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Sprüche über Bescheidenheit

414 Sprüche — Seite 7

Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.

Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.

  1. Bescheiden ist, wer sich den Käse mit den größten Löchern nimmt.

    Adolph Freiherr von Knigge

  2. Meine Wünsche streifen an das Unmögliche: So habe ich ihren Flug und Zug nachsehen lernen, wie dem der Vögel in der blauen Luft.

    Adele Schopenhauer

  3. Zur Energie des Handelns gehört auch die Energie des Entsagens

    Ludwig Purtscheller

  4. Das Ideal der Einfachheit macht das Leben in der modernen Gesellschaft noch schwieriger

    Vincent van Gogh

  5. Hast du ein zufriedenes Herz, so ist's genug, um froh zu sein.

    Titus Maccius Plautus

  6. Könige krönen ist leicht, doch Könige zügeln ist schwierig

    Solon

  7. Um Frankreich zu regieren, bedarf es heftiger Worte und maßvoller Taten

    Leon Gambetta

  8. Drei Dinge muss der Mensch wissen, um gut zu leben: Was für ihn zu viel, was für ihn zu wenig, und was genau richtig ist

  9. Wer Autorität haben will, muss bescheiden sein und sein Unrecht unverhohlen einzugestehen wissen.

    Richard Rothe

  10. Genieße was du hast, als ob du noch heute sterben solltest, aber spar es auch, als ob du ewig lebtest. Der allein ist weise, der, beide eingedenk, im Sparen zu genießen, im Genuß zu sparen weiß.

    Christoph Martin Wieland

  11. Der Mensch soll aus Gesundheit freudig, aus Überzeugung mäßig und aus Verständnis gut essen.

    Carl Friedrich von Rumohr

  12. Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt

    Maurice Barrès

  13. Mit dem Glück verhält es sich wie mit den Uhren: die einfachsten gehen am besten

    Nicolas Chamfort

  14. Der Ruhm, welcher von denen flieht, die ihn suchen, folgt denen nach, welche sich nicht um ihn bemühen.

    Jacob Christoph Burckhardt

  15. Welcher Reichtum ist größer als der des Bedürfnislosen? Welche Macht ist großer als die des Unabhängigen?

    Francesco Petrarca

  16. Man soll frei sein, aber man soll gerecht und maßvoll sein.

    Alexandre Vinet

  17. Solche, die sich niemand aufdrängen, nennt man nicht etwa bescheiden, sondern hochmütig.

    Otto Weiss

  18. Der Mensch braucht wenig und auch das nicht lang.

    Edward Young

  19. Kleines Wasser macht niemand reich, best fischen ist im großen Teich

    Georg Rollenhagen

  20. Den vollen wahren Lebensgenuss findet nur, wer sich die Freude am Kleinen bewahrt, ja die Geduld am Unvollkommenen behauptet.

    Theodor Toeche-Mittler

  21. Unbeglückt ist noch nicht unglücklich. Dass du entbehren musst, das macht dich stark und gibt dir Selbstvertrauen.

    Paul Olaf Bodding

  22. Ich freue mich an dem Luxus, mich nur um wenige Dinge sorgen zu müssen.

    James Hudson Taylor

  23. Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  24. Die Gebirge sind stumme Meister und schaffen schweigsame Schüler

    Johann Wolfgang von Goethe

  25. Wir wären elend, wenn nicht aus Kleinigkeiten unsere Glückseligkeit zusammengesetzt wär!

    Friedrich von Schlegel

  26. Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen

    Simone Weil

  27. Man muss nicht leisten wollen, was über seine Kräfte geht. Einem bescheidenen Wollen, das mit dem Können gleichen Schritt hält, wird ein kleiner aber sicherer Erfolg nicht fehlen.

    Wilhelmine von Hillern

  28. Wahre Liebe ist genügsam – sie bescheidet sich mit wenigem, denn ihr ist auch das wenige – viel!

    Wilhelmine von Hillern

  29. Moral ist Maß – wo sie fehlt, da erschöpfen sich alle Kräfte in Maßlosigkeit, denn das Maß ist das Erhaltende in der Natur wie im Leben.

    Wilhelmine von Hillern

  30. Wer die Kraft in sich fühlt, sich einen ehrenvollen Platz selbst zu erringen, der wird zu stolz sein, von einem Vorrecht Gebrauch zu machen; kann er dies nicht, dann soll er verzichten und nicht mehr …

    Wilhelmine von Hillern

  31. Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.

    Jane Austen

  32. Die Selbstbeschränkung ist die Frucht der Selbsterkenntnis, die Form von deines Wesens vertrauterem Verständnis.

    Friedrich Julius Hammer

  33. Seltenheit verleiht der Freude Würze.

    Juvenal

  34. Das Schwierigste ist es, weniger zu nehmen, wenn man mehr bekommen kann

    Kin Hubbard

  35. Wohl dem, dem der Himmel ein Stück Brot beschert, wofür er keinem andern als dem Himmel selbst zu danken braucht.

    Miguel de Cervantes Saavedra

  36. Ruhevoll werden und begehrungslos, die Welt verstehen und über ihre Schwächen lächeln, das ist dein Glück, alte Seele!

    August Pauly

  37. Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

    August Pauly

  38. Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.

    August Pauly

  39. Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.

    August Pauly

  40. Es ist eitel zu behaupten, der Mensch solle sich mit Ruhe und Geborgenheit zufriedengeben. Der Tatendrang wird immer wieder durchbrechen, sei es auch nur in der Phantasie.

    Charlotte Bronté

  41. Wenn man Brot und Wasser hat, dann darf man sogar mit Zeus an Glückseligkeit wetteifern.

    Epikur

  42. Alle Kunst wächst aus Entsagung.

    Theresa Keiter

  43. Männer mit großem reichen Innern können nie anders als äußerst einfach, ohne Kunst und Prunk auftreten, weil sie genau ihren und des nächsten Wert erkennen.

    Heinrich Martin

  44. Weisheit liegt oftmals näher, wenn wir uns zu Etwas herablassen, als wenn wir uns über Etwas erheben

    William Wordsworth

  45. In Einfachheit leben und mit Größe denken.

    William Wordsworth

  46. Für beides danken, für das, was wir haben,und für das, was wir nicht brauchen.

    Christian Geyer

  47. Keine Macht auf Erden kann den Einfluss eines wertvollen, reinen, einfachen und nützlichen Lebens wettmachen.

    Booker T. Washington

  48. Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  49. Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?

    August Lafontaine

  50. Junger Mann, das Geheimnis meines Erfolges ist, dass ich in jungen Jahren erkannte, dass ich nicht Gott bin.

    Oliver Wendell Holmes

  51. Wirf das Joch des Überflüssigen ab, werde reich ohne Geld, und du bist glücklich.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  52. Um das Große zu schätzen und lieben, musst du dich erst an dem Kleinen üben.

    Georg Keil

  53. Zwei Dinge gibt es, die uns die Erfahrung lehren sollte: dass man erstens eine Menge verbessern muss, aber zweitens nicht zu viel verbessern darf.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  54. Größe und Demut schließen einander nicht aus

    Wilhelm Dilthey