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Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart

Spruchbild: Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart,  Beleidigte zu hassen.

Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart, Beleidigte zu hassen.

Bedeutung

Tacitus beschreibt eine bittere Reaktion des Menschen: Wer verletzt wurde, hasst nicht immer nur den Täter, sondern manchmal die eigene Lage als Beleidigter. Der Satz wirkt knapp, aber psychologisch scharf, weil Kränkung oft länger nachwirkt als der ursprüngliche Anlass. Hass entsteht hier aus verletztem Stolz, Scham und dem Wunsch, die Demütigung nicht stehen zu lassen. Die Formulierung erklärt keine gesunde Reaktion, sondern benennt eine dunkle Eigenschaft menschlicher Gemütsart.

Verwendung

Das Zitat eignet sich für Essays, Tagebucheinträge, Gespräche über Kränkung oder literarische Figuren, die aus verletztem Stolz handeln. In persönlichen Konflikten sollte es nicht als Vorwurf verschickt werden. Es passt besser zur nachträglichen Reflexion als in eine akute Auseinandersetzung.

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Über Tacitus

Über den Autor

Römisch · 58 - 116 n. Chr.

Publius Cornelius Tacitus (58–120 n. Chr.) war römischer Senator und Geschichtsschreiber, dessen Annalen und Historien die Kaiserzeit Roms detailliert überliefern.

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Neben den Geschichtswerken verfasste Tacitus mit der Germania die bedeutendste antike Einzeldarstellung germanischer Stämme – ein Text mit folgenreicher und problematischer Rezeptionsgeschichte. Weitere erhaltene Werke sind der Agricola, eine Biografie seines Schwiegervaters, sowie der Dialogus de oratoribus über die Redekunst.

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