
Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart, Beleidigte zu hassen.
Bedeutung
Tacitus beschreibt eine bittere Reaktion des Menschen: Wer verletzt wurde, hasst nicht immer nur den Täter, sondern manchmal die eigene Lage als Beleidigter. Der Satz wirkt knapp, aber psychologisch scharf, weil Kränkung oft länger nachwirkt als der ursprüngliche Anlass. Hass entsteht hier aus verletztem Stolz, Scham und dem Wunsch, die Demütigung nicht stehen zu lassen. Die Formulierung erklärt keine gesunde Reaktion, sondern benennt eine dunkle Eigenschaft menschlicher Gemütsart.
Verwendung
Das Zitat eignet sich für Essays, Tagebucheinträge, Gespräche über Kränkung oder literarische Figuren, die aus verletztem Stolz handeln. In persönlichen Konflikten sollte es nicht als Vorwurf verschickt werden. Es passt besser zur nachträglichen Reflexion als in eine akute Auseinandersetzung.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.33 von 5 (3 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 3.90 von 5
Über Tacitus
Über den Autor
Römisch · 58 - 116 n. Chr.
Publius Cornelius Tacitus (58–120 n. Chr.) war römischer Senator und Geschichtsschreiber, dessen Annalen und Historien die Kaiserzeit Roms detailliert überliefern.
Mehr erfahren
Neben den Geschichtswerken verfasste Tacitus mit der Germania die bedeutendste antike Einzeldarstellung germanischer Stämme – ein Text mit folgenreicher und problematischer Rezeptionsgeschichte. Weitere erhaltene Werke sind der Agricola, eine Biografie seines Schwiegervaters, sowie der Dialogus de oratoribus über die Redekunst.
Ähnliche Sprüche
Auch Besiegte fasst Wut bisweilen und Tapferkeit
— Tacitus
In dem verdorbensten Staat gibt es die meisten Gesetze.
— Tacitus
Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.
— Tacitus
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat.
— Mark Twain
Alkohol und Nikotin, rafft die halbe Menschheit hin. Doch ohne Schnaps und Rauch, stirbt die andere Hälfte auch.
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Tacitus →