Sprüche über Gleichgültigkeit
531 Sprüche — Seite 6
Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.
Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.
Es ist ganz einerlei, was man macht und was die Leute von einem denken, solange man Geld in der Tasche hat.
— John Knittel
Jedes Lebendige freut sich seines Lebens. Es fragt und grübelt nicht wozu es da sei. Sein Dasein ist im Zweck und sein Zweck das Dasein.
— Johann Gottfried Herder
Zielstrebigkeit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Erfolg im Leben, egal welches Ziel man verfolgt.
— John D. Rockefeller
Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.
— Perikles
Wir halten den, der sich den politischen Angelegenheiten fernhält, nicht für einen ruheliebenden, sondern für einen unnützen Menschen.
— Perikles
Echte Revolutionäre sind die, die nichts zu verlieren haben.
— Michail Bakunin
Das Brot, das ihr verderben laßt, ist das Brot der Hungernden.
— Basilius von Caesarea
Nur wer wirklich wichtig genug ist, wird eventuell auch mit unfreundlichen Blicken bedacht. In unwichtige Personen investiert man weder Gedanke, Blicke noch Zeit.
— Christa Schyboll
Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation, und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.
— Meyer A. Rothschild
Ging ein Hund tausend Stund zur Kirche, er wär doch ein Hund.
— Bernhard Freidank
Der Weg, auf dem eine Regierung zugrunde geht, ist der, wenn sie bald dies, bald jenes tut, wenn sie heute etwas zusagt, und dies morgen nicht mehr befolgt.
— Otto von Bismarck
Ein Mensch wie ich pfeift auf das Leben einer Million Menschen.
— Napoleon
Manche Wahrheiten sollen nicht, manche brauchen nicht, manche müssen gesagt werden
— Wilhelm Busch
Ist einer heiter, so ist es einerlei, ob er jung oder alt, gerade oder bucklig, arm oder reich sei; er ist glücklich.
— Arthur Schopenhauer
Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz.
— Karl Theodor Jaspers
Es sei gleich morgen oder heut, Sterben müssen alle Leut'
— Abraham a Sancta Clara
Egoisten sind von unseren Freunden alle, denen unsere Freundschaft gleichgültig ist.
— Henry de Montherlant
Hoch Gestellte kennen das Volk nicht und denken auch gar nicht daran, es kennen zu lernen.
— Marquis de Vauvenargues
Wir kümmern uns nicht, dass wir nicht da gewesen sind, ehe wir geboren wurden. Warum uns kümmern, nicht mehr da zu sein, wenn wir gestorben sind?
— Karl Julius Weber
Es ist zwecklos, den Eltern nach ihrem Tode zu opfern, wenn man sie zu Lebzeiten nicht unterstützt
Unter Umständen ist es für manches Kind am besten, wenn es gar nicht erzogen wird.
— Peter Rosegger
Daheim werden verständige Männer am wenigsten geschätzt.
Wer stark und wer kaum mehr liebt, ist gleich schwer zu befriedigen.
— François de la Rochefoucauld
Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer sich mit Raten, Vermutungen und unbewiesenen Schlussfolgerungen zufrieden gibt, der wird nie gescheit.
— Mark Twain
Vollkommenheitsapostel übersehen eigene Fehler vollkommen.
— Else Pannek
Wenn du einen Rosenstrauch willst, pflanze keinen Tomatensamen. Wenn du Freundlichkeit willst, pflanze keine Gleichgültigkeit.
Einen Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht mehr.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichgültigste wieder tönen lässt und in eine besondere Musik verwandelt.
— Gottfried Keller
Es ist ein Zeichen von Mittelmäßigkeit, nur mäßig zu leben.
— Benjamin Franklin
Die Jugend verachtet die Folgen; darauf beruht ihre Stärke.
— Martin Kessel
Den Augen eines Verliebten sind selbst Pockennarben Grübchen.
Schlummer nicht in den Zelten deiner Väter. Die Welt rückt vor.
— Giuseppe Mazzini
Denkmäler für berühmte Leute: Steine, die wir nach dem Tode denen geben, für die wir bei Lebzeiten kein Brot übrig hatten.
— Kazimierz Bartoszewicz
Richtig oder falsch, der Kunde hat immer recht.
— Marshall Field
Wer glaubt, auf andere nicht mehr angewiesen zu sein, wird unerträglich.
— Marquis de Vauvenargues
Zwar man zeuget viele Kinder, doch man denket nichts dabei. Und die Kinder werden Sünder, wenn's den Eltern einerlei.
— Wilhelm Busch
Es fehlt uns das Gefühl für die Schönheit des Sprechens und noch mehr für charakteristisches Sprechen
— Rudolf Steiner
Eine Sache, welche vielen gehört, wird schlechter verwaltet als eine Sache, die einem Einzelnen gehört
— Aristoteles
Wer aufhört, besser sein zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein.
— Oliver Cromwell
Wenn ich aufhören werde, mich zu entrüsten, werde ich zu altern begonnen haben.
— André Gide
Überlass dein Boot auf dem Meere des Schicksals nicht den Wellen, sondern rudere selbst; aber rudere nicht ungeschickt.
— August von Platen
Der vollkommene Weltmann wäre der, welcher nie in Unschlüssigkeit stockte und nie in Übereilung geriete.
— Arthur Schopenhauer
Die Schurken sind immer praktisch tüchtiger als die ehrlichen Leute, weil ihnen die Mittel gleichgültig sind.
— Franz Grillparzer
Wer nicht zuweilen zu viel empfindet, der empfindet immer zu wenig
— Jean Paul
Man darf nie seine Absicht zeigen, sondern man muss vorher mit allen Mitteln sein Ziel zu erreichen suchen.
— Nicolaus Machiavelli
Leben ist aussuchen. Und man suche sich das aus, was einem erreichbar und adäquat ist, und an allem anderen gehe man vorüber.
— Kurt Tucholsky
Deshalb fehlen wir, weil wir über des Lebens Einzelheiten alle uns den Kopf zerbrechen, um das Ganze aber niemand sich kümmert.
— Wilhelm Raabe
Ich lese keine Zeitung. Was wirklich wichtig ist, erfahre ich an der Börse.
— Meyer A. Rothschild
Mir ist alles einerlei. Mit Verlaub, ich bin so frei.
— Wilhelm Busch
Die meisten Männer heiraten aus Gedankenlosigkeit, wie sie aus Gedankenlosigkeit Kriege führen.
— Henry de Montherlant
Lass dir Leben und Tod gleich wichtig sein, und dein Verstand wird ohne Angst sein.
— Laotse
Die größte Ersparnis, die sich im Bereich des Denkens erzielen lässt, besteht darin, die Nicht-Verstehbarkeit der Welt hinzunehmen und sich um die Menschen zu kümmern.
— Albert Camus
Nichts ist dem Interesse so zuwider als Einförmigkeit, und nichts ihm dagegen so günstig als Wechsel und Neuheit.
— Heinrich von Kleist
Mögen Menschen kommen und gehen - mögen die Glocken läuten und Kinder schreien - wir wollen diesen Tag feiern!
— Henry David Thoreau
Wie es Leute gibt, die Bücher wirklich studieren, und andere, die sie nur durchblättern, gibt es Reisende, die es mit Ländern ebenso machen: Sie studieren sie nicht, sondern blättern sie nur durch.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Wenn ganz ohne Sorgen die Tage verschweben, das ist ein hohles, ein halbes Leben, doch glücklich ist der begnadete Mann, der seine Sorgen sich wählen kann.
— Oscar Blumenthal
Was hilft Gesetz, was helfen Strafen, wenn Obrigkeit und Fürsten schlafen.
— Magnus Gottfried Lichtwer
Streue nur gute Körner aus und sorge nicht, was aus ihnen wird
— Theodor Fontane
Wie könnte die Macht der Presse bestehen, wenn wir sie einfach ignorierten? Und wie wenig Anstrengung hätte uns das zu kosten!
— Richard Wagner