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Sprüche über Erkenntnis

359 Sprüche — Seite 3

Manches wird erst dann wirklich verstanden, wenn sich Erfahrung, Nachdenken und inneres Sehen berühren. Erkenntnis ist deshalb mehr als das Sammeln von Fakten, denn sie verändert den Blick und oft auch die eigene Haltung zur Welt. Darum gehört dieses Thema zu den entscheidenden Bewegungen geistigen Lebens.

Ihr Wert zeigt sich darin, dass sie nicht nur informiert, sondern verwandelt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie oft Erkenntnis mit Abstand, Schmerz oder Geduld verbunden ist und warum manche Einsichten erst reifen müssen, bevor sie tragfähig werden.

  1. Die soziale Abhängigkeit einer Rasse, einer Klasse oder eines Geschlechts erhält stets ihren Ausdruck in den Gesetzen und politischen Einrichtungen des betreffenden Landes.

    August Bebel

  2. Oftmals zieht der Zorn der Sterblichen, schlimmer als Wahnsinn, was das innerste Herz lange verborgen, ans Licht.

    Christian Friedrich Wilhelm Jacobs

  3. Es gibt einen Gedanken, der unsere ganze Lebensführung und Betrachtung verändern würde: Die Gewissheit unserer Unzerstörbarkeit durch den Tod.

    Christian Morgenstern

  4. Wenn wir über den Schatten streiten, übersehen wir das Wesentliche

    Aesop

  5. Was man so manchem übelnimmt: dass er den Wert seiner Arbeit kennt.

    Otto Weiss

  6. Der Mensch findet die größte Freude in dem, was er selbst neu findet oder hinzulernt

    Thomas von Aquin

  7. Der Wechsel vergnügt die menschlichen Sinnen, dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur.

    Johann Christian Günther

  8. Viele Leute, die glauben, die Scheidung sei ein Allheilmittel für jede Krankheit, müssen feststellen, dass das Mittel schlimmer ist als die Krankheit.

    Dorothea Lynde Dix

  9. Musik ist die versteckte arithmetische Tätigkeit der Seele, die sich nicht dessen bewußt ist, dass sie rechnet.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  10. Ganz oben auf der Liste meiner Erfahrungen steht die Erkenntnis, dass man unangenehmen Dingen nicht einfach aus dem Weg gehen kann.

    Henry Ford

  11. Ein Ruhestörer ist jemand, der die Bettdecke von der schlummernden Wahrheit wegzieht.

    Ludwig Börne

  12. Man sagt nichts Wesentlich über den Dom aus, wenn man nur von den Steinen spricht.

    Antoine de Saint-Exupéry

  13. Die in sich selbst ruhende, eigentliche Wahrheit ist mit Gott identisch. Erkenntnis des Wahren ist Wirkung der Wahrheit.

    Anselm von Canterbury

  14. Der trefflichste Bücherrevisor ist die Krankheit, sie lehrt uns, die Bilanz richtig zu stellen.

    Carl Ludwig Schleich

  15. Die Wahrheit verletzt tiefer als jede Beleidigung.

    Donatien A. F. Marquis de Sade

  16. Das Gerücht erreicht immer denjenigen als letzten, mit dem es sich beschäftigt.

    Stefan Zweig

  17. Die Frau ist solange unterdrückt worden, dass sie gar nicht auf die Idee gekommen ist, sie könnte genauso gut, wenn nicht besser bergsteigen als der Mann

    Reinhold Messner

  18. Frauen suchen die Schuld bei sich, — Männer wissen, dass andere sie haben.

    Else Pannek

  19. Zweimal muss man in seinem Leben einsam sein, in der Jugend, um vieles zu lernen und eine Denkart zu erwerben, die Stich hält durchs Leben, und noch einmal im Alter, um alles zu überdenken, was un …

    Johann Georg Zimmermann

  20. Man kann laufen so weit man will, man sieht überall nur seinen eigenen Horizont.

    Max von Eyth

  21. Einst träumten wir, wir wären einander fremd. Wir wachen auf und erkennen, dass wir uns lieb haben

    Rabindranath Tagore

  22. Ich erkenne die Wahrheit nur dann, wenn sie in mir zum Leben erwacht.

    Sören Kierkegaard

  23. Man wird immer finden, dass diejenigen, die wirklich wissen, die bescheidensten Menschen sind.

    Rudolf Steiner

  24. Nicht zu lange rückwärts schauen! Die "großen Alten" sind Gipfel, zu denen man nicht aufsehn, sondern die man besteigen soll, um neue Fernsicht zu gewinnen.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  25. Von nichts nimmt man so lange Abschied wie von seiner Jugend; sie ist längst fort - und noch immer nimmt man Abschied von ihr.

    Emanuel Wertheimer

  26. Wir kennen uns eher aus in den Geheimkammern des Kaisers von China als in unserem eigenen Herzen.

    Johann Heinrich Jung-Stilling

  27. Wir sind alle im Grunde neidisch, aber indem wir unseren Neid bezwingen, bessern wir uns.

    James Boswell

  28. Einmal stirbst du, und dann ist alles Fragen zu Ende. Und wenn du stirbst, wirst du entweder alles erfahren, oder du wirst nicht mehr die Möglichkeit haben, zu fragen.

    Leo Tolstoi

  29. Das einzige Mittel gegen den Aberglauben ist Wissenschaft

    Henry Thomas Buckle

  30. Stört dich ein Fehler eines anderen, so übe an dir selbst das entgegengesetzte Gute. Dein Beispiel wirkt mehr als Worte.

    Theresia von Avila

  31. Man trägt ein göttliches Gefühl in seiner Brust, wenn man erst weiß, dass man etwas kann, wenn man nur will.

    Friedrich Ludwig Jahn

  32. So geht es oft mit einer Unterhaltung: Nach einer Weile vergeblicher Auseinandersetzung merkt man, dass man gar nicht von derselben Sache gesprochen hat

    André Gide

  33. Von einem bestimmten Alter an ist "Mittelalter" immer das Alter, in dem man gerade selber ist.

    Else Pannek

  34. Die Einsicht in das Mögliche und Unmögliche ist es, die den Helden vom Abenteurer scheidet

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  35. Lerne und es werden dir Zweifel kommen. Mache dir Gedanken, und du wirst Erkenntnis erlangen.

  36. Was dir Menschen geben, musst du bezahlen mit dem, was du hast oder teurer mit dem, was du bist.

    Ludwig Börne

  37. Wer Kenntnisse von seinen Reisen nach Hause bringen will, muss schon Kenntnisse mit sich führen, wenn er abreist.

    James Boswell

  38. Nichts von dem, was wir an Erfahrung, gewonnen haben, wird jemals verloren gehen.

    William Ellery Channing

  39. Schläge von einem Freund sind wie das Essen von Rosinen

  40. Wir sind so jung, wie wir uns fühlen, und so alt, wie uns andere sehen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  41. Argwöhne immer dem Lärm. Ein volles Fass lärmt niemals. Ein leeres ist ein ganzes Orchester.

    Polybios Dimitrakopoulos

  42. Ein Blick ins Glas gibt mehr Sehschärfe als das beste Scherenfernrohr

    Joachim Ringelnatz

  43. Was uns aber eigentlich zu Bewußtsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist das, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.

    Albert Schweitzer

  44. Die Bäume, die Blumen, die Kräuter, sie wachsen in der Stille. Die Sterne, die Sonne, der Mond, sie bewegen sich in der Stille. Die Stille gibt uns eine neue Sicht der Dinge.

    Mutter Theresa

  45. Es ist schmerzlich, einem Menschen seine Grenzen anzusehen

    Christian Morgenstern

  46. Je höher du wirst aufwärts gehen, dein Blick wird immer allgemeiner; stets einen größern Teil wirst du vom Ganzen sehen, doch alles Einzelne wird immer kleiner.

    William Shakespeare

  47. Es ist eine bekannte Tatsache, dass man mit gewissen Schlagworten der leichtgläubigen Menge nach Belieben Sand in die Augen streuen kann

    Bertha Freifrau von Suttner

  48. Mancher meint er kenne jedermann, der sich doch selbst nicht kennen kann.

    Albrecht Dürer

  49. Die ewigen Sterne kommen wieder zum Vorschein, sobald es finster genug ist

    Thomas Carlyle

  50. Denn es liegt, so wie wir beschaffen sind, nicht in unserer Macht, die Schranken zu durchbrechen, welche uns von der Erkenntnis der Welt trennen.

    Helene von Druskowitz

  51. Der Mensch sieht oft nur zu spät ein, wie sehr er geliebt wurde, wie vergeßlich und undankbar er war und wie groß das verkannte Herz.

    Jean Paul

  52. Du suchst den Bären und stehst vor ihm.

  53. Religion ist die Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttliche Gebote.

    Immanuel Kant

  54. Ich habe so viele Leichen seziert und nie eine Seele gefunden.

    Rudolf Virchow

  55. Fehler sind immer zu verzeihen, wenn man den Mut hat, diese auch zuzugeben.

  56. Menschenkenntnis macht den Verständigen ebenso nachsichtig als bescheiden.

    Fanny Lewald

  57. Den Esel erkennt man bei den Ohren, am Angesicht den Mohren und bei den Worten den Toren.

  58. Du suchst den Gaul und reitest drauf.

  59. Der Hund kennt sein Bein.

  60. Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist,