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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 8

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt.

    Robert Southey

  2. Ein wahrer Gentleman ist ein Mann, der die Gedanken einer Frau errät und Sie trotzdem nicht nach Hause begleitet

    John Barrymore

  3. Es gibt vier Typen von Menschen in der Welt: die Liebenden, die Opportunisten, die Zuschauer und die Schwachsinnigen. Die letzteren sind die Glücklichsten.

    Hippolyte Taine

  4. Die zwei stärksten und allgemeinsten Kräfte, die den Menschen beeinflussen, sind: die soziale Stellung und der Nationalcharakter.

    Hippolyte Taine

  5. Die Wurzel der großen Ereignisse ist immer ein Charakterzug des Volkes und die Geschichte geht zurück auf die Psychologie.

    Hippolyte Taine

  6. Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.

    Hippolyte Taine

  7. So verschieden die äußere Bildung der Menschen ist, so verschieden ist auch ihre innere Natur, ihr Leben und ihre Wünsche.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  8. Die Meinung, die uns umgibt, das Urteil, welches man über den Menschen fällt, wirken unmerklich, aber bestimmend auf ihn ein, wie das Licht und die Luft, die er beständig sieht und atmet.

    Fanny Lewald

  9. Was wir haben, können wir verlieren, aber doch niemals was wir sind!

    Wilhelmine von Hillern

  10. Es kommt nicht darauf an, wen man liebt – sondern wie man liebt! Eine edle Natur wird immer edel in der Liebe sein, eine gemeine immer gemein.

    Wilhelmine von Hillern

  11. Der beste Test für Disziplin ist ihre Abwesenheit

    Clara Barton

  12. Das Äußere des Menschen ist der Text zu allem, was man über ihn sagen kann.

    Rahel Varnhagen von Ense

  13. Hoch steht über aller Begeisterung, allem Enthusiasmus, selbst über allem Genie und Talent – die Gesinnung.

    Rahel Varnhagen von Ense

  14. In der Tiefe ihres Gemütes verbirgt die Menschheit ihre Schätze.

    Rahel Varnhagen von Ense

  15. Jeder Mensch wird von seiner Zeit verschwemmt, von allen, die mit ihm leben. Nur auftauchen kann das bißchen Bessere im Charakter.

    Rahel Varnhagen von Ense

  16. Immer Gerechtigkeit für andere: Mut für uns selbst. Das sind zwei Tugenden, worin alle andern bestehen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  17. Das Herumdoktern an sich hat keinen Zweck. Man gehe gerade und einfach seinen Weg. Ich halte mich für gut von Natur, und sollte ich dann und wann etwas Schlechtes tun, so ist das auch natürlich.

    Paula Modersohn-Becker

  18. Ein Maler kann als Mensch schlecht und niederträchtig sein und doch tüchtig und fähig, allein der in den reinen Regionen der Kunst lebet, der siehet das geheime Leben, und ihn hat der Odem Gottes ange …

    Philipp Otto Runge

  19. Die Rache ist das Zeichen eines kleinen und schwachen Geistes und die Freude einer niederen Seele

    Juvenal

  20. Adel liegt einzig und allein in der Tugend.

    Juvenal

  21. Nichts zeugt von größerer Bildung, als grobes Schelten ruhig zu ertragen. Wenn der Gescholtene gar nicht so tut, als ob er gescholten wird, dann ist der Scheltende der Gescholtene

    Philemon

  22. Die ganze Welt liebt einen guten Verlierer

    Kin Hubbard

  23. Die Dankbarkeit ist vor allen anderen Tugenden am meisten zu loben.

    Giovanni Boccaccio

  24. Einfache Dankbarkeit, ohne eine Spur von Liebe, ist die einzige Gegengabe, die ein edles Gemüt für frühere Wohltaten erweisen kann.

    Oliver Goldsmith

  25. Die guten und die schlechten, die Fähigen und die Unfähigen sind der Spiegel, in welchem wir uns im Laufe eines langen Lebens langsam kennenlernen.

    August Pauly

  26. Äusserlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innerer braucht Einsamkeit.

    August Pauly

  27. Es gibt eine Sorte von Ignoranten, welche einem das Übergewicht der Unwissenheit fühlen lassen.

    August Pauly

  28. Was sind wir, wenn all das, was wir zu sein glauben, was uns schwer und tastbar und wirklich macht, nur geliehene Bausteine sind, aus denen nach uns andere wieder aufgebaut werden können?

    August Pauly

  29. Unendlich ist die Welt und dennoch verschwindet ihre Unendlichkeit gegenüber dem Gehalt eines Kleinsten, wie es ein edler Mensch ist, über dessen Gewinn oder Verlust wir alle Sterne vergessen.

    August Pauly

  30. Lieber ohne Logik sein als ohne Gefühle.

    Charlotte Bronté

  31. Je wertloser der Mann ist, um so weniger Achtung hat er vor Frauen.

    Theresa Keiter

  32. Was gelesen wird, ist immer charakteristisch für den Zeitgeist, was geschrieben wird, nicht immer.

    Friedrich Paulsen

  33. Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.

    Heinrich Martin

  34. Wer Schadenfreude bei des Nächsten Unglück zeigt, der hat den Gipfelpunkt der Schlechtigkeit erreicht.

    Heinrich Martin

  35. Empfindlichkeit ist in den meisten Fällen Dummheit.

    Heinrich Martin

  36. Wer Charaktere studiert, der suche das Herz zu ergründen, nicht den Verstand und den Geist; heißt doch Charakter: Gemüt.

    Heinrich Martin

  37. Männer mit großem reichen Innern können nie anders als äußerst einfach, ohne Kunst und Prunk auftreten, weil sie genau ihren und des nächsten Wert erkennen.

    Heinrich Martin

  38. Blicke demjenigen scharf in die Augen, der allein geht und dem Bettler eine Gabe reicht. Da siehst du den inneren Menschen.

    Heinrich Martin

  39. Wer sich selbst versteht, kennt seinen Wert und lässt nicht mit sich handeln. Nur der Charakterlose ist für jeden Preis feil.

    Heinrich Martin

  40. Erbärmliche Charaktere finden ihren Stolz, in Gegenwart eines Menschen, der ihnen Wohltaten erwiesen, gebeugt.

    Heinrich Martin

  41. Siehe, ob Du den Verstand mit dem Geiste kannst vereinen, bring' das Herz mit in Verband, wirst harmonisch dann erscheinen.

    Heinrich Martin

  42. Je höher der Mensch steht, um so stärkere Schranken hat er nötig, welche die Willkür seines Wesens bändigen.

    Gustav Freytag

  43. Es gibt nur einen Weg zur Meisterschaft: Erschütterungen durch Leid und Liebe. Aus ihnen wird Weisheit wenn Vollendungsdrang dahinter wirkt. Weisheit ist veredelte Liebe, verklärtes Leid, geschmiede …

    Friedrich Lienhard

  44. In der Kindheit zeigt sich des Menschen künftiges Wesen, so wie der Morgen anzeigt, wie der Tag werden wird.

    William Wordsworth

  45. Charakter, nicht die Umstände machen den Mann.

    Booker T. Washington

  46. Der beste Mensch ist der, der sich um sich selbst kümmert. Lasst euch von niemanden so tief hinabziehen, dass ihr ihn hasst.

    Booker T. Washington

  47. Ein untrüglicher Maßstab für einen Menschen ist sein Verhalten gegen fremdes Leid.

    Maria Waser

  48. Das Wandern und Schweifen ist eine grund- und tiefdeutsche Eigenschaft. Immerfort sind sie unterwegs. Kärrner, Kaufleute, Künstler, Dichter, Mädchen und Knaben.

    Jakob Wassermann

  49. Wenn einer, was das Leben mit sich bringt nicht zu tragen weiss, nennt er das Missgeschick, was doch sein Charakter verschuldet hat.

    Menander

  50. Es ist viel leichter, ein Held zu sein als ein anständiger Mensch. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer.

    Luigi Pirandello

  51. Die Gespenster hausen nicht in alten Schlössern, sie stecken in uns selbst.

    Luigi Pirandello

  52. Wir sind die Bilder, die wir von uns selber machen. Man wandelt sich. Wehe, wenn das Bild fixiert ist.

    Luigi Pirandello

  53. In neun von zehn Fällen erfährt man von den Unzulänglichkeiten anderer erstmals aus ihren Entschuldigungen.

    Oliver Wendell Holmes

  54. Die Liebe schwankender Charaktere wird erst durch Eifersucht zu einer starken Empfindung.

    Walter Calé

  55. Wenn Gott dir Witz gibt, so trage ihn wie dein Schwert in der Scheide und blitze nicht damit zum Schrecken der Gesellschaft umher.

    Joachim Heinrich Campe

  56. Die Krankheit ehrlicher Männer ist, sich für unentbehrlich zu halten.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  57. Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.

    John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg

  58. Wenn wir fühlen, wie stark gewisse Kräfte und Triebe in uns wirken, müssen wir alle Gegenkräfte in uns besonders pflegen.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  59. Was eine Mutter gläubigen Gemüts in das Herz ihres Kindes pflanzt, trägt reichere Frucht als alle Samen der Erde.

    Max Dauthendey

  60. Den Ruf einer Person kennt man nach nur einer Stunde, der wahre Charakter kommt erst nach einem Jahr ans Licht.

    William Morris Davis