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Sprüche über Gelegenheit

837 Sprüche — Seite 13

Manche Wendung des Lebens kündigt sich nicht laut an, sondern erscheint nur für einen kurzen Augenblick als unscheinbare Möglichkeit. Gerade deshalb gehört Gelegenheit zu jenen Themen, die über Mut, Wachheit und Entschlusskraft entscheiden. Was ergriffen wird, kann ein Leben verändern, was versäumt wird, oft lange nachhallen.

Ihr eigentlicher Wert zeigt sich darin, dass sie niemals nur Zufall ist, sondern immer auch Bereitschaft verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng günstiger Augenblick und inneres Handeln verbunden sind und warum manche Tür nur für den offensteht, der den Schritt rechtzeitig wagt.

  1. Dass Güte nicht auch Schwäche sein könnte, behauptet niemand, dass sie es immer sei, nur ein Tor

    Christian Morgenstern

  2. Wir haben weder die Kraft noch die Gelegenheit, all das Gute und Böse zu tun, das wir planen

    Marquis de Vauvenargues

  3. Wir wissen wenigstens, dass wir nichts taugen, und in dieser Erkenntnis ist die Möglichkeit der Besserung gegeben

    Theodor Fontane

  4. Oft veranlasst das törichte Lachen eines Dummkopfs sogar gute Menschen, so manches nicht zu tun

    Iwan Turgenjew

  5. Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen

    Theodor Körner

  6. Jede Bedrängnis ist nur ein Engpass zu einer Weite.

    Johannes Peter Müller

  7. Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen, dass wir überall hinfahren können, sondern, ob es sich lohnt, dort anzukommen

    Hermann Löns

  8. Jedes Alter kann einen guten Gebrauch vom Leben machen, aber man kennt die Möglichkeiten nur, wenn man dieses Alter durchlebt hat.

    Sully Prudhomme

  9. Wir tragen den Frieden wie ein Gewand, an dem wir vorne flicken, während es hinten reißt

    Wilhelm Raabe

  10. Gerechtigkeit ist eine Maschine, die sich von selbst bewegt, sobald man sie einmal angestoßen hat.

    John Galsworthy

  11. Um Wunder zu erleben, muss man an sie glauben

    Carl Ludwig

  12. Alles kommt beim Denken darauf an, dass einem die rechte Vorstellung im rechten Moment einfällt.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  13. Mein Herr, um hierzulande zu gefallen, muss man bei Tische große Messer und kleine Geschichten zur Hand haben.

    Marie-Thérese Geoffrin

  14. Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages

    Augustinus

  15. Wenn ein Hund um nichts bellt, bellen zehntausend andere aus vollem Halse mit.

  16. Es verliert die schwerste Bürde des Lebens die Hälfte ihres Drucks, wenn man von ihr reden kann.

    Jeremias Gotthelf

  17. Wir bräuchten dringend eine Pisa-Studie über unser Gewissen

    Rainer Karius

  18. Das Leben ist wie ein geschicktes Zahnausziehen. Man denkt immer, das Eigentliche sollte erst kommen, bis man plötzlich sieht, das alles vorbei ist

    Otto von Bismarck

  19. Man kann sich das Leben auch durch zu großen Ernst verscherzen

    Peter Sirius

  20. Mein Sohn hat gesagt: Was einen drückt, das muss man verarbeiten, und wenn er ein Leid gehabt hat, da hat er ein Gedicht daraus gemacht.

    Katharina Elisabeth Goethe

  21. Liebe verhungert nicht, aber sie stirbt oft an Verdauungsstörung.

    Anne Lenclos

  22. Eine gute Gelegenheit ist schwer erlangt und leicht versäumt.

  23. Jede Stunde ist ein Baustein für die Zukunft.

  24. Pflege das Leben, wo du es triffst

    Hildegard von Bingen

  25. Warum denn warten von Tag zu Tag? Es blüht im Garten, was blühen mag.

    Klaus Groth

  26. Was Du heute erdenkst und nicht verwerten kannst, mag morgen den Erdball aus den Angeln heben.

    Max von Eyth

  27. Die Entfernung ist unwichtig. Nur der erste Schritt ist wichtig.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  28. Es gibt Fälle, wo das Höchste wagen die höchste Weisheit ist

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  29. Mit allem Großen ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit jedem Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo's am heftigsten weht.

    Christian Morgenstern

  30. Man muss viele Steine werfen, damit wenigstens ein Stein trifft.

  31. Sehr oft sind intellektuelle Strenge und erbarmungslose Logik nur äußere Formen einer tiefen, unaufgeklärten Bosheit.

    Stanislaw Brzozowski

  32. Unser Denken ist träger als unsere Muskeln, geübter in Ausflüchten, die es erlauben, der Arbeit zu entgehen.

    Stanislaw Brzozowski

  33. In Deutschland arbeiten die Arbeiter, damit die Angestellten etwas zu schreiben haben.

    Kurt Tucholsky

  34. Der Himmel hilft niemals denen, die nicht handeln

    Sophokles

  35. In schnellem Wasser ist gut Fische fangen

  36. Nicht jede Zeit findet ihren großen Mann, und nicht große Fähigkeit findet ihre Zeit

    Jacob Christoph Burckhardt

  37. Wenn die Personen laufen, ist es furchbar schwierig die Richtung festzulegen

    Walter Scheel

  38. Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht

    Friedrich von Logau

  39. Man sollte von Zeit zu Zeit von sich zurücktreten wie ein Maler von seinem Bilde

    Christian Morgenstern

  40. Ich warf allerlei Gedanken im Kopf herum bis endlich folgender obenhin zu liegen kam.

    Georg Christoph Lichtenberg

  41. Strebe rastlos nach Vollendung, nur Verdienst ist wert des Lohnes; für versäumte gute Taten gibt es keine Wiederkehr.

    Hafis

  42. Der Ausgangspunkt für die großartigsten Unternehmungen liegt oft in kaum wahrnehmbaren Gelegenheiten

    Demosthenes

  43. Wenn uns etwas aus dem gewohnten Geleise wirft, bilden wir uns ein, alles sei verloren, dabei fängt etwa Neues, Gutes an.

    Leo Tolstoi

  44. Denn das ist eben die große und gute Einrichtung der Natur, dass in ihr alles im Keim da ist und nur auf eine Entwicklung wartet.

    Johann Gottfried Herder

  45. Einer schlechten Sache müssen ihre Gegner nur unbegrenzten Spielraum lassen, sich selbst zugrunde zu richten.

    Richard Rothe

  46. Weil die meisten Leute noch immer die falschen Dinge glauben, warten die richtigen Ereignisse noch immer auf ihren Kopfsprung ins Leben.

    Christa Schyboll

  47. Das Gehirn ist nicht nur ein Gefäß, das gefüllt werden muss, es muss auch entzündet werden!

    Nikolaus B. Enkelmann

  48. Die Meisterung des Lebens beginnt in dem Augenblick, wo wir selbst und nicht der Zufall unser Unterbewußtsein programmieren.

    Nikolaus B. Enkelmann

  49. Probleme geben uns die Chance, zu zeigen, wie tüchtig wir sind.

    Nikolaus B. Enkelmann

  50. Das Leben ist zu kurz für eine große Geschichte.

    Mary Wortley Montagu

  51. Um der großen Kraft teilhaftig zu werden, muss ein Mensch ruhen, sobald er das Bedürfnis danach empfindet - sei es um Mittag oder Mitternacht.

    Prentice Mulford

  52. Mit der Kultur der Ruhe aber wächst der Wille zu einer Macht, die Schlaf oder absolute Passivität augenblicklich erzeugen kann.

    Prentice Mulford

  53. Lerne, von Dingen wegzudenken, bis ihre Zeit da ist. Damit entlässt du den Gedanken an die Verantwortung, bis es zweckmäßig oder nützlich ist, ihm Einlass zu gewähren.

    Prentice Mulford

  54. Relativ echt und unverdorben ist der Mensch, der überhaupt noch weiß, wann er lügt.

    Prentice Mulford

  55. Es ist für den Reichen viel leichter, Gutes zu tun, als für den Armen, sich vom Bösen fernzuhalten.

    Jean Antoine Petit-Senn

  56. Man kann sich Vergangenes oder Zukünftiges wünschen; aber man muss das Gegenwärtige nutzen.

    Francesco Petrarca

  57. Nichts ist verschlossen genug, nichts zu hoch, nichts zu dunkel für Diebe und Räuber.

    Francesco Petrarca

  58. Im Staat ist keiner überflüssig, so schlecht er sein mag von Natur, gebt ihm die rechte Stelle nur

    Karl Wilhelm Ramler

  59. Die Weisheit ist in Allem; der sie sucht, dem kommt sie aus allem entgegen

    Carl Friedrich von Rumohr

  60. Böses darf man nicht nur denen zur Last legen, die es tun, sondern auch denen, die es nicht verhindern, obwohl sie dazu in der Lage wären.

    Thukydides