
Je korrupter der Staat, desto mehr Gesetze braucht er.
Bedeutung
Tacitus beschreibt eine strukturelle Logik des korrupten Staates, die nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat. Je mehr Unehrlichkeit und Verfall in einem Gemeinwesen herrschen, desto mehr Regeln und Gesetze werden gebraucht, um das entstehende Chaos notdürftig zu verwalten. Gesetze entstehen in diesem Zustand nicht aus Ordnung und Vertrauen, sondern als Reaktion auf Niedergang. Mehr Regulierung ist dann kein Zeichen von Stärke und Kontrolle – oft ist es das genaue Gegenteil.
Verwendung
Sehr geeignet für politische Essays, Texte über Rechtsstaat, Korruption und politische Systeme. Passt in Leitartikel, akademische Texte über Staatsverfall oder als pointiertes Eingangszitat für Vorträge über Demokratie, politische Kultur, gute Verwaltung, institutionelles Vertrauen und die Kosten politischer Unehrlichkeit im Alltag.
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Über Tacitus
Über den Autor
Römisch · 58 - 116 n. Chr.
Publius Cornelius Tacitus (58–120 n. Chr.) war römischer Senator und Geschichtsschreiber, dessen Annalen und Historien die Kaiserzeit Roms detailliert überliefern.
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Neben den Geschichtswerken verfasste Tacitus mit der Germania die bedeutendste antike Einzeldarstellung germanischer Stämme – ein Text mit folgenreicher und problematischer Rezeptionsgeschichte. Weitere erhaltene Werke sind der Agricola, eine Biografie seines Schwiegervaters, sowie der Dialogus de oratoribus über die Redekunst.
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