Sprüche über Bescheidenheit
414 Sprüche — Seite 7
Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.
Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.
Bescheiden ist, wer sich den Käse mit den größten Löchern nimmt.
— Adolph Freiherr von Knigge
Meine Wünsche streifen an das Unmögliche: So habe ich ihren Flug und Zug nachsehen lernen, wie dem der Vögel in der blauen Luft.
— Adele Schopenhauer
Zur Energie des Handelns gehört auch die Energie des Entsagens
— Ludwig Purtscheller
Das Ideal der Einfachheit macht das Leben in der modernen Gesellschaft noch schwieriger
— Vincent van Gogh
Hast du ein zufriedenes Herz, so ist's genug, um froh zu sein.
— Titus Maccius Plautus
Könige krönen ist leicht, doch Könige zügeln ist schwierig
— Solon
Um Frankreich zu regieren, bedarf es heftiger Worte und maßvoller Taten
— Leon Gambetta
Drei Dinge muss der Mensch wissen, um gut zu leben: Was für ihn zu viel, was für ihn zu wenig, und was genau richtig ist
Wer Autorität haben will, muss bescheiden sein und sein Unrecht unverhohlen einzugestehen wissen.
— Richard Rothe
Genieße was du hast, als ob du noch heute sterben solltest, aber spar es auch, als ob du ewig lebtest. Der allein ist weise, der, beide eingedenk, im Sparen zu genießen, im Genuß zu sparen weiß.
— Christoph Martin Wieland
Der Mensch soll aus Gesundheit freudig, aus Überzeugung mäßig und aus Verständnis gut essen.
— Carl Friedrich von Rumohr
Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt
— Maurice Barrès
Mit dem Glück verhält es sich wie mit den Uhren: die einfachsten gehen am besten
— Nicolas Chamfort
Der Ruhm, welcher von denen flieht, die ihn suchen, folgt denen nach, welche sich nicht um ihn bemühen.
— Jacob Christoph Burckhardt
Welcher Reichtum ist größer als der des Bedürfnislosen? Welche Macht ist großer als die des Unabhängigen?
— Francesco Petrarca
Man soll frei sein, aber man soll gerecht und maßvoll sein.
— Alexandre Vinet
Solche, die sich niemand aufdrängen, nennt man nicht etwa bescheiden, sondern hochmütig.
— Otto Weiss
Der Mensch braucht wenig und auch das nicht lang.
— Edward Young
Kleines Wasser macht niemand reich, best fischen ist im großen Teich
— Georg Rollenhagen
Den vollen wahren Lebensgenuss findet nur, wer sich die Freude am Kleinen bewahrt, ja die Geduld am Unvollkommenen behauptet.
— Theodor Toeche-Mittler
Unbeglückt ist noch nicht unglücklich. Dass du entbehren musst, das macht dich stark und gibt dir Selbstvertrauen.
— Paul Olaf Bodding
Ich freue mich an dem Luxus, mich nur um wenige Dinge sorgen zu müssen.
— James Hudson Taylor
Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Die Gebirge sind stumme Meister und schaffen schweigsame Schüler
— Johann Wolfgang von Goethe
Wir wären elend, wenn nicht aus Kleinigkeiten unsere Glückseligkeit zusammengesetzt wär!
— Friedrich von Schlegel
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen
— Simone Weil
Man muss nicht leisten wollen, was über seine Kräfte geht. Einem bescheidenen Wollen, das mit dem Können gleichen Schritt hält, wird ein kleiner aber sicherer Erfolg nicht fehlen.
— Wilhelmine von Hillern
Wahre Liebe ist genügsam – sie bescheidet sich mit wenigem, denn ihr ist auch das wenige – viel!
— Wilhelmine von Hillern
Moral ist Maß – wo sie fehlt, da erschöpfen sich alle Kräfte in Maßlosigkeit, denn das Maß ist das Erhaltende in der Natur wie im Leben.
— Wilhelmine von Hillern
Wer die Kraft in sich fühlt, sich einen ehrenvollen Platz selbst zu erringen, der wird zu stolz sein, von einem Vorrecht Gebrauch zu machen; kann er dies nicht, dann soll er verzichten und nicht mehr …
— Wilhelmine von Hillern
Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.
— Jane Austen
Die Selbstbeschränkung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, die Form von deines Wesens vertrauterem Verständnis.
— Friedrich Julius Hammer
Seltenheit verleiht der Freude Würze.
— Juvenal
Das Schwierigste ist es, weniger zu nehmen, wenn man mehr bekommen kann
— Kin Hubbard
Wohl dem, dem der Himmel ein Stück Brot beschert, wofür er keinem andern als dem Himmel selbst zu danken braucht.
— Miguel de Cervantes Saavedra
Ruhevoll werden und begehrungslos, die Welt verstehen und über ihre Schwächen lächeln, das ist dein Glück, alte Seele!
— August Pauly
Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.
— August Pauly
Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.
— August Pauly
Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.
— August Pauly
Es ist eitel zu behaupten, der Mensch solle sich mit Ruhe und Geborgenheit zufriedengeben. Der Tatendrang wird immer wieder durchbrechen, sei es auch nur in der Phantasie.
— Charlotte Bronté
Wenn man Brot und Wasser hat, dann darf man sogar mit Zeus an Glückseligkeit wetteifern.
— Epikur
Alle Kunst wächst aus Entsagung.
— Theresa Keiter
Männer mit großem reichen Innern können nie anders als äußerst einfach, ohne Kunst und Prunk auftreten, weil sie genau ihren und des nächsten Wert erkennen.
— Heinrich Martin
Weisheit liegt oftmals näher, wenn wir uns zu Etwas herablassen, als wenn wir uns über Etwas erheben
— William Wordsworth
In Einfachheit leben und mit Größe denken.
— William Wordsworth
Für beides danken, für das, was wir haben,und für das, was wir nicht brauchen.
— Christian Geyer
Keine Macht auf Erden kann den Einfluss eines wertvollen, reinen, einfachen und nützlichen Lebens wettmachen.
— Booker T. Washington
Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?
— August Lafontaine
Junger Mann, das Geheimnis meines Erfolges ist, dass ich in jungen Jahren erkannte, dass ich nicht Gott bin.
— Oliver Wendell Holmes
Wirf das Joch des Überflüssigen ab, werde reich ohne Geld, und du bist glücklich.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Um das Große zu schätzen und lieben, musst du dich erst an dem Kleinen üben.
— Georg Keil
Zwei Dinge gibt es, die uns die Erfahrung lehren sollte: dass man erstens eine Menge verbessern muss, aber zweitens nicht zu viel verbessern darf.
— Ferdinand Victor Eugene Delacroix
Größe und Demut schließen einander nicht aus
— Wilhelm Dilthey