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Sprüche über Erkenntnis

359 Sprüche — Seite 6

Manches wird erst dann wirklich verstanden, wenn sich Erfahrung, Nachdenken und inneres Sehen berühren. Erkenntnis ist deshalb mehr als das Sammeln von Fakten, denn sie verändert den Blick und oft auch die eigene Haltung zur Welt. Darum gehört dieses Thema zu den entscheidenden Bewegungen geistigen Lebens.

Ihr Wert zeigt sich darin, dass sie nicht nur informiert, sondern verwandelt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie oft Erkenntnis mit Abstand, Schmerz oder Geduld verbunden ist und warum manche Einsichten erst reifen müssen, bevor sie tragfähig werden.

  1. Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.

    Hippolyte Taine

  2. Wissenschaft ist eine Sammlung vieler klarer Begriffe aus vielen lebhaften Erfahrungen über eine Sache.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  3. Menschenkenntnis ist das Resultat vieler Beobachtungen über eine Menge verschiedener Menschen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  4. Die Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat, so sieht er, dass es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins Unendliche.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  5. Der Mensch ist ein kleines Ding, man hat ihn bald auswendig gelernt, wenn man mit ihm vertraut wird.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  6. Die Hauptaufgabe eines Gartens ist es, seinem Besucher die schönste und höchste Art des irdischen Vergnügens zu bereiten.

    Gertrude Jekyll

  7. Umweltschutz: Bisher wussten wir nicht, was wir taten. Jetzt tun wir nicht, was wir wissen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  8. Die Langsamkeit bietet die Chance, das, was wir tun, auch zu erleben

    Henriette Wilhelmine Hanke

  9. Es mag wohl hart sein, ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es verlor, – aber ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es freiwillig von sich gestoßen, das ist ein Schmerz der Reue, der am Leben nag …

    Wilhelmine von Hillern

  10. Es ist nichts verloren, und in keiner Rücksicht, nur unser Auge vermag die lange unendliche Kette von der Ursache zu allen Folgen nicht zu übersehen.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  11. Wer langsam schlendert, sieht am meisten von der Landschaft.

  12. Das Äußere des Menschen ist der Text zu allem, was man über ihn sagen kann.

    Rahel Varnhagen von Ense

  13. Wissen um unser Wissen ist Philosophie; Ergebenheit und Voraussetzung, wo wir zu wissen aufhören, Religion.

    Rahel Varnhagen von Ense

  14. Je mehr Einsicht, desto mehr Ein- und Zustimmung wird das Leben uns abgewinnen, wenn es auch noch mehr Arbeit fordert.

    Rahel Varnhagen von Ense

  15. Wer die Klarheit hat, der gehört dem Licht an, und wäre er verborgen am Rande der Schöpfung.

    Philipp Otto Runge

  16. Entsteht nicht ein Kunstwerk nur in dem Moment, wann ich deutlich einen Zusammenhang mit dem Universum vernehme?

    Philipp Otto Runge

  17. Wir sehen in den Kunstwerken aller Zeiten es am deutlichsten, wie das Menschengeschlecht sich verändert hat, wie niemals dieselbe Zeit wiedergekommen ist, die einmal da war

    Philipp Otto Runge

  18. Das Licht können wir nicht begreifen, und die Finsternis sollen wir nicht begreifen, da ist den Menschen die Offenbarung gegeben, und die Farben sind in die Welt gekommen, das ist: Blau und Rot und Ge …

    Philipp Otto Runge

  19. Um die Natur zu erkennen, muss man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muss man in ihm den Bruder sehen.

    Manfred Kyber

  20. Keine noch so infame und schändliche Handlung gibt es, dass man nicht Beispiele einer noch schlimmeren anführen könnte

    Juvenal

  21. Der Tod allein zeigt, wie nichtig die Körperchen der Menschen sind.

    Juvenal

  22. Das Geld macht keine Narren. Es enthüllt sie nur.

    Kin Hubbard

  23. Dem Dank entfliehen, verrät ein Herz, dem Danken Mühe macht.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  24. Für den Maulwurf ist die Welt nicht größer und weiter als seine Gänge.

    August Pauly

  25. Weisheit spannt den Willen ab und lässt ihn doch noch stark genug für das Rechte.

    August Pauly

  26. Es gibt Dinge im Leben und in der Wissenschaft, welche nur die kühnste Phantasie zu erfassen vermag, und andere, die nur der ruhigste Verstand sieht. Darum gehören auch so oft zwei Menschen dazu, um e …

    August Pauly

  27. Der Weg der Wissenschaft geht nicht durch harte Köpfe hindurch, sondern an ihnen vorbei.

    August Pauly

  28. Geschichte macht aus uns unverständigen Neulingen in der Welt tausendjährige Weise.

    August Pauly

  29. Es gibt eine Sorte von Ignoranten, welche einem das Übergewicht der Unwissenheit fühlen lassen.

    August Pauly

  30. Es ist wohltuender, der Größe des Unerforschten inne zu werden, als sich im Genuss des Erforschten zu ergehen.

    August Pauly

  31. Wie wäre es möglich, dass einer, der den Blick auf das Universum gerichtet hat, noch den kleinen Unterschied zwischen einem Bettler und einem König wahrnehmen könnte?

    August Pauly

  32. Im Blick kommt die Seele ans Fenster.

    August Pauly

  33. Wir nennen es Helligkeit, wenn uns mit dem Aufgang der Sonne das Nahe sichtbar gemacht und die Sterne verfinstert werden.

    August Pauly

  34. Wir fühlen es, wenn wissende Augen uns anschauen.

    Theresa Keiter

  35. In der Liebe gibt es die meisten Fälle, wo auch die feinste Selbstbeherrschung einen Moment von Durchsichtigkeit hat.

    Heinrich Martin

  36. Ist das gegenseitige Erkennen in der Liebe nicht oft auch der Verlust der Liebe?

    Heinrich Martin

  37. Eigensinn entsteht dann beim Menschen, wenn der Wille den Vorhang vor der Erkenntnis fallen läßt.

    Heinrich Martin

  38. Es gibt kein Maß und Gesetz für Auffassung der Schönheit, weil ihre Beschaffenheit, je nach der Individualität des Menschen, in dessen Seele verschiedene Abspiegelungen findet.

    Heinrich Martin

  39. Nachsicht findet man allein nur bei edlen Seelen, die noch nicht vergessen haben: Ich auch konnte fehlen.

    Heinrich Martin

  40. Phantasie ist die Fackel, welche uns voran leuchtet und das Dunkel erhellt, wenn wir auf der Leiter des Verstandes emporsteigen wollen zur Erkenntnis des Schöpfers.

    Heinrich Martin

  41. Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrtums schöpfen?

    Heinrich Martin

  42. Nicht was du sprichst, sondern wie Du es sprichst, also am Akzent des Tones hören wir, wie Deine Seele gestimmt ist.

    Heinrich Martin

  43. Es gibt kein Jenseits, kein anderes Ufer mehr, wenn das Unendliche in unser Leben selbst zu liegen kommt.

    Friedrich Lienhard

  44. Ringsherum Grenzen unseres Erkennens. Eingekapselt sind wir in die Schale unserer fünf Sinne, eingekapselt in Raum und Zeit.

    Friedrich Lienhard

  45. In der Kindheit zeigt sich des Menschen künftiges Wesen, so wie der Morgen anzeigt, wie der Tag werden wird.

    William Wordsworth

  46. Nicht Seelen erziehen, nicht göttlich Ewiges nach menschlich kurzen Gedanken modeln sollt ihr, sondern Seelen erkennen. Ihr Gefängnis ist so durchsichtig.

    Maria Waser

  47. Nur wer die Gegenwart gekannt hat, weiß wirklich, was die Hölle ist.

    Jakob Wassermann

  48. Die medizinische Forschung hat so enorme Fortschritte gemacht, dass es überhaupt keine gesunden Menschen mehr gibt.

    Thomas Henry Huxley

  49. In neun von zehn Fällen erfährt man von den Unzulänglichkeiten anderer erstmals aus ihren Entschuldigungen.

    Oliver Wendell Holmes

  50. Es ist gut, wenn wir uns erinnern, dass das Universum – mit einer kleinen, unscheinbaren Ausnahme – sich aus den anderen zusammensetzt.

    Oliver Wendell Holmes

  51. Junger Mann, das Geheimnis meines Erfolges ist, dass ich in jungen Jahren erkannte, dass ich nicht Gott bin.

    Oliver Wendell Holmes

  52. Kunst ist das Mittel der Gestalt, Philosophie das Mittel der Erkenntnis.

    Walter Calé

  53. Bei allen menschlichen Unternehmungen ist, wenn man über den Zweck einig ist, die Ausführbarkeit das zweite.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  54. In persönlichen Nöten tritt die persönliche Note des Menschen am klarsten zu Tage.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  55. Was wir nicht zu erkennen vermögen, ist uns zu wissen nicht notwendig.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  56. Einige Wochen selbstbeschaulicher Muße lassen dich begreifen, wie leicht man sich die Augen für sein Eigenstes monate- und jahrelang durch fremde Brillen verdirbt.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  57. Zwei Dinge gibt es, die uns die Erfahrung lehren sollte: dass man erstens eine Menge verbessern muss, aber zweitens nicht zu viel verbessern darf.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  58. Schmach über jeden, der nichts tut, weil er weiß, dass es andere gibt, die auch nichts tun!

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg

  59. Ein schlechter Lehrer bietet die Wahrheit an, doch der gute lehrt, wie man sie findet.

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg