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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 2

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Denke an deine jetzigen Segnungen, von denen jeder Mensch viele hat, nicht an deine vergangenen Missgeschicke, von denen alle Menschen einige haben.

    Charles John Huffam Dickens

  2. Ohne Grundsätze ist der Mensch wie ein Schiff ohne Steuer und Kompass, das von jedem Winde hin und her getrieben wird.

    Samuel Smiles

  3. Die Tierquälerei ist ein Verbrechen und schädigt als solches nicht das Opfer allein, sondern auch den Täter, weil es dessen Charakter entadelt.

    Bertha Freifrau von Suttner

  4. Das größte Übel bei den Menschen ist ihre Unersättlichkeit.

    Menander

  5. Wer trinkt, offenbart sein wahres Wesen.

  6. Sich selbst etwas versprechen und es nicht halten ist der nächste Weg zur Nullität und Charakterlosigkeit

    Christian Friedrich Hebbel

  7. Bekenne dich mutig zu dir selbst, das steht dir besser als Täuschen und Zwingen. Im Grunde verlangt kein Mensch von dir, dass du sollst über dich selber springen.

    Victor Blüthgen

  8. Unsere Ehre steigt, sowie unser Hochmut sinkt; wo die Prahlerei aufhört, da fängt die wahre Würde an.

    Edward Young

  9. Alle menschlichen Verfehlungen sind das Ergebnis eines Mangels an Liebe.

    Alfred Adler

  10. Wahrhaft ist nur der Mensch, der nicht lügt, nicht, wer die Wahrheit sagt.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  11. Offenheit ist ein Luxus der Freiheit, den sich nur derjenige leisten kann, d er genug Stärke nicht nur für die Folgen hat, sondern auch für den eventuellen Missbrauch.

    Christa Schyboll

  12. Ohne Leiden bildet sich kein Charakter.

    Ernst von Feuchtersleben

  13. Der einzige Tyrann, den ich in dieser Welt anerkenne, ist die leise innere Stimme.

    Mahatma Gandhi

  14. Das einzig Konsequente an mir ist meine ewige Inkonsequenz.

    Oscar Wilde

  15. Liebe ist die Fähigkeit und Bereitschaft, den Menschen, an denen uns gelegen ist, die Freiheit zu lassen, zu sein, was sie sein wollen, gleichgültig, ob wir uns damit identifizieren können oder nicht.

    George Bernard Shaw

  16. Charakter ist der Inbegriff des bewussten und unbewussten Willens.

    Walter Rathenau

  17. Alles, was uns imponieren soll, muß Charakter haben

    Johann Wolfgang von Goethe

  18. Umändern kann sich niemand, bessern jeder.

    Ernst von Feuchtersleben

  19. Um zufrieden zu sein, das heisst über der Not zu stehen, kommt es nicht darauf an, was man hat, sondern darauf, was man ist.

    Jeremias Gotthelf

  20. Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.

    Ralph Waldo Emerson

  21. Das Herz adelt den Menschen.

    Wolfgang Amadeus Mozart

  22. Eingebildete Leute haben mir nie leid getan, denn sie tragen ja ihren Trost mit sich.

    George Eliot

  23. Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart, Beleidigte zu hassen.

    Tacitus

  24. Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muss man eigenen haben.

    Arthur Schopenhauer

  25. Sowohl des Menschen Körper als auch seine Taten können erblickt werden. Vielmehr aber liegt inwendig in ihm, was keiner sieht und keiner kennt.

    Hildegard von Bingen

  26. Man vermag nichts mit seiner Intelligenz, wenig mit seinem Geist, alles mit seinem Charakter.

    Nicolas Chamfort

  27. Ein Charakter ist ein vollständig gebildeter Wille.

    Novalis

  28. Der Charakter sitzt nicht im Verstande, sondern im Herzen.

    Johann Georg Jacobi

  29. Sich über das Kleine erhaben zu machen ist die Schule zur Größe.

    Zenon von Kition

  30. Ein Mensch von feiner Lebensart pflegt sich zu benehmen, dass die anderen nach seinen Worten und seinem Verhalten mit ihm und mit sich selbst zufrieden sind.

    Jean de la Bruyère

  31. Überhaupt wirkt das Beispiel als ein Beförderungsmittel der guten und schlechten Charaktereigenschaften: Aber es schafft sie nicht.

    Arthur Schopenhauer

  32. Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anstürmende scheitern.

    Jean Paul

  33. So viele Jahre auch vergehen mögen, die Natur des Menschen ändert sich nicht.

    Thukydides

  34. Es gibt keinen zuverlässigeren Beweis für Geistesgröße als wenn man sich durch nichts, was einem begegnen kann, in Aufruhr bringen lässt.

    Seneca

  35. Das Kostbarste auf der Welt sind Beziehungen der Güte zwischen den Menschen.

    Leo Tolstoi

  36. Lächerlich erscheint ein Mensch, der seinen Charakter und seine Kräfte überschätzt.

    Marquis de Vauvenargues

  37. Wenn deine Grundsätze dich traurig machen, verlass dich drauf: Sie sind falsch.

    Robert Louis Stevenson

  38. Mit der Zeit bewerten wir unsere Freunde nach der Feinheit ihres Taktgefühls

    Paul Valéry

  39. Die wahre Liebe geht aus der Harmonie der Ideen oder aus dem Gegensatz der Charaktere hervor.

    Théodore Simon Jouffroy

  40. Versuchen wir, das Beste eines jeden Menschen zu erkennen, den Andren im bestmöglichen Licht zu sehen. Diese Einstellung erzeugt sofort ein Gefühl der Nähe, eine Art Geneigtheit, eine Verbindung …

    Dalai Lama

  41. Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.

    Georg Ebers

  42. Des Menschen Glück ist nicht an seine Kraft, sondern an seine Laune geknüpft.

    Christian Friedrich Hebbel

  43. Nur ein großer Geist wagt es, einfach im Stil zu sein.

    Stendhal

  44. Zum Handeln gehört wesentlich Charakter, und ein Mensch von Charakter ist ein anständiger Mensch, der als solcher bestimmte Ziele vor Augen hat und diese mit Festigkeit verfolgt.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  45. Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.

    Leo Trotzki

  46. Man kann einen starken, edlen Charakter, so wie den Diamanten, oft an einem einzigen Strahle erkennen, der von ihm ausgeht, und das leuchtende Feuer lässt dem verständigen Auge dann keinen Zweifel meh …

    Paul Keller

  47. Bildung jeder Art hat doppelten Wert, einmal als Wissen, dann als Charaktererziehung.

    Herbert Spencer

  48. Man kann nicht ohne weiteres sagen, dass Leid zum Aufbau des Charakters beitrage, ebenso oft trägt es auch zu seiner Zerstörung bei.

    John Steinbeck

  49. Geld hat nicht nur kein Herz, sondern auch keine Ehre und kein Gedächtnis. Geld wird von selbst ehrenwert, wenn man es eine Zeitlang in Besitz hat.

    John Steinbeck

  50. Das Gewissen spricht, aber der Eigennutz schreit.

    Jean Antoine Petit-Senn

  51. Nur dem nützt das Lob, der den Tadel zu schätzen versteht.

    Robert Schumann

  52. Zwischen einzelnen Frauen sind feinere Unterschiede als zwischen einzelnen Männern. Es gibt keine zwei Frauen von gleichem Charakter, während man Männer scharenweise über einen Leisten schlagen kann.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  53. Die Umgebung, in der der Mensch sich den größten Teil des Tages aufhält, bestimmt seinen Charakter.

    Antiphon

  54. Es gibt zweierlei Frauen in der Welt, solche, die ein Herz haben, und diese lieben einen, dann solche, die kein Herz haben, und diese lieben hundert.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  55. Rücksichtslosigkeit des Denkens ist oft das Zeichen einer unfriedlichen inneren Gesinnung, welche Betäubung begehrt.

    Friedrich Nietzsche

  56. Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.

    Wilhelm Busch

  57. Nur der Mensch, der wahrhaft mit sich selbst ist, vermag es auch gegen andere zu sein.

    Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  58. Ein Mensch mit sanftem Charakter macht sich selbst und andere glücklich.

  59. Man sagt wohl: Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten. Ich aber sage: Was ein Mastbaum werden will, streckt sich früh.

    Otto von Bismarck

  60. Wie viele brave Männer sind durch Wein und Weib verdorben!