Heinrich Martin

  39. Den Erleuchteten ist jeder Tag Sonntag und Werktag zugleich

    Friedrich Lienhard

  40. Der beste Mensch ist der, der sich um sich selbst kümmert. Lasst euch von niemanden so tief hinabziehen, dass ihr ihn hasst.

    Booker T. Washington

  41. Die Trägheit des Herzens spiegelt sich in den Unterlassungen

    Jakob Wassermann

  42. Jubelt, und die Männer werden euch nachlaufen; trauert, und sie werden sich umdrehen und gehen. Nur an euren Freuden möchten sie uneingeschränkt teilhaben.

    Ella Wheeler Wilcox

  43. Ein Lehrer ohne Freudigkeit ist eine Uhr ohne Feder

    Friedrich Polack

  44. Der Mensch ist kalt wie Eis gegenüber den Wahrheiten; er ist aber Feuer gegenüber den Lügen.

    August Lafontaine

  45. Unannehmlichkeiten von rohen Menschen sollte man abschütteln wie Schneeflocken. Höchstens darf eine leise auf uns vergehen und ein Tropfen Wasser werden, eine stille Träne.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  46. Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  47. Die Zeit und der Zufall können nichts für diejenigen tun, welche für sich selbst nichts tun wollen. Sogar die Vorsehung kann kaum ein Volk retten, das nicht gefasst ist, selbst seine Sicherheit zu erk …

    George Canning

  48. Mehr als durch gesprochene Worte kann man durch ungesprochene Worte Schuld auf sich laden.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  49. Was wir nicht zu erkennen vermögen, ist uns zu wissen nicht notwendig.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  50. Die Menschen kann man leicht verachten, aber nicht ihre Achtung entbehren.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer

  51. Schmach über jeden, der nichts tut, weil er weiß, dass es andere gibt, die auch nichts tun!

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg