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Sprüche über Verständnis

552 Sprüche — Seite 3

Wirkliches Verständnis beginnt dort, wo der andere nicht nur gehört, sondern innerlich mitgedacht wird. Es verlangt Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, hinter Worte, Gesten und Urteile zu sehen. Deshalb zählt dieses Thema zu den feineren und zugleich schwierigeren Formen menschlicher Beziehung.

Seine Bedeutung zeigt sich besonders in einer Welt, in der vieles vorschnell eingeordnet und wenig wirklich begriffen wird. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Verständnis nicht mit Zustimmung verwechselt werden darf, sondern eine Haltung des ernsthaften Erfassens und der menschlichen Offenheit meint.

  1. Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur den Freund.

    Heinrich von Kleist

  2. Ältere Freundschaften haben vor neuen hauptsächlich das voraus, dass man sich schon viel verziehen hat

    Johann Wolfgang von Goethe

  3. Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt!

    William Shakespeare

  4. Der alte Arzt spricht Latein, der junge Arzt spricht Englisch, der gute Arzt spricht die Sprache seiner Patienten.

  5. Der eine fährt Mist, der andre spazieren; das kann ja zu nichts Gutem führen ...

    Wilhelm Busch

  6. Deinen Mitmenschen darfst du vieles verzeihen, dir selber aber nichts

    Konfuzius

  7. Liebe ist die Fähigkeit und Bereitschaft, den Menschen, an denen uns gelegen ist, die Freiheit zu lassen, zu sein, was sie sein wollen, gleichgültig, ob wir uns damit identifizieren können oder nicht.

    George Bernard Shaw

  8. Zuerst lieben die Kinder ihre Eltern. Nach einer gewissen Zeit fällen sie ihr Urteil über sie. Und selten, wenn überhaupt je, verzeihen sie ihnen.

    Oscar Wilde

  9. Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben sollen.

    Peter Rosegger

  10. Nur der Unwissende wird böse. Der Weise versteht.

  11. Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht, ehe sie ihn gebrochen haben.

    Franz Liszt

  12. Das Leben an einem Ort ist erst dann schön, wenn die Menschen ein gutes Verhältnis zu einander haben.

    Konfuzius

  13. Mache, dass ich danach trachte zu trösten, statt getröstet zu werden, zu verstehen, statt verstanden zu werden, zu lieben, statt geliebt zu werden. Denn wir können nur empfangen, wenn wir geben.

    Franz von Assisi

  14. Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nicht aus Erfahrung lernen

    George Bernard Shaw

  15. Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners zu verteidigen suchen

    Jean Paul

  16. Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, das verstünden sie auch

    Johann Wolfgang von Goethe

  17. Sag etwas, das sich von selbst versteht, zum ersten Mal, und du bist unsterblich

    Marie von Ebner-Eschenbach

  18. Ein jeder hat seine eigne Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen sein soll.

    Heinrich von Kleist

  19. Ich beobachte mich und verstehe dadurch die anderen.

    Laotse

  20. Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann

    Winston Churchill

  21. Kinder müssen mit großen Leuten viel Nachsicht haben.

    Antoine de Saint-Exupéry

  22. Wer über die Fehler anderer lacht, macht selber einen.

  23. Du siehst alles ein bißchen klarer mit Augen, die geweint haben.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  24. Ich bin in meiner Jugend mit alten Leuten umgegangen und gehe in meinem Alter mit jungen um. Das ist die Weise, wie der Mensch möglichst behaglich durch die Welt kommen mag.

    Wilhelm Raabe

  25. Kindererziehung ist ein Beruf, wo man Zeit zu verlieren verstehen muss, um Zeit zu gewinnen

    Jean-Jacques Rousseau

  26. Wie wolltest du dich unterwinden, kurzweg die Menschen zu ergründen. Du kennst sie nur von außenwärts. Du siehst die Weste, nicht das Herz.

    Wilhelm Busch

  27. Für den Wert des Menschen ist die Güte des Charakters das Höchste, aber für das Zusammenleben ist Humor und Temperament beinahe noch wichtiger.

    Franz Grillparzer

  28. Was ist ein Freund? Eine einzige Seele, die in zwei Körpern wohnt.

    Aristoteles

  29. Zum Lernen ist niemand zu alt

  30. Das lebendige Leben muß etwas unglaublich Einfaches sein. Und deshalb gehen wir an ihm vorüber, ohne es zu erkennen.

    Fjodor M. Dostojewski

  31. Seid miteinander freundlich, herzlich, vergebt einer dem anderen, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christus.

  32. Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern treiben. Willst du die andern verstehn, blick in dein eigenes Herz.

    Friedrich von Schiller

  33. Blase dein Stücklein, aber wolle deinen Takt nicht der ganzen Menschheit aufdrängen

    Wilhelm Raabe

  34. Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen.

    Bertolt Brecht

  35. Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.

    Georg Christoph Lichtenberg

  36. Die Pauke verdient mehr Verständnis. Wer ständig gehauen wird, hat auch das Recht, mal laut zu werden

    Karl-Heinz Karius

  37. Schlechte Zeugen sind den Menschen Augen und Ohren, wenn die Seele deren Sprache nicht versteht.

    Heraklit von Ephesos

  38. Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.

    Wilhelm Dilthey

  39. Nur gegenseitiges Verständnis kann ein erträgliches Verhältnis schaffen. Dem, der aufrichtig seinen Standpunkt vertritt, muss auch Glauben geschenkt werden.

    Robert Bosch

  40. Lieb dein Kind mit Geduld; dann hat es Sonne.

    Adolf von Wilbrandt

  41. Erst im Laufe der Zeit lernen sich manche Eheleute so gut verstehen, dass es zur Scheidung kommt.

    Otto Weiss

  42. Alles ist schon einmal gesagt worden, aber da niemand zuhört, muß man es immer wieder sagen

    André Gide

  43. Verwendet nie ein neues Wort, sofern es nicht drei Eigenschaften besitzt: Es muß notwendig, verständlich und wohlklingend sein

    Voltaire

  44. Ich zieh' es vor zu schweigen bei Dingen, wo mir das Verständnis fehlt.

    Sophokles

  45. Tue nichts, wovon du nichts verstehst, doch lasse dich belehren soviel als nötig; so wirst du das angenehmste Leben verbringen.

    Pythagoras

  46. Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.

    Theodor W. Adorno

  47. Der Arzt versteht im besten Fall etwas von Krankheit, aber nichts von Gesundheit. Er ist ja mit normalen, gesunden Menschen fast nicht mehr in Berührung.

    Prentice Mulford

  48. Die Mehrzahl der großen Männer hat den größten Teil ihres Lebens mit anderen Menschen zugebracht, welche sie nicht begriffen, nicht liebten und sie nur mäßig schätzten.

    Marquis de Vauvenargues

  49. Niemand, der an der Spitze der Geschäfte steht, wünscht immer deutlich zu sein.

    Thomas Babington Macaulay

  50. Notwendiger ist: zu lieben, um zu verstehen, als zu verstehen, um zu lieben.

    Henry de Montherlant

  51. Ein Hund versteht unsern Willen, weil wir aufrichtig sind mit ihm.

    Bettina von Arnim

  52. Wer dein Schweigen nicht versteht, versteht auch deine Worte nicht.

    Elbert Green Hubbard

  53. Das Gefühl versteht, was der Verstand nicht begreift.

    Johannes Bonaventura

  54. Gebildete und erfahrene Männer sind stets die nachsichtigsten und duldsamsten, während unwissende und engherzige Personen nachtragen und keine Rücksicht kennen.

    Samuel Smiles

  55. Das Beste, was der Mensch für einen anderen tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist.

    Adalbert Stifter

  56. Gar mancher kommt trotz vielem Lesen mit dem Verständnis in die Brüche. Wohl hat er die Sprüche der Weisheit gelesen, doch nicht verstanden die Weisheit der Sprüche.

    Friedrich von Bodenstedt

  57. Wer nie ein Knecht gewesen, kann auch kein guter Herr sein.

  58. Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

    Marie Curie

  59. Wer im Verkehr mit Menschen die Manieren einhält, lebt von seinen Zinsen, wer sich über sie hinwegsetzt, greift sein Kapital an

    Hugo von Hofmannsthal

  60. Denn, leider Gottes, so ist der Schlechte, dass er immer was anderes möchte, auch hat er ein höchst verruchtes Gelüst, grade so zu sein, wie er eben ist.

    Wilhelm Busch