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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 4

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Tugend ist zu Energie gewordene Vernunft.

    Friedrich von Schlegel

  2. Der edle Mensch hilft anderen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht das Schlechte.

  3. Nichts aber bewährt besser den Charakter eines Menschen als die Goldprobe des Erfolges und die Feuerprobe des Unglücks.

    Stefan Zweig

  4. Man verdirbt sich die Seele allein von der Berührung mit Geld.

    Alexander Alexandrowitsch Block

  5. Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.

    Christina I. von Schweden

  6. Akzeptiere nie die Behauptung, andere würden dich besser kennen, als du dich selbst.

    Dwight "Ike" David Eisenhower

  7. Eine strenge Disziplin in der Jugend, welche dem Menschen Entbehrung und Kampf auferlegt, hat die größten Männer gebildet.

    Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg

  8. Gute Erziehung hat einen schrecklichen Nachteil: Sie schließt einen von vielem aus

    Oscar Wilde

  9. Es ist eine Eigentümlichkeit des menschlichen Charakters, dass man die, die man beleidigt hat, auch noch hasst.

    Tacitus

  10. An das Gewissen zu appellieren, geniert den, der es tut, beinahe mehr als den, der gemeint ist.

    Emil Gött

  11. Hab Mut! Jedoch nicht, um ihn zu beweisen.

    Joachim Ringelnatz

  12. Habe keine zu künstliche Idee vom Menschen, sondern urteile natürlich von ihm, halte ihn weder für zu gut, noch für zu böse

    Georg Christoph Lichtenberg

  13. Der Hochmütige liebt die Nähe von Schmarotzern oder Schmeichlern, haßt aber die Edelgesinnten.

    Baruch de Spinoza

  14. Wer in seinen Grenzen, und seien sie noch so eng, ein vorbildliches Leben führt, wirkt über alle Grenzen hinaus.

  15. Sei doch zu groß, um von jeder Kleinigkeit beleidigt zu werden!

    Alexander Pope

  16. Zeige dich, wie du bist, und sei, wie du dich zeigst.

    Maria Ward

  17. Sei wie du bist, immer ganz und immer derselbe.

    Adolph Freiherr von Knigge

  18. Es gibt zu viele Sorten von Menschen, als dass man für alle fertige Antworten bereithalten könnte.

    Erasmus von Rotterdam

  19. Die Gesellschaft ist ein Maskenball, auf dem jeder seinen wahren Charakter verbirgt und ihn durch das Verbergen verrät.

    Ralph Waldo Emerson

  20. Gott hat den Weisen Sorgen gegeben, dafür den Narren ein sanftes Wesen

  21. Rauchen Sie Tabak, mein Gemahl, er verdirbt höchstens die Tapeten. Aber unterstehen Sie sich nicht, jemals eine Zeitung anzusehen; die verdirbt ihren Charakter.

    Gustav Freytag

  22. Man muss die erste Chance nutzen, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Eine zweite gibt es meistens nicht.

  23. Wer tugendhaft lebt und handelt, der legt seinen Adel an den Tag.

    Giovanni Boccaccio

  24. Die Grundlage des Charakters muss in dem Kinde gelegt sein, bevor es in die Schule kommt.

    Carl Hilty

  25. Das Gesicht ist das Protokoll des Charakters.

    Karl Julius Weber

  26. Lachen können auch die Bösewichte, aber lächeln können nur gute Menschen.

    Pearl S. Buck

  27. Der Mann ist so beschaffen, dass er dem vernünftigsten Argument eines Mannes widersteht, aber dem unvernünftigsten Blick einer Frau erliegt.

    Honoré de Balzac

  28. Zeige mir, wie du baust und ich sage dir, wer du bist

    Christian Morgenstern

  29. Kleider machen Leute, aber keine Menschen.

  30. Selbstbeherrschung trägt zu allen Erfolgen in Leben bei.

    John Knittel

  31. Ein Charakter ist wie ein Baum und der gute Ruf wie sein Schatten

    Abraham Lincoln

  32. Ein Moralist ist der schrecklichste, konsequenteste, heuchlerischste Egoist.

    Stanislaw Brzozowski

  33. Alle Charaktere sind aus denselben Elementen zusammengesetzt; nur die Proportionen machen den Unterschied aus.

    Théodore Simon Jouffroy

  34. Ein Kritiker ist jemand, der zum Nörgeln neigt.

    Samuel Johnson

  35. Ein Nörgler hat nur einen natürlichen Gegner: sich selbst.

  36. Wenn eine Frau die Gabe hat zu schweigen, so besitzt sie Eigenschaften, die sie weit über das Gewöhnliche erheben

    Pierre Corneille

  37. Die einfachen Charaktere, nicht die Zusammengesetzten, sind schwer zu verstehen.

    Hugo von Hofmannsthal

  38. Das Wesen eines Menschen hängt vom Einfluss guter oder schlechter Freunde ab

  39. Wenn aus dir selbst nicht der Adel spricht, so nützen tausend Ahnen nichts.

  40. Lebe ein gutes, ehrbares Leben - wenn du älter wirst und zurückdenkst, wirst du es ein zweites Mal geniessen können.

    Dalai Lama

  41. Man muss was sein, wenn man was scheinen will.

    Ludwig van Beethoven

  42. Große, starke Seelen sind selten ärgerlich, desto mehr aber schwache und fast alle Weiber

    Karl Julius Weber

  43. Der Charakter offenbart sich weniger an großen Taten... An Kleinigkeiten zeigt sich die wahre Natur des Menschen

    Jean-Jacques Rousseau

  44. Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.

    Johann Wolfgang von Goethe

  45. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.

  46. Wenn jemand bescheiden bleibt, nicht beim Lobe, sondern beim Tadel, dann ist er's.

    Jean Paul

  47. Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden

  48. Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.

    Johann Wolfgang von Goethe

  49. Die schwach an Mut sind, sind stark an Schläue

    William Blake

  50. Viel übles hab' an Menschen ich bemerkt; das schlimmste ist ein unversöhnlich Herz.

    Franz Grillparzer

  51. Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.

    Perikles

  52. Die Männer von Charakter sind das Gewissen der Gesellschaft, zu der sie gehören.

    Samuel Smiles

  53. Man kann sechzig Jahre alt geworden sein, ohne zu ahnen, was ein Charakter ist. Nichts ist verborgener als die Dinge, die wir beständig im Mund führen.

    Hugo von Hofmannsthal

  54. Besitz verlockt zur Sünde, und die Anhäufung von Reichtümern entsittlicht den Menschen; nur die einfache Arbeit gibt Glück und Zufriedenheit.

    Leo Tolstoi

  55. Ein Verliebter ist ein Mann, der liebenswerter sein möchte, als er ist. Darum sind alle Verliebten lächerlich.

    Nicolas Chamfort

  56. Energie als Mittelpunkt des Willens schafft die Wunder der Begeisterung zu allen Zeiten. Überall ist sie Triebfeder dessen, was wir Charakterstärke nennen, und die erhaltende Kraft jeder großen Tat.

    Samuel Smiles

  57. Eines Mannes Tugend erprobt allein die Stunde der Gefahr.

    Friedrich von Schiller

  58. Ein gelassener Mensch kann sogar Steine weich kochen und den Sud genießen.

  59. Ein Mann ist, wer Überzeugungen hat und für sie einsteht.

    Richard Rothe

  60. Mäßige Dich im Zorn, denn Du zeigst dadurch deinen Wert, weil Du Dich jederzeit demjenigen gleichstellst, gegen den Dein Zorn zum Ausbruch kommt.

    Heinrich Martin