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Sprüche über Selbstentwicklung

611 Sprüche — Seite 10

Kein reifes Leben entsteht von selbst. Selbstentwicklung meint den langen Prozess, an Erfahrungen zu wachsen, sich zu prüfen, Gewohnheiten zu verändern und dem eigenen Wesen nach und nach eine bewusstere Form zu geben. Darum gehört dieses Thema zu den anspruchsvollsten und zugleich fruchtbarsten Bereichen menschlicher Lebenskunst.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Optimierung, sondern in Ehrlichkeit, Disziplin und innerer Beweglichkeit. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Entwicklung oft mit Verzicht, Geduld und unbequemen Einsichten beginnt und gerade darin den Weg zu größerer Freiheit und Klarheit eröffnet.

  1. Das Streben nach Vollkommenheit macht manchen Menschen vollkommen unerträglich.

    Gottfried August Bürger

  2. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer.

    Jean Paul

  3. Ohne eigenes Erleben erwirbt man keine Erweiterung des Horizonts.

  4. Der rasche innere Fortschritt geschieht nur durch starke Erschütterungen. Wenn man denselben also wünscht, so darf man diese nicht allzusehr scheuen.

    Carl Hilty

  5. Erfahrung kann auf zweierlei Weise benützt werden: entweder insofern sie Modelle, oder insofern sie Prinzipien liefert.

    Friedrich von Gentz

  6. Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich, daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt

    Christian Morgenstern

  7. Deine natürlichen Fähigkeiten reichen nicht aus, um dich bedeutsam zu machen.

    Epicharmos

  8. Technik kann jeder Schafskopf haben, kann jeder lernen.

    Arnold Böcklin

  9. Leben bedeutet immer: dem Höheren, der Vollkommenheit entgegenstreben, sich emporschwingen und versuchen, den Gipfel zu erreichen.

    Boris Pasternak

  10. Jedes böse Beispiel legt in das jugendliche Herz den Samen des Bösen, der sich später zur giftigen Frucht entwickelt.

    Ignaz Anton Demeter

  11. Die klugen Menschen suchen sich selbst die Erfahrung aus, die sie zu machen wünschen.

    Thomas Henry Huxley

  12. Wer eigene Gedanken hat, der muss damit anfangen, den Sprachgebrauch zu reformieren.

    Richard Rothe

  13. Bewahre deine Liebe zur Natur, denn das ist der richtige Weg zu immer besserem Kunstverständnis.

    Vincent van Gogh

  14. Nichts hemmt und hindert einen Menschen mehr an der Entfaltung seiner Persönlichkeit, als die Angst.

    Nikolaus B. Enkelmann

  15. Stetes Pflichtbewusstsein ist die wahre Krone des Charakters.

    Samuel Smiles

  16. Die Symphonie unseres Lebens besteht aus den Motiven unserer Jugend

    Peter Sirius

  17. Wenn der Geist sich einmal seiner selbst bewusst geworden, bildet er von sich aus seine Welt weiter.

    Jacob Christoph Burckhardt

  18. Wer nicht die Kraft hat, sich selbst zu vollenden, kann auch anderen keine dauernde Hilfe bringen.

    Prentice Mulford

  19. Lerne, von Dingen wegzudenken, bis ihre Zeit da ist. Damit entlässt du den Gedanken an die Verantwortung, bis es zweckmäßig oder nützlich ist, ihm Einlass zu gewähren.

    Prentice Mulford

  20. Wir sind die Summe unserer Erfahrungen.

    Prentice Mulford

  21. Täglich mit frischen Augen die Dinge betrachten lernen, täglich die Pläne, Ansichten und Ziele des gestrigen Tages überflügeln.

    Prentice Mulford

  22. Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.

    Alfred Adler

  23. Der Mann hat anderes zu tun als der Jüngling

    Francesco Petrarca

  24. Weil es unmöglich ist, äußerlich der zu sein, der du möchtest, werde innerlich zu dem, der du sein sollst

    Francesco Petrarca

  25. Wer alles werden will, wird nie vollkommen werden.

    Karl Wilhelm Ramler

  26. Gebt dem Menschen das Bewusstsein dessen, was er ist, und er wird auch bald lernen zu sein, was er soll

    Carl Friedrich von Rumohr

  27. Leben ist die dauernde Anpassung innerer Beziehung an äussere.

    Herbert Spencer

  28. Auch ein Mensch von Genie und Tugend ist nur ein Mensch. Alle seine Gaben können nicht gleichmäßig entwickelt sein.

    Thomas Babington Macaulay

  29. Die Vertrauensseligen der Gegenwart sind die Misstrauischen der Zukunft.

    Otto Weiss

  30. Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.

    Edward Young

  31. Nur indem wir beständig von dem Gefühl unserer Unvollkommenheit begleitet werden, vervollkommnen wir uns.

    Helene von Druskowitz

  32. Jeder Fehler ist ein Schritt zum Erfolg.

    William Whewell

  33. Von Zeit zu Zeit erweitert sich der Verstand eines Menschen durch eine neue Idee oder eine neue Empfindung und schrumpft nie wieder auf sein vorheriges Maß zurück.

    Oliver Wendell Holmes

  34. Wer recht gehorchen lernt, der wird auch einmal recht kommandieren können.

    Philipp Engelhard von Nathusius

  35. Der Weg zur Vollkommenheit und zu jedem Fortschritt ist fortwährende Selbstkritik.

    Arnold Böcklin

  36. Wer die Menschen belehren oder beherrschen will, der muss zuerst sich selbst überwinden und Herr seiner eigenen Leidenschaft werden. Das ist die erste Bedingung jeder Macht, welche wir über andere a …

    Joszef Freiherr von Eötvös

  37. Wer seinen Egoismus überwindet, der entledigt sich des bedeutendsten Hindernisses, welches jeder wahren Größe und jedem wahren Glücke den Weg verrammelt.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  38. Je weniger Dinge man auf Erden wichtig nimmt, desto näher kommt man den wirklich wichtigen Dingen

    Frederico Garcia Lorca

  39. Die Wahrheit ist kein Lehrgefüge, an das man sich halten könnte, sondern eine Summe von Leben

    Heinrich Lhotzky

  40. Je höher der Mensch steigt, desto mehr sollte er, wie die Sonne, nicht nur glänzen, sondern auch wärmen.

    Theodor Toeche-Mittler

  41. Ja, lerne zeitig begreifen, dass Dein ganzes Leben Dich vorbereiten muss, den Tod zu bestehen.

    Theodor Toeche-Mittler

  42. Feinde sind einem Menschen geschenkt, damit er an ihnen wachse und erstarke.

    Paul Olaf Bodding

  43. Eine Persönlichkeit kann ein Mensch nur sein, wenn er die innersten, heißesten, ernstesten Kämpfe geführt hat.

    Paul Olaf Bodding

  44. Wer ohne üblen Willen die Fehler und Irrtümer seiner Nebenmenschen beobachtet, lernt dabei, wenn er will, seine eigenen Fehler und Irrtümer erkennen; er hat dann die Pflicht, ernst an ihre Überwindung …

    Fanny Lewald

  45. Glücklich ist, wer in jedem Lebensalter über die Möglichkeiten verfügt, die seinen Fähigkeiten entsprechen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  46. Den aufrechten Gang hat der Mensch schon in seinen Anfängen gelernt, aber er macht ihm jetzt noch zu schaffen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  47. Wir machen keine neuen Erfahrungen, aber es sind immer neue Menschen, die alte Erfahrungen machen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  48. Wenn die Gesellschaft nicht die freie Entwicklung der Frau akzeptiert dann muss die Gesellschaft umgestaltet werden

    Elizabeth Blackwell

  49. An sich arbeiten; klar machen, was uns verwirrt und drückt, und wären es die größten Schmerzen – heißt gut sein.

    Rahel Varnhagen von Ense

  50. Jedes menschliche Wesen hat Anspruch auf eine Erziehung, die es fähig macht, auf sich selbst zu ruhen.

    Malwida von Meysenbug

  51. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um. Es macht uns durch kurze Fröste reifer

    Jean Paul

  52. Es ist gut, sich aus den Verhältnissen herauszulösen, die einem die Luft nehmen

    Paula Modersohn-Becker

  53. Wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Tränen des vergangenen Jahres des Menschen Seele reifen.

  54. Mit jedem Eintritt in eine neue Altersphase erschrickt man anfangs über den Verlust, den sie einem bringt und gewinnt nach einer Weile die Vorzüge lieb, die sie einem verleiht.

    August Pauly

  55. Ein Leben voll Nachdenken kann einem schmalen Verstand Breite geben.

    August Pauly

  56. Wir irren alle und leben in Irrtümern und können sie nicht vermeiden. Was wir aber können, das ist, sie aufzusuchen und inne zu werden und sie dadurch in unsere besten Lehrer zu verwandeln.

    August Pauly

  57. Der mehr ist als seine physische Natur, wird den Kräften, die ihn haben bilden helfen, dankbar sein.

    Friedrich Paulsen

  58. Arbeiten sollen wir tun um unsere Wert- und Wesensteigerung.

    Friedrich Paulsen

  59. Beherrsche Deine Gefühle; es ist zwar ein schwerer Kampf, aber Du wirst auch viel freier Dein Leben genießen, weil Du alsdann nicht fortwährend vom Schicksal abhängig bist.

    Heinrich Martin

  60. Jedes Alter hat seine Vergnügungen, seinen Geist und seine Sitten.

    Nicolas Boileau-Despreaux